Montag 30.November 2015: Rein Schiff und Wartungsarbeiten


Wenig Zeit hatten wir für den Blick in die Natur seitdem wir in Gulf Harbour angelegten. Die Südspitze der Halbinsel Whangaparaoa ist ein Naturpark, in dem landwirtschaftliche Nutzung, Erholung und Naturschutz nebeneinander stattfinden. Nur wenige Kilometer von unserem Hafenplatz entfernt ein lohnendes Ziel für eine abendliche Biketour.


Ansonsten sehen unsere Tage eher so aus. Boot reinigen, Wäsche waschen sowie Wartungsarbeiten organisieren und vorbereiten. Da der Hafen sehr gross ist, gibt es für alle Arbeiten einen Anbieter in der Nähe. Wegen der Grösse des Hafens benutzen wir das Dinghi um zur Wäscherei zu fahren. Zu Fuss wären wir 30 Miunten unterwegs, da wir um den gesamten Hafen laufen müssten. 

Reparaturen haben wir keine zu erledigen, da an Bord alles funktioniert. Nach 16.000 Seemeilen und 15 Monaten auf See gibt es jedoch einiges zu tun. So müssen die 3 Motoren an Bord (Generator, Motor des Dinghi und Schiffsmotor) wie bei einem Auto nach einer gewissen Laufdauer gewartet werden. Der Rumpf gehört poliert, das Rigg gecheckt und die Segel ausgebessert. Verbessern wollen wir unsere Entsalzungsanlage, damit wir die in der Spezifikation genannte Leistung von 50 Liter Süsswasser pro Stunde erreichen. Unser Radar braucht ebenfalls einen Fachmann, da er nur funktioniert, wenn der Generator läuft oder die Batterien ganz voll sind. Fällt die Spannung um ein paar Zehntel Volt ab, versagt er den Dienst. 


Auch dieses Teil geben wir in vorbeugende Wartung. Es ist die Mechanik (Linearantrieb) unseres Autopiloten. Ohne ihn sind lange Seereisen mit kleiner Mannschaft nicht zu machen oder nur unter grösseren Anstrengungen, da immer eine Person am Ruder stehen müsste. Wir haben einen Ersatz an Bord, wollen es aber auf ein Auswechseln auf See nicht ankommen lassen. 

  
Für diejenigen, die sich weniger auf Booten auskennen und keine Vorstellungen haben, wo das ausgebaute Teil hingehört, einen Blick in die Innereien von NOE. Links sieht man die Welle des Ruders und daran angeflanscht den Ruderquadranten, der die Steuerkraft auf das Ruder bringt. Der Steuerstange des Autopiloten greift in den Zapfen auf dem Ruderquadranten ein und die Mechanik ist am Widerlager rechts im Bild befestigt.  

Freitag 27.November 2015: Angekommen nach 16'000 Seemeilen


Heute hat wiedereinmal alles gepasst; Sonnenschein und Wind mit angenehmer Stärke aus der "richtigen" Richtung für die letzten 20 Seemeilen von Kawau nach Gulf Harbour durch den Hauraki-Golf. 




In der Passage zwischen der Halbinsel Whangaparaoa und der Insel Tiritiri Matangi. Wir brauchen Zeit, bis wir zumindest einige der maorischen Flurbezeichnungen behalten können. 



Im Dunst erscheinen die 15 Seemeilen entfernten Wolkenkratzer Aucklands. Mit dem Auge schon erkennbar, während die Kamera es nicht schafft. 



Die Skipperin steuert die letzten Meilen entlang der Halbinsel Whangaparaoa. 





In der Hafeneinfahrt der Gulf Harbour Marina. Hier haben wir für die nächsten 6 Monate einen Hafenplatz gebucht. Die Marina liegt am nördlichen Ende der Millionenmetropole Auckland, in der jeder 4. Neuseeländer wohnt. Der Hafen beherbergt 1000 Boote und hat eine direkte Fährverbindung ins Stadtzentrum, was wir so in 40 Minuten erreichen können. Bis wir in zwei Wochen nach Hause fliegen, möchten wir vor den grossen Sommerferien der Neuseeländer möglichst viele der Wartungsarbeiten am Boot erledigt oder zumindest organisiert haben, damit wir uns auch in der zweiten Hälfte der Weltumseglung keine Sorgen um NOE machen müssen.   

Donnerstag 26.November 2015: Unsere Ankerplätze auf dem Weg nach Auckland

Zwei Stopps haben wir auf den letzten Meilen von Opua nach Auckland eingelegt. 

Den ersten nach 47 Seemeilen am Ende eines grauen Segeltags mit schönen Wind bis 20 Knoten von achtern. Mit Sonne wäre die Fahrt entlang der Küste ein schöneres Erlebnis geworden. Am Anfang war die die Sicht so schlecht, dass wir die Küste nicht einmal gesehen haben. 


