Montag/Dienstag 29./30.September: Hafentage

Es gibt Segler oder besser Bootsbesitzer, die einen Segeltag als verlorenen Hafentag bezeichnen. Wir gehören nicht dazu. Wobei sich von Zeit zu Zeit die Hafentage nicht vermeiden lassen. Waschen, putzen, einkaufen, ausruhen, kleinere Dinge am Boot erledigen und alles andere was man im „normalen“ Leben an administrativen Dingen erledigen muss. Ausserdem erwarten wir meinen Bruder Uwe, der uns die nächsten 3 Monate bis in die Karibik begleiten wird. 

Wenn Benalmadena keinen Hafen in der Nähe des Flughafens Malaga hätte und Malaga von uns hätte angelaufen werden können, wären wir nicht hier. Die Stadt ist wirklich so seelenlos, wie der Segelführer sie beschreibt. Aber bei Touristen von einer Insel in der Nordsee äusserst beliebt. Ich meine nicht Helgoland. Entsprechend werden marktschreierisch Bootsfahrten für Touristen mit „english crew and free drinks on board“ angepriesen.  Alle unsere Klischees über Menschen von dieser Insel werden hier aufs Beste bedient.




Am Morgen lässt die Guardia Civil die Motoren ihrer Powerboote zur Probe laufen, qualmt den Hafen zu und sorgt für eine Geräuschkulisse fürs Frühstück. Man ist geneigt bei ihren Motoren von Feuerkraft zu sprechen, hat doch jeder dieser 2-3 Aussenbordmotoren 250PS. Im Vergleich zu unserem 2.5PS Motor (einmal) für unser Dinghi eine andere Dimension. Gut, unser Auftrag ist eben nicht die Bewachung einer EU-Aussengrenze. Afrika ist nur 65sm entfernt. 



Bei unserem Stegnachbarn auf seinem 34ft Rennboot war Waschtag. Bei uns sieht es aber nicht besser aus. Der Trockner im Waschsalon im Hafen war eher ein Entfeuchter als ein Trockner. Luftgetrocknet ist sowieso besser. 




Sonntag 28.September 2014: Malaga will keine Freizeitkapitäne



Der Wetterbericht hatte Recht. Der Morgen empfing uns mit starkem Regen. Nichtsdestotrotz sind wir aufgebrochen, um dem Schwell im Hafen zu entfliehen. Wir mussten mit unserem Tiefgang in der Nähe der Hafeneinfahrt liegen. Die sich am Ufer brechenden Wellen spiegelten sich in den Hafen und sorgten für ein andauerndes Rucken von NOE. Das ging nicht nur uns auf die Nerven sondern belastet die Festmacherleinen über Gebühr.

Über Tag wurde es wie ankündigt schöner und 2 Stunden vor dem Hafen schlief der Wind dann ein. Unter Maschine ging es bis zum Hafen von Benalmadena.  Das spannendste am Tag war die Untiefe vor der Hafeneinfahrt. Sie ist jedoch gut bezeichnet und mit Echolot findet auch der nicht ortskundige sicher in den Hafen.  



An sich wollten wir nach Malaga. Laut Segelführer werden dort keine Freizeitkapitäne mehr angenommen und anstatt nach Benalmadena verwiesen. Da auf den Luftbildern des Hafens keine Jachtstege zu sehen waren, sind wir direkt die paar Meilen weiter gefahren.

Benalmadena ist keine Reise wert. Eine seelen- und geschichtslose Retortenstadt bestehend aus Bettenburgen. Der Hafen ist aber ok und bietet alles was der Segler braucht. 

Samstag 27.September 2014: Einer von 2 statistischen Regentagen


Heute war einer der beiden statistischen Regentagen im September in dieser Gegend. Da der Tag noch zusätzlich ein Flautentag war, sind wir im Hafen geblieben. 

Entsprechend bescheiden ist die Bildauswahl. Mehr als ein Bild unseres aktuellen Hafens aus der Vogelperspektive habe ich nicht zu bieten. Morgen ist dann der zweite Regentag mit Aussicht auf Besserung am Nachmittag. Hoffentlich ist uns die Wetterprognose wohlgesonnener als die Statistik. 

Freitag 26. November 2014: Nächtliche Abfahrt


Am Abend des Vortags nähern wir uns, nachdem das Wetter zwar besser aber der Wind schlechter wurde, unter Motor unserer Ankerbucht Puerto Genovés am Capo de Gata. Das ist das hintere Kap auf diesem Bild und stellt sozusagen die Südostecke Spaniens dar. 




