Zuerst etwas aus der Abteilung Vorher/Nachher. Wir haben den morbiden Charme der Waitui Marina gegen die Eleganz der benachbarten Copra Shed Marina getauscht.
Damit haben wir von einer Bojen zu einem Fingerdock gewechselt und liegen nun strategisch günstig direkt vor der Marina-Bar.
Fiji, mit seinen
über 330 Inseln, weist eine doppelt so grosse Landfläche auf, als alle bisher
von uns in Polynesien besuchten Inseln zusammen. Die Hauptinsel, Viti Levu,
liegt im Westen, die zweitgrösste, Vanua Levu, im Norden. Beide Inseln machen 87% der Landfläche aus,
die von etwa einer Million Menschen bewohnt wird. Im Osten liegt die Lau-Gruppe
mit ihren 80 Inseln, die sich über eine Länge von 120 Meilen erstreckt. Im
Süden liegt die Insel Kadavu und ganz im Westen die Yasawa- und
Mamanuca-Gruppe. Die grossen Inseln Fijis sind vulkanischen Ursprungs, mit
Bergen über 1000 Meter Höhe. Ausgedehnte Riffe säumen die meisten Inseln. Neben
Vulkaninseln gibt es gehobene Koralleninseln, vornehmlich in der Lau-Gruppe und
eine Vielzahl flacher Inseln und Atolle.
Der 180.
Längengrad verläuft quer durch Fiji, weshalb die Datumsgrenze hier nach Osten
verschoben ist, damit alle Bewohner Fijis das gleiche Datum haben. Unsere
Positionsangaben haben nach einem Jahr bei den Längengraden wieder ein "O" anstatt ein "W", und die Zahlen werden von nun an kleiner.
Die Besiedlung Fijis
begann mindestens 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung durch Melanesier und
Polynesier. Fiji liegt daher sowohl im Polynesien Dreieck also auch im
Siedlungsgebiet der dunkelhäutigen Melanesier. Der Holländer Abel Tasman war im
Februar 1643 der erste Europäer, der auf Fiji landete. 1774 folgte James Cook; hundert Jahre später
wurde Fiji britische Kolonie. 1789 durchsegelte William Bligh, nach dem ihn die
Meuterer mit ein paar Getreuen ausgesetzt hatten, den Archipel und
kartographierte dabei 39 Inseln. Bezeichnungen wie Bounty Boat Passage oder
Bligh Waters erinnern daran. Seit dem 10. Oktober 1970 ist Fiji ein
selbständiger Staat. Das Hellblau der Landesflagge symbolisiert das Meer und
den Himmel, der Union Jack links oben die Zugehörigkeit zu den Commonwealth
Staaten und das Wappenschild im rechten Teil der Flagge zeigt die wichtigsten
Anbauprodukte, Banane, Kokosnuss und Zuckerrohr.
Zur Arbeit in den
Zuckerrohrplantagen brachten die britischen Kolonialherren Inder ins Land, die
Mitte des letzten Jahrhunderts die grösste Bevölkerungsgruppe stellten. Die daraus resultierenden Spannungen entluden sich in den Militärputschen von 1987,
2000 und 2006, bei denen die von einem indisch stämmigen Ministerpräsidenten geführten demokratisch gewählten Regierungen durch das von Fidschianern beherrschte Militär abgesetzt wurden.
Schon nach dem ersten Putsch haben viele Inder, die es sich leisten konnten,
das Land verlassen. Die Wirtschaft ist in Folge der politischen Unruhen der
letzten Jahrzehnte stark eingebrochen.
Da der indisch
stämmigen Bevölkerung lange Zeit der Landbesitz verwehrt war, beziehungsweise kein
Land an sie verkauft wurde, dominieren sie heute den Handel. Ob im Supermarkt,
Schuh- oder Kleidergeschäfte, in Läden für Elektronikprodukte, Hardware-Stores
und Kleingewerbe wie Nähereien, Frisöre oder Reparaturwerkstätten, fast alle
Mitarbeiter sind indischer Abstammung und bieten ein umfassendes Sortiment an. In
der kleinen Stadt Savusavu mit ihren 4000 Einwohnern bekamen wir zum Beispiel Leuchtdioden
um die Beleuchtung unseres Backbord-Kompasses zu reparieren oder Kugelhähne,
damit wir das bei Regen durch den Mast eingedrungene Wasser in einem schlecht
zugänglichen Teil unserer Bilge mit einer separaten Leitung durch die
Bilgenpumpe absaugen können.
Bei unserer Reise
zu den Frisören der Welt darf Fiji nicht fehlen.


















