Der Vollmond geht über der Einfahrt in den Naturhafen Tutukaka auf. In der Beschreibung des Ankerplatzes ist die Rede von "unfriendly rocks" , die am Eingang zu dieser Bucht liegen. Riffe sind noch nie die Freunde der Seefahrer gewesen. Diese sind jedoch gut sichtbar und die Karte ist präzise. 


Alles kann man nicht haben. Heute erlebten wir einen wundervollen Sonnentag, leider ohne Wind. Vorbei am Sail Rock, der heute seinem Namen nicht gerecht wird und sich nur in der Flaute spiegelt. 


Der schöne Ankerplatz und das Ambiente im Bon Accord Harbour auf der Insel Kawau entschädigt für die eintönigen 8 Stunden unter Motor. Die Insel Kawau liegt am nördlichen Ende des Hauraki-Golfs. Erinnern wir uns an die Nächte vor dem Fernseher als SUI 64 gegen NZL 82  in diesen Gewässern 2003 den Americas Cup gewann? 


Das Lidgard House des Royal New Zealand Yacht Squadron auf der Insel Kawau. Der RNZYS ist nicht irgendein Segelklub Neuseelands sondern der älteste und sicher der mit den grössten Erfolgen in Segelsport. 1902 aus verschiedenen Klubs hervorgegangen, patroniert durch das englische Königshaus, gehen seine Wurzeln bis 1859 zurück. Alle neuseeländische Kampagnen sowohl als Herausforderer als auch als Verteidiger des Americas Cup wurden von ihm lanciert. Die neuseeländischen Teilnehmer an Regatten um die Welt wie das Volvo Ocean Race oder seinem Vorgänger das Whitbread Round the World Race segelten ebenfalls unter der Flagge des RNZYS. 


Dieses Haus ist ebenfalls ein Teil der Geschichte des RNZYS, auch wenn es seit einem Jahr unter einem anderen Namen und einem anderen Betreiber als einziges Restaurant auf der ansonsten nur aus Privatgrundstücken bestehenden Insel geführt wird. 

   
Im Inneren des Gebäudes ist die Geschichte des Klubs lebendig.  


Kam für einen Drink vorbei. Steinlager 2, der Gewinner des 1989/90 Whitbreas Round the World Race unter Skipper Sir Peter Blake. Die Neuseeländer halten ihre Segelveteranen in Ehren. Der heutige Besitzer des Bootes, der NZ Sailing Trust, verchartert das Schiff für spezielle Events und Regatten. Einen Konkurrenten von damals, das französische Schiff La Poste haben wir in Cartagena in einem schlechten Zustand gesehen. Siehe Post vom 25. Februar 2015. 


Am Abend kündigt sich mit dichten Wolken eine Wetteränderung an. Laut Wetterbericht sollten wir die letzten 15 Seemeilen durch den Hauraki-Golf bis zur Gulf Harbour Marina jedoch noch ohne Schlechtwetter-Kleidung schaffen.  

Mittwoch 25. November 2015: Start zur letzten Etappe

Unser Ziel in Neuseeland die Gulf Habour Marina im Norden Aucklands. Der Sommer tut sich noch etwas schwer und wird alle paar Tage von einer Regenfront unterbrochen. Die nächsten 3 Tage soll es abgesehen von eine paar Schauern trocken bleiben. Bei leichtem Wind werden wir heute morgen zu den letzten 120 Seemeilen unseres Segeljahres starten. 

Zum Abschied aus der geschichtsträchtigen Region der Bay of Island, in der ersten Kontakte zwischen Maoris und Europäern stattfanden, noch zwei Bilder. 


Die beiden ältesten Gebäude Neuseelands. Das rechte Haus stammt aus dem Jahr 1822 und wurde von englischen Missionaren und Maoris gemeinsam erbaut. Das Linke, Stone Store genannt, ist das erste Steinhaus Neuseelands. Zwischen 1832 und 1836 mit Material aus Australien entstanden, diente es Handelskontor. 

Steinhäuser sind selten in Neuseeland, da Holz als Baumaterial ausreichend zur Verfügung stand. 


Vor allem diese 30 Meter hohen Baumriesen, die schon zu Urzeiten in Neuseeland wuchsen und mit ihrem astlosen, geraden Stamm vorzüglich zu bearbeiten sind. Ein solcher Kauri-Tree gibt Holz für 10 Häuser. Wegen seines Wuchses war das Holz auch bei Schiffbauern für Planken und Masten gesucht. Die starke Nachfrage führte fast zum Verschwinden der Art, deren älteste Vertreter weit über 1000 Jahre alt sind. Heute sind die wenigen verbliebenen Exemplare geschützt. Dort wo einige dieser Bäume in einer Gruppe zusammenstehen spürt man den besonderen Charakter die steinalten Riesen.  


Montag 23. November 2015: Zu Ehren Edmund Hillarys

Der Erstbesteiger des Mount Everest Sir  Edmund Hillary ziert nicht nur die neuseeländische 5 Dollar Note, sondern ist auch der Namenspatron eines Wanderwegs entlang der Westküste in der Nähe Aucklands.