Wegen der einzigartigen Vegetation dieses sehr trockenen Landstrichs hat der Naturpark Capo de Gata den Status eines Biosphärenreservats. 

Mit der Gebietsbezeichnung Puerto Genovés ist kein Hafen sondern eine Buch gemeint. Mit dem obligaten Genueser Turm. Der Untergrund besteht aus Sand, in dem Anker sehr gut hält. Die Bucht ist von Winden aus nördlicher, westlicher und südlicher Richtung geschützt. Nach Osten ist sie offen. 

Nachts um eins frischte der Wind aus östlicher Richtung auf. Hält der Anker in einer solchen Situation nicht, wird man wenn unweigerlich auf die Küste getrieben, die in unserem Fall nur 300m entfernt war. Segler bezeichnen dies mit dem Begriff Legerwall. Auch wenn auf den Anker Verlass ist, braucht es stärkere Nerven um in einer Legerwall-Situation ruhig zu schlafen. 

Um kein Risiko einzugehen und den starken Ostwind zu nutzen, entschieden wir in der Nacht den Anker zu lichten, die Segel zu setzen, das Capo de Gata zu runden und Richtung Westen die verbleibenden 115sm nach Malaga zu segeln. 

Wäre der Wind so geblieben, wären wir bis Nachmittag in Malaga angekommen. Leider war dem nicht so. Schon in der Nacht wurde er schwächer, frischte tagsüber wieder etwas auf als wir bei etwas diesigem Wetter entlang der Costa del Sol mit ihrem ausgedehnten Gemüseanbau segelten (ich entschuldige das Photo, selbst Photoshop konnte nichts mehr machen). 


Um die Mittagszeit und 40sm bis Malaga hatte der Wind sich vollständig verabschiedet. Aufgrund der nicht überzeugenden Ankermöglichkeiten sind wir die Marina del Este angelaufen. Ein herziger Hafen gebaut um eine Touristensiedlung, wobei die Hafenmole teilweise ein natürlicher Felsen ist. Wie in allen von uns bislang besuchten Spanischen Häfen ist auch hier das Personal äusserst freundlich und zuvorkommend.  

Donnerstag 25.September 2014: Hotel illegal


Beim Segeln an Spaniens Küsten gibt es viel zu sehen. Unser Segelführer zeigt fast das gleiche Bild. Nur auf dem weissen Hotelkomplex war mit schwarzen Lettern Hotel illegal geschrieben. 

Laut Artikeln in Internet wurde der Bau 2005 begonnen und seit 2006 gibt es gerichtliche Auseinandersetzungen ob der Bau im Naturpark Cabo de Gata rechtskonform ist. Offensichtlich liegt zwischen dem Bild aus dem Segelführer und jetzt ein Gerichtsentscheid zu Gunsten der Projektentwickler. 


Im gleichen Naturpark hat dieser Hausbesitzer seinen Draht zu der genehmigenden Behörde besser organisiert. Ich meine nicht das Türmchen in der rechten Bildhälfte. Dieses Gebäudes stammt aus der Zeit der Genuesischen Herrschaft im Mittelmeer. Entlang den Küsten des Mittelmeers finden sich viele dieser Türme, die jeweils in Sichtweite zum nächsten erbaut wurden. So konnten die Genueser über grosse Distanzen schnell Informationen übermitteln. Wissen ist Macht. 

Mittwoch 24.September 2014:Der Nullmeridian


Anders als die Überschreitung des Äquators, die beim ersten Mal auf See gebührend gefeiert wird, ist das Überfahren oder besser das Übersegeln des Nullmeridians keine Erwähnung wert. Ich tue es trotzdem und erfülle damit den Bildungsauftrag dieses Blog. 

Eine kleine Eselsbrücke für diejenigen, die wie ich Längen- und Breitengrade verwechseln (mittlerweile beherrsche ich es, was für den glücklichen weiteren Verlauf der Reise von Vorteil ist). Anstatt Breitengrad sagt man auch Breitenparallel, da die Breitengrade parallel zum Äquator die Erdkugel schneiden. Die Längengrade kommen hingegen alle bei den Polen zusammen. Mein Vater hat mir das mit dem Vergleich beim Schälen einer Orange erklärt. 

Der Äquator ist also der Breitengrad mit dem grössten Durchmesser, alle anderen haben einen geringeren und der 90. Grad südlicher oder nördlicher Breite hat keinen Durchmesser. Die Längengrade oder Meridiane sind alle gleich lang (noch eine Eselsbrücke). 

Da alle Längengrade gleich sind, braucht es eine Definition, welcher der Nullmeridian ist. Von diesem ausgehend gibt es 180 Längengrade in westlicher und 180 Längengrade in östlicher Richtung. Man hätte auch ein System mit 360 Längengraden aufbauen können. Auf der internationalen Nullmeridian-Konferenz 1884 in Washington wurde der durch die Sternwarte Greenwich gehende Längengrad als Nullmeridian festgelegt. Zur Auswahl stand neben weiteren Vorschlägen auch der Längengrad, der durch die Sternwarte von Paris verläuft und für das französische System gebräuchlich war. Wohl haben sich die Engländer durchgesetzt, da ihre Seekarten schon damals die grösste Verbreitung hatten. 

Auch wir benutzen für unsere Reise die sogenannten BA Karten, was für das Hydrologische Büro der Britischen Admiralität steht, dessen Logo diese Karten ziert. 




Jedes Grad auf einem Längen- oder Breitengrad ist in 60 Minuten aufgeteilt. Entlang eines Längengrads oder auf dem Äquator entspricht die Länge einer Minute genau einer nautischen Meile. D.h. die Entfernung von Äquator zum Nord- oder Südpol ist 90 Grad x 60 Minuten x 1.852km (das ist Länge einer Seemeile in km), also 10´000.8km. Der Erdumfang ist das vierfache, also ca. 
40´000km.   

Dass die Minute auf einem Längengrad gerade einer Seemeile entspricht hat eine angenehme praktische Konsequenz. Will man auf einer Seekarte eine Entfernung bestimmen, stellt man den Stechzirkel auf die beiden Punkte ein, geht an den linken oder rechten Rand der Karte und liest die Entfernung an der Minuteneinteilung ab. Damit es genau ist, muss man auf der geographischen Breite ablesen, auf der sich die Punkte befinden.  

Dies haben wir dem flämischen Gelehrten Mercator (er hiess Gerard de Kremer, hat aber seinen Namen lateinisiert) zu verdanken, der Ende des 16. Jahrhunderts die nach ihm benannte Mercator-Projektion entwickelte. Auf diesem System basieren alle rechtwinkligen Landkarten. Aber dazu in einem anderen Post mehr. 

Unsere aktuelle Position ist 36°43.6' Nord und 3°43,5' West. Wir befinden uns also auf der nördlichen Hälfte der Erde sowie etwas westlich von Greenwich und es regnet in Strömen. 




Dienstag 23.September 2014: Tretboot

Nicht dass wir zu den passionierten Pedalofahrern gewechselt hätten. Als ich unsere Mountainbikes an der Reling stehen sah, ist mir dieses Wort als Titel für den heutigen Post in den Sinn gekommen. 



Beim Erkunden der Gegend um Cartegena  pflückten wir wild wachsende Granatäpfel und erfreuten uns an den Panoramen. 



Der örtliche Paddelclub hat auch eine Abteilung Polynesier. Sozusagen für uns ein Vorgeschmack auf die touristischen Darbietungen in der Südsee.



Montag 22.September 2014: Cartagena zum Ersten

Zwei Städte gleichen Namens liegen auf unserer Reiseroute. Cartagena an der Costa Blanca und das nach ihr benannte Cartagena in Kolumbien, die erste spanische Stadt auf südamerikanischem Boden. 

Die knapp 70sm von Alicante nach Cartagena brachten uns das gesamte Wetterprogramm. Bedeckter Himmel und Flaute, eine einstündige Regenfront mit zumindest schönen Wind und zum Schluss Sonnenschein mit etwas Wind, wobei sich der Himmel kurz vor der Hafeneinfahrt wieder garstig verdunkelte. 

Die letzten Seemeilen von Capo de Palos bis nach Cartagena entlang einer unverbauten Küste waren eine Wohltat im Vergleich zur gesamten spanischen Küsten seit Port de Roses, wo fast jeder Flecken mit Ferienhäusern oder Bettenburgen vollgestellt ist. 


Ein Empfang mit allen militärischen Ehren wurde uns in Cartagena zu teil. Die Skipperin ist sichtlich erstaunt, dass kurz vor der Hafeneinfahrt ein U-Boot der spanischen Marine auftaucht. Auftauchen ist hier wörtlich zu verstehen. 



Während das U-Boot in den Sonnenuntergang davon fuhr, eskortierte uns das Versorgungsschiff P42 in den Hafen. Wir bedanken uns bei der spanischen Marine für diesen grandiosen Empfang. Wir wären auch mit einem Schiff zufrieden gewesen. 