Für diesen Wanderweg braucht es nicht die Fähigkeiten eines Everest Bezwingers. Nur gerade auslaufen sollte man können, um nicht über die Klippen ins Meer zu stürzen, die entlang des Weges für schöne Tiefblicke sorgen.  


Kein Werk des Menschen, sondern der Natur. 



Am  Südende  des Wanderwegs befinden sich grosse Sanddünen, die den  Lake Weinamu stauen. Im Sand barfuss geht hier nicht. Zu stark erhitzt sich der dunkle Sand aus Lavagestein.   



Ein kleines Detail im Sand. 






Sonntag 22. November 2015: Friedensreich Hundertwasser in Neuseeland


Der österreichische Künstler besass seit den 70er Jahren eine grosse Farm in Neuseeland in der Region Bay of Islands nahe der Stadt Kawakawa. Dort experimentierte er mit Sonnenkollektoren, Wasserrädern und Grüngut-Kläranlagen und verwirklichte so seinen Traum eines autarken Lebens und Arbeitens. Auch seine Idee der Grasdächer entstand dort.

Als die Stadtverwaltung eine öffentliche Toilette plante, wurde er angefragt, ob er die künstlerische Gestaltung übernehmen wolle. Damit entstand sein einziges Werk in der südlichen Hemisphäre. 


Auch beeinflusste er Schulkinder, die diese Hauswand in Kawakawa gestalteten. 


Freitag 20. November 2015: NOE ist elektrisch fit




Während wir unterwegs und an Ankerplätzen unseren Strom mit einem Dieselgenerator selber produzieren, gehen wir im Hafen an die Steckdose, dem sogenannten Landstrom. 

In allen Ländern die wir bislang bereisten, war das, vorausgesetzt wir hatten den passenden Stecker, kein weiterer Gedanke wert. Stecker in die Steckdose am Steg sowie im Boot und wir waren mit den öffentlichen Netz verbunden. Da wir keine rotierenden Geräte an Bord haben, die mit 220 Volt betrieben werden, müssen wir auch nicht wissen, mit welcher Frequenz das Netz (50/60 Hz) betrieben wird.  

In Neuseeland geht das nicht so einfach. Ohne vorherigen Test darf kein Boot an das Stromnetz angeschlossen werden. Das Verbindungskabel zum Land wird auf Beschädigungen untersucht, die Übergangswiderstände der Stecker werden gemessen und es wird geprüft, ob der Schutzschalter im Boot schnell genug und bei einem ausreichend tiefen Erdstrom schaltet. 

Alles hat innerhalb der vorgegebenen Grenzen funktioniert und wird mit einem Zertifikat bestätigt. Dafür wechseln 120 NZ$ den Besitzer. Alle Boote, egal ob neuseeländische oder ausländische müssen sich diesem Test unterziehen. Ein netter Zusatzverdienst für Elektriker. Zum Glück sind andere Länder beziehungsweise deren Elektriker (noch) nicht auf diesen Gedanken gekommen.    

Mittwoch 18. November 2015: Der Vertrag von Waitangi


Durch seine isolierte Lage, 2000 Kilometer entfernt von Australien, Fiji und Tonga, begann die Besiedlung Neuseelands erst vor etwa 700 Jahren, als Polynesier mit seetauglichen Doppelkanus wahrscheinlich von Fiji aus Neuseeland entdeckten und wegen der klimatischen Unterschiede zu ihrer Heimat eine eigene Kultur entwickelten. 

Der Holländer Tasman sichtet 1642 als erster Europäer die Doppelinsel, wobei der Besuch mit dem Verlust 4 seiner Seeleute endete, die von Maoris getötet wurden. Tasman selber setzte nie einen Fuss auf das unter seinem Kommando entdeckte Land. Danach geriet das Land aus europäischer Sicht wieder in Vergessenheit. 

Erst im Oktober 1769 war es James Cook, der auf der Suche nach dem vermuteten Südkontinent Neuseeland erreichte. Er umrundete während der nächsten Monate die Nord- und Südinsel, kartographierte sie und bewies damit, dass es sich um Inseln handelt und nicht um die Küste eines Kontinents. 

Walfänger, Missionare und Siedler folgten, wobei keine staatliche Ordnung sondern das Faustrecht galt. Zwischen 1829 und 1835 kam es vermehrt zu blutigen Kämpfen zwischen Maoris und den Einwanderern sowie unter den Maoris selbst, die durch Tauschhandel in den Besitz von Schusswaffen gelangten. 

Am 6. Februar 1840 wurde von einem Vertreter der britischen Krone und 39 Maori Häuptlingen ein heute noch gültiger Vertrag unterschrieben, der alle Souveränität auf die britische Krone überträgt, den Maoris ihre Land-, Frost- und Fischereirechte garantiert und sie zu Untertanen der britischen Krone macht. Der Vertrag wurde in englischer und in der Sprache der Maoris verfasst. Bewusste oder unbewusste  Übersetzungsfehler und unterschiedliche Interpretationen des Vertrage beschäftigen bis heute Politik und Gerichte. Die Unterzeichnung des Vertrags gilt als die Geburtsstunde des modernen Neuseelands. Seit 1974 ist der 6. Februar Feiertag und gilt somit als Nationalfeiertag Neuseelands. 


Das Treaty-House. In der Residenz des britischen Vertreter Busby wurde der Vertrag unterschrieben. Das ganze Gelände mit seinen Bäumen, Pflanzen und Grünflächen ist heute ein Museum und Veranstaltungsort. 


Mit Maorischen Symbolen geschmückter Versammlungsraum. So haben sie ausgesehen, die Maorischen Krieger auf die Tasman und Cook stiessen.  


Die Blüte des Metrosideros excelsa oder auf Maori Pōhutukawa, dem neuseeländischen Weihnachtsbaum. Das hat nichts mit Weihnachten zu tun, sondern mit der Zeit der Blüte im südlichem Sommer.  




  

Dienstag 17. November 2015: Wir sind down under

Heute Morgen um 3 Uhr haben wir am Quarantäne-Quai der Bai of Islands Marina in Opua festgemacht. Nach der Fahrt um die halbe Welt sind wir glücklich in Neuseeland angekommen.

Die nächtliche Fahrt entlang der Inseln durch den schmalen Kanal nach Opua auf den letzten 5 Seemeilen war wegen der guten Karten und der Betonnung kein Problem. Nervenkitzel bleibt es, wenn man sich in einer unbekannten Gegend nachts ausschliesslich an Karte und Seezeichen orientieren muss. Da die ersten Seezeichen genau dort lagen, wo sie die Karte zeigt, stieg unser Vertrauen diese Passage nachts zu bewältigen. Der Skipper eines anderen Segelboots, welches knapp hinter uns segelte, hatte den Mut nicht und sie ankerten vor der Einfahrt, wie er uns am Morgen erzählte. Der Zoll schätzt das nicht, da das erste Festmachen des Bootes an einem Quarantäne-Quai erfolgen muss. Und Ankern gilt als Festmachen. Die Alternative ist, sich eine Nacht treiben zu lassen und bei Tagesanbruch einzulaufen. 

Für Liebhaber von Seekarten, hier das Kartendetail der Einfahrt nach Opua. 


Die drei Beamten der Biosecurity machten uns am Vormittag ihre Aufwartungen und verliessen uns nach einer halben Stunde mit ihrer Beute von 4 Kilogramm Kartoffeln, 2 Zwiebeln, 5 Knollen Knoblauch, 3 Bananen, einem Kohlkopf, einer Kokosnuss, ein paar Pfefferkörner, 2 hartgekochte Eier, einem Büschel Lavendel, 3 Zitronen, 1 Glas Honig (neuseeländischer, in Tonga gekaufter Honig)  und noch einige Kleinigkeiten. Und das alles um Fruchtfliegen aus Neuseeland fern zu halten. So zumindest ihre offizielle Erklärung, warum sie alle Schränke und Stauräume des Bootes durchsuchen müssen. Ein Neuseeländer entschuldigte sich bei uns, dass der erste Kontakt mit seinem Land für Segler diese Prozedur sei. 

Als Nachlese der Posts ohne Bilder hier noch ein paar Fotos der vergangenen Tage.


Ein letzter Blick auf Fiji. Hier haben wir uns noch keine Vorstellung gemacht, wir kalt es sich 1000 Seemeilen weiter südlich anfühlt.


Wir fahren durch den Pass im Riff aufs offene Meer. Die nächsten 1000 Seemeilen müssen wir uns nicht um Untiefen kümmern. 


Ein neuseeländischer Katamaran macht sich mit uns auf die Reise nach Süden. Die letzten 3 Bilder sind innerhalb einer Stunde und auf einer Strecke von 5 Seemeilen aufgenommen.

  
Bei leichtem Wind schneller als der Wind. TWS ist die Geschwindigkeit des wahren Windes, AWS die Geschwindigkeit des scheinbaren Windes (also der Effekt aus wahrem Wind und Fahrtwind) und SOG die Geschwindigkeit des Bootes über Grund. 


Stillleben eines Segler. In der Zone zwischen Passatwind und den Wettersystemen der südlichen Hemisphäre stehen wir in absoluter Flaute. Das sollte sich bald ändern.


Die aufgehende Sonne spiegelt sich in den Relingsstützen. 


Und die untergehende Sonne erzeugt einen warmen Farbton durch die von vorne angestrahlte Fock, was einen interessanten Farbkontrast zwischen den an sich gleichfarbigen Segeln ergibt. 


Segel-Technologie als Kunstwerk. 



Montag 16. November 2015: Die beruhigende Wirkung eines präzisen Wetterberichts

Beim gestrigen telefonischen Update mit unserem Wetterprovider aus Kiel sagte der Meteorologe vom Dienst, dass wir einige Stunden mit starkem Wind rechnen müssen unabhängig ob wir nun schneller oder langsamer unterwegs sind, da die vorhergesagte Zone mit starkem Wind unseren Kurs kreuzt. Im Gegensatz zu den allgemein zugänglichen GRIB Files, die uns Windstärken bis 25 Knoten anzeigten, deutete er an, dass wir auch einzelne Böen mit Windstärke 9, also oberhalb von 40 Knoten Wind erleben werden. Der Zeitraum mit dem stärksten Wind soll zwischen 6 und 12 Uhr liegen.

Vor dem Einnachten bargen wir das Grosssegel und segelten mit der grossen Fock in die Nacht hinein, im Wissen, dass wir im Verlauf der Nacht auf unsere 22 Quadratmeter kleine Fock wechseln werden. Morgens um 5 Uhr kamen die ersten Regenböen, vorauf wir unsere Segelgarderobe wie geplant verkleinerten.

Zwischen 9 und 13 Uhr erlebten wir was prognostiziert war. Der Wind blies dauernd mit Windstärke 7 bis 8 mit einigen wenigen Böen mit 9 Beaufort. Der Wind kam von achtern, die Wellen waren kaum höher als 3 Meter und der Autopilot steuert NOE ohne jedes Problem durch die Front. Die Skipperin war so beruhigt, dass sie in der Achterkabine lag und in aller Selenruhe ein Buch las. Welches Vertrauen in den Wetterbericht und die Zuverlässigkeit der Technik des Bootes. Oder auch in den Skipper?

Kurz vor 15 Uhr, der Wind hatte mittlerweile deutlich abgenommen, sahen wir durch die Regenwolken die Ostküste Neuseeland südlich von Cape North. Der Geruch von Landwirtschaft lag in der Luft, wahrscheinlich von den Schafen, aus deren Wolle die Unterwäsche gemacht wird, die wir seit gestern Nacht tragen.

Opua, unser Port of Entry für Neuseeland, liegt 40 Seemeilen weiter südlich. Im Verlaufe der Nacht, werden wir dort eintreffen und am Quarantäne-Quai festmachen. Morgen früh erwarten wir die Beamten von Zoll, Immigration und Biosecurity an Bord. Die nötigen Formulare haben wir schon gemailt und vor zwei Tagen unseren ETA (estimated time of arrival) bestätigt. Wir sind gespannt, welche unserer Nahrungsmittel an Bord, den strengen Bestimmungen zur Einfuhr nicht genügt und in den grossen schwarzen Sack wandern.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 32°32’S, 173°15’E, 171 Seemeilen nördlich von Opua.

Sonntag 15. November 2015: Option 2

123 Seemeilen haben wir in den letzten 24 Stunden bei leichtem Wind genau von achtern auf unser Ziel Opua gutgemacht. Damit sind wir mit Option 2 unterwegs. Etwas von der angekündigten Front werden wir wohl spüren, aber nur in abgeschwächter Form. Wenn wir mit dieser Geschwindigkeit weitersegeln, passieren wir Cape North, die Nordspitze Neuseelands, morgen Abend um 18 Uhr, 6 Stunden nach Durchzug der Front.

Ansonsten gab es heute nichts Besonderes zu berichten. Der erste Albatros besuchte uns, verschwand aber nach einer Runde um unser Boot mit unmerklichem Flügelschlag nur den Wind nutzend wieder in der Weite des Ozeans. Fischerglück hatten wir das ganze Wochenende nicht. Entweder gibt es keine Fische oder sie mögen unseren Südseeköder nicht und brauchen eine andere Ansprache. Auffallend ist, dass es kaum Vögel gibt, ganz selten fliegende Fische und Delphine konnten wir ebenso nicht sichten. Alles Anzeichen, dass es wenig zum Angeln gibt. Alles nicht so schlimm, sind die Fischrestaurants Neuseelands jetzt nicht mehr so weit entfernt.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 32°32’S, 173°15’E, 171 Seemeilen nördlich von Opua.

Samstag 14. November 2015: Schneller oder langsamer?



Mit dieser Frage müssen wir uns beschäftigen. Auf Montag ist der Durchzug einer Front von Nord nach Süd entlang der Ostküste der Nordinsel von Neuseeland vorhergesagt; mit 7-8 Windstärken. Sind wir auf den letzten 300 Seemeilen bis nach Opua schnell genug, kommen wir vor der Front an. Falls nein, sollten wir bremsen und die Front vor uns durchlassen.

Ob wir zwischen diesen beiden Optionen wählen können, hängt davon ab, wie schnell wir dieses Wochenende vorankommen. Option 2 ist auf jeden Fall die sichere, da wir nicht unter Druck geraten, sollten wir unsere angepeilte Geschwindigkeit nicht erreichen oder die Front schneller sein als prognostiziert. Positiv ist, dass die Front nördlichen Wind bringt und wir im schlechtesten Fall mit starkem bis stürmischem Wind und hohen Wellen von hinten rechnen müssen.

Bis wir uns am Sonntagabend entscheidenmüssen, verbleibt uns ein schönes Segelwochenende. Heute Morgen flaute der Wind nach einer Starkwindnacht mit rauer See auf 10 kn ab, drehte nach Nordost und bescherte uns schönes Segeln mit raumen Wind (für Nichtsegler: Wind kommt schräg von hinten) unter blauem Himmel.

Freitag 13. November 2015: Rahmnudeln mit Poulet und Spinat

Heute gab es nicht die grosse Küche. Ganz im Gegenteil.

Während wir in der Nacht wegen des schwachen Windes aus Süden (also der Richtung unseres Ziels) noch mit dem Motor unterwegs waren, frischte der Wind um 4 Uhr morgens auf und legte bis 7 Uhr in Böen auf Windstärke 6 zu. Immer noch aus Süden, weshalb wir nichts anderes tun konnten, als hoch am Wind nach Südwesten segeln. Bei dem sich aufbauenden Wellengang überhaupt keine angenehme Art zu reisen. Die Skipperin verzog sich in die Achterkabine und verbrachte den Tag in der Horizontalen. Ich las, beantwortete E-Mails, lud Wetterdaten herunter, steuerte manchmal und kochte.

Da das Wellenbild eher chaotisch war und NOE ruckartig von den Wellen gehoben oder fallen gelassen wurde, ist der Bordalltag nur reduziert möglich. Für diese Situation hatten wir uns vor der Reise mit ein paar Fertiggerichten aus dem Trekking Geschäft eingedeckt. Seit 14 Monaten und 15‘000 Seemeilen lagern die Beutel unberührt. Heute, wenige hundert Meilen vor Ende des ersten grossen Abschnittes der Reise, war es unvermeidbar.

Wasser kochen lassen, Beutelinhalt hinzugeben und 5 Minuten ziehen lassen. Das kann selbst der Skipper. Geschmeckt hat es auch noch und satt wurde ich allemal, da sich die Skipperin heute lieber von trockenem Knäckebrot und paar Schluck Cola ernährte.

Gegen Abend flaute der Wind etwas ab und drehte auf Südost, was sich positiv auf die Schiffsbewegungen auswirkt. Das erhöht die Chance auf ein fast normales Abendessen.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 27°53’S, 172°472’E. 114 Seemeilen haben wir auf Opua gutgemacht. Unser Abstand von der direkten Linie Fiji-Opua ist mittlerweile wegen des hartnäckigen Südwindes auf 145 Seemeilen angewachsen. Die verbleibenden 446 Seemeilen bis nach Opua sollten wir mit etwas Glück und dem Wind aus der richtigen Richtung in 3 Tagen schaffen. Laut Wetterprognose soll das Hochdruckgebiet östlich von uns für das Finale für angenehmen Wind aus Ost und später Nord sorgen.

Donnerstag 12. November 2015: Wir schleichen nach Süden

Ein Wettermodell hat uns für heute 4 Windstärken aus Südost versprochen, das andere schwacher Wind aus Süd bis Südwest. Leider lag das zweite Modell genau richtig, weshalb wir nur 122 Seemeilen auf unser Ziel gutgemacht haben.

Da unser Ziel genau im Süden liegt, können wir mit dem herrschenden Wind nicht viel anfangen. Am Nachmittag wurde es dann ganz flau und anstatt in der Flaute zu dümpeln, starten wir den Motor. Nach dem zweiten Wettermodel sollte Morgen der Wind einsetzten und zunehmend in eine für uns günstige Richtung von Südosten über Ost nach Nord drehen, da wir in den Einflussbereich eines starken Hochdruckgebiets im Norden Neuseelands kommen. Die Wirkung des Hochdruckgebiets auf den Wind der nächsten Tage sehen beide Wettermodelle gleich. Dann sollte an sich nichts schief gehen mit der Prognose und wir können die restliche Strecke segeln.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 25°53’S, 174°32’E. Bis Opua verbleiben somit 556 Seemeilen, womit wir fast die Hälfte der Distanz Fiji-Opua hinter uns gelassen haben.

Mittwoch 11. November 2015: Schneller als der Wind

Den Titel des Post darf nicht falsch verstanden werden. Relativ zur Windgeschwindigkeit sind wir etwas schneller. Sie beträgt 5 bis 6 Knoten und wir erreichen, da wir bei fast unbewegtem Wasser hoch am Wind segeln und sich der Fahrtwind und der wahre Wind addieren, 6 bis 7 Knoten Bootsgeschwindigkeit. Nicht besonders schnell, aber es geht voran.

Für manche Menschen beginnt heute die 5. Jahreszeit. Für uns beginnt sozusagen die andere Jahreszeit. Seit einem Jahren hatten wir, von ein paar Ausnahmen abgesehen, Sommerwetter. Zumindest das, was der Mitteleuropäer unter einem passablen Sommer versteht. Während wir gestern das T-Schirt gegen die Langarmjacke tauschten, war es heute um die kurze Hose geschehen. Zumindest wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckte.

Ganz alleine sind wir nicht. Heute Nacht passierte uns ein koreanisches Fischerboot und heute am späten Nachmittag tauchte vor uns am Horizont ein Segelboot auf. Leider hat es kein AIS-Signal. Aus den dunklen Segeln schliessen wir, dass es sich wahrscheinlich um eine historische Yacht handelt. Wir werden sie wohl erst bei Dunkelheit passieren.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 23°55’S, 175°32’E. In den letzten 24 Stunden machten wir 164 Seemeilen auf unseren Wegpunkt Opua gut, wobei wir in der Nacht den Motor für 6 Stunden laufen liessen ,als der Wind zu schwach wurde. Bis Opua verbleiben somit 678 Seemeilen.

Dienstag 10. November 2015: Es wird kälter

Der Temperaturgradient zwischen Fiji und Neuseeland beträgt derzeit knapp 10°. Da wir 20 Breitengrade nach Süden segeln, bedeutet jeder Breitengrad einen Temperaturrückgang um etwa ein halbes Grad.

Gefühlt ist der Gradient am Anfang der Passage steiler, weil es trotz eines fast wolkenlosen Himmels heute zum Segeln im T-Shirt zu frisch war, zumindest verglichen mit den letzten 3 Wochen, wo wir von der Sonne verwöhnt wurden. 3-4 Windstärken bei moderater Welle bescherten uns einen tollen Segeltag. Meist war die Windrichtung so günstig, dass wir hoch Wind (also mit spitzem Winkel zwischen Fahrtrichtung und Windeinfallswinkel) direkt auf unseren Wegpunkt Opua zusteuern konnten.

Als wir gestern die Riffpassage durchfuhren folgte uns ein 53 Fuss langer Katamaran, der in die gleiche Richtung segelte. Er war etwas schneller als wir und als er auf gleicher Höhe kam, riefen wir mit Sprechfunk an. Der Skipper sagte uns, dass er ist auf dem Weg nach Auckland ist und die Passage Fiji-Neuseeland schon des Öfteren gemacht hat. Dann können wir mit unserer Entscheidung für diese Woche nicht so falsch liegen. Gegen Abend konnten wir am Horizont gerade noch seinen Mast ausmachen. Das Boot heisst sinnigerweise Flying Cloud, wie einer der berühmten Teeklipper, die in den Zeiten der Windjammer in Rekordzeit Tee von Indien nach Europa brachten.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 21°12’S, 176°00’E. In den letzten 24 Stunden machten wir 167 Seemeilen auf unseren Wegpunkt Opua gut. Es verbleiben somit 842 Seemeilen.

Montag 9. November 2015: Erster Tag auf See Richtung Neuseeland

Seit heute Morgen um 10 Uhr sind wir unterwegs nach Neuseeland.

Der Beamte für Zoll und Immigration erschien überpünktlich bei uns am Boot und da wir die ausgefüllten Formulare schon in zweifacher Ausfertigung ausgedruckt hatten, dauerte die Ausklarierungsprozedur nicht allzu lange. Mit dem freundlichen Hinweis, dass wir die Gewässer Fijis nun innerhalb von 24 Stunden zu verlassen hätten oder wenn dies aus einem wichtigen Grund nicht möglich sein sollte, ihm eine Meldung zu geben, verabschiedete sich der Beamte von uns.

Die ersten 15 Seemeilen bis an die Durchfahrt durchs Riff waren schönes Segeln bei leichtem Wind ohne Welle. Mit dem Fernglas konnten wir die Schaumkronen ausserhalb des Riffs sehen. Der Wind frischte auf 6 Beaufort auf und kam anfänglich genau aus der Richtung, in die wir wollen. Mit etwas Abstand zum Land besserte sich die Situation geringfügig. Anstatt dem gewünschten  Kurs von 185° (magnetisch) können wir hoch am Wind zwischen 195 und 200° segeln und kommen mit 7-8 Knoten einigermassen flott gegen die bis zu zwei Meter hohen Wellen voran.  Bequemes Segel ist trotzdem etwas anderes. Vor allem für die Skipperin.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 18°30’S, 176°49’E. Bis Opua sind es noch 1009 Seemeilen direkter Weg. Möglicherweise wird der zu segelnde Weg länger, wenn der Wind weiterhin aus der „falschen“ Richtung kommt.

Sonntag 8. November 2015: Die Prognose ist günstig


Die Wetteraussichten auf unserer 1000 Seemeilen langen Strecke in den Süden nach Neuseeland sind günstig. In den nächsten 7 Tagen bestimmen Hochdruckgebiete das Wetter in diesem Seegebiet. Das heisst nicht, dass es nicht auch frischen bis starken Wind geben kann, aber er kommt aus Nordwesten und schiebt uns nach Süden. Dies im Gegensatz zu Tiefdruckgebieten, die Wind und Wellen aus Südwesten bringen, gegen die wir segeln müssten. 

Wir werden morgen früh nach dem Ausklarieren ablegen und hoffen nach 7 spätestens 8 Tagen in Opua zu sein. Das hängt vor allen von der Windstärke und Richtung in den ersten Tagen ab, wo wir hoch am Wind (also mit einem Winkel zwischen Fahrt- und Windrichtung von 45°) nach Südwesten segeln. Kommt der Wind schon 10 oder 15° mehr aus Süden müssten wir kreuzen und hätten eine wesentlich längere Strecke zu segeln. Also Daumen drücken, dass der Wind eher nach Osten dreht. Auch die Lage des Zentrums des Hochs ist entscheidend, da es dort nur schwache Winde gibt. Können wir daran vorbei segeln, verlieren wir keine Zeit. Falls doch, lassen wir den Motor laufen, um es zu kompensieren. 

Nach 6 Wochen in Fiji und einem halben Jahr in der Südsee verabschieden wir uns vorerst von diesem Segelrevier mit vielen schönen und bleibenden Eindrücken. Auch wenn wir uns nie gehetzt fühlten, gingen diese Monate schnell vorbei. Wir haben viel gesehen und erlebt, wobei wir uns die Sachen herausgepickt haben, die uns besonders spannend schienen und haben bewusst auf anderes, was sicher genauso interessant gewesen wäre, verzichtet. 

Mit einem vinaka vaka levu, einem grossen Dankeschön, sagen wir Fiji auf Wiedersehen. 

Samstag 7. November 2015: The difference between men and boys is the price of their toys


Heute lief dieser 42.5 Meter lange Trimaran in den Hafen ein. Von meinem, zugegebenermassen schlechten Standort, brauchte es schon die Panoramafunktion um das Schiff in ganzer Länge zu fotografieren. 


Ob der Eigner zu viele Agenten- und Sciencefiction-Filme angeschaut hat? Zumindest hat er einen ausgefallenen Geschmack. 

Die Reisegeschwindigkeit dieses Geschoss beträgt 17 Knoten wobei der Verbrauch bei voller Beladung 130 Liter Diesel pro Stunde beträgt. Nach 4.000 Seemeilen muss die Yacht wieder an eine Tankstelle beziehungsweise zu einem Tanklaster, um den 15.000 Liter grossen Tank zu füllen. Wer mehr über das Boot wissen will: http://www.shuttleworthdesign.com/adastra.php oder über den Eigner: http://www.superyachtfan.com/superyacht_owners_register_a_b.html.


Die Mannschaft, ich nehme an zumindest teilweise aus dem Land stammend, welches den seemännischen Drill kultiviert hat, hat sich nach dem Einlaufen, anders als bei Superyachten üblich, nicht sofort der Bootspflege sondern dem Bier zugewandt. Obwohl das Boot etwas Pflege (siehe Unterwasserschiff des Beiboots) nötig gehabt hätte. 


Freitag 6. November 2015: Hafen-Impressionen in der Südsee

Die letzten zwei Tage waren für einen Post nicht sonderlich spannend. Einkaufen, Boot putzen sowie Zoll und Wetter organisieren. 

Die Marina Denarau ist kein offizieller Port of Entry, in dem man ein- und ausklarieren kann. Der Zoll in Fiji bietet jedoch den Service gegen eine Gebühr hier auszuklarieren, damit man sich die 12 Seemeilen in die falsche Richtung nach Lautoka sparen kann, wenn man wie wir nach Süden will. 

Das Wetter kann man zwar nicht organisieren, aber das Wetterrouting anfragen, ob es auf dem Weg nach Neuseeland in den nächsten Tagen etwas besonderes zu beachten gilt, was der Laie aus den Wetter- und Windkarten nicht ersieht. Das Seegebiet um Neuseeland kann garstig sein, wenn Tiefdruckgebiete von Südwest nach Nordost über die Tasmanische See fegen. Auf unserem Weg nach Süden verlassen wir den Gürtel der Passatwinde und kommen in die Westwind-Zone und segeln bis auf 37° südliche Breite. Der Bereich zwischen 40° und 50° Grad Süd werden die Tosenden (oder Brüllenden) Vierziger genannt. Da ist eine gewisse Vorsicht und Planung angebracht. 

Für ein paar Bilder gab es dennoch Zeit .


Kein aufziehendes Gewitter, dass für den Kontrast zu den weissen Masten sorgt, sondern Wolken aus Asche. Vor der Zuckerrohrernte werden die Felder angezündet um das Unkraut abzubrennen und die Ernte zu erleichtern. Die feinen Ascheflocken werden mit dem Ostwind herangeweht und zerstören unsere Putzanstrengungen. 


Nicht der Amerikaner in Paris sondern der Amerikaner in der Südsee. Ein sinniger Name auf diesem amerikanischen Boot. 


Auf Superyachten ist alles mehrere Schuhnummern grösser. Wie dieser Wantenspanner auf der 144 Fuss Yacht Encore. Immerhin muss hier der Zug von bis zu 1900 Quadratmeter Segelfläche gehalten werden.


Die beiden Beiboote auf der Yacht Pursuit. Für jeden Zweck das richtige Dinghi. 


Nachts erfreuen wir uns an der Illumination der Yacht Legacy und hören dabei geflissentlich über das Rauschen des Generators hinweg.