Cartagena ist die grösste Basis der spanischen Marine am Mittelmeer. Dieser natürliche Hafen zog schon die Phönizier an, auf deren Gründung die Stadt zurückgeht. Hanibal ist von hier zum 2. Punischen Krieg Richtung Italien aufgebrochen. Bedeutsam in damaliger Zeit waren die Silberbergwerke in den Hügeln um die Stadt, die über mehrere hundert Jahre die wichtigsten des Römischen Reiches waren. 

Die Verknüpfung der Geschichte Cartagenas mit Karthago  und Rom wird jedes Jahr mit einem einwöchigen Festival gefeiert, das gerade in dieser Woche stattfindet. Entsprechend gekleidete Menschen bereichern das abendliche Stadtbild. 




Abgesehen von diesen nicht alltäglichen Erlebnissen mit der Spanischen Marine und der Geschichte Cartagenas, gibt es noch vieles anderes zu sehen. 



Morgen werden wir noch das römische Amphitheater besuchen. 


Sonntag 21.September 2014: Die Katzen des Peñón de Ifach

Diesen Post widme ich meiner ehemaligen Assistentin Agnes und allen anderen Katzenliebhabern. 

Der Aufstieg zum Peñón de Ifach wurde in einer grossen deutschen Zeitung als schwierig und stellenweise nur auf allen vieren zu meisternd beschrieben. So schwierig war es dann nicht und die 328 Höhenmeter liessen sich in einer Stunde bewältigen. Leider war der Himmel am Morgen bedeckt, was die Fernsicht einschränkte. 

Der Gipfel wird von Katzen bevölkert, die von den Almosen der Touristen leben. Ich frage mich, was die Katzen ausserhalb der Saison machen? Steigen sie ins Tal ab oder ernähren sie sich von Salamandern und Eidechsen, die es ebenfalls auf diesem Gipfel gibt.  





Samstag 20.September 2014: Cabo de San Antonio, Cabo de la Noa, Punta de Ifach

So heissen die drei Landmarken auf den 20sm von Denia nach Calpe entlang der Costa Blanca. Sie ragen als steile Klippen aus dem Meer auf, die letzte mit mehr als 300m. Fotogen sind sie alle.

Am windstillen Morgen trainiert die Damenmannschaft des örtlichen Ruderclubs im Hafenbecken. Sie scheint noch am Anfang ihrer sportlichen Karriere zu stehen. Oder Samstagmorgen acht Uhr ist nicht ihre Zeit.






Das ist nicht der Felsen von Gibraltar sondern die Punta Ifach. 328m ist sie hoch und von 3 Seiten von Wasser umgeben. Der Berg scheint kein Wanderberg zu sein. 1918 wurde ein 50m langer Tunnel gebaut, so dass das Gipfelerlebnis auch ohne Kletterausrüstung möglich ist. Mehr davon im morgigen Post. 

Freitag 19.September 2014: Gauguin in Denia

Die 50sm von Valencia nach Denia sind schnell erzählt. Die ersten zwei Stunden Segeln und  Motoren in der Flaute, 2 Stunden schönes Segeln bei 2-3Bft und die letzten 3 Stunden 5-6Bft von vorne mit kurzen, steilen Wellen. 


Zum ersten Mal auf unserer Reise hatten wir Besuch von einer Delphinschule. Sprünge haben sie uns nicht gezeigt und lange hat ihr Interesse an uns auch nicht angehalten. 





Im Hafen von Denia steht eine Bronzestatue einer polynesischen Frau als Erinnerung an Paul Gauguin. Warum gerade hier, weiss ich nicht. Paul Gauguin lebte teilweise in Französisch Polynesien. Die letzten eineinhalb Jahres seines Lebens auf der Marquesas Insel Hiva Oa im Hauptort Atuona. Das ist auch ein Ziel unserer Reise. 





Donnerstag 18.September 2014: Impressionen aus Valencia

Ein Tag im Hafen ist nicht zwingend ein Ruhe- oder Sightseeing-Tag. Und Valencia, als drittgrösste spanische Stadt, hat sicher viel zu bieten. Mit durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr auch klimatisch eine gute Destination.

Drei Aufgaben standen heute auf dem Programm. Die Reparatur oder Ersatz der Teva-Sandalen der Skipperin, Boot putzen und Füllen der Propangasflaschen. Die Reihenfolge der Arbeiten ist offensichtlich. 


Trotz Aufsuchen einiger Schuhläden und Bergsportgeschäften waren die gewünschten Sandalen nicht zu finden. Als Ersatz gab es ein paar MBT-Sandalen, damit wir auch das einmal ausprobiert haben. Und ein Schuhmacher konnte ambulant das Problem der sich ablösenden Sohlen beheben. Also neue Schuhe und die alten repariert. Damit war der Tag schon vor dem Putzen des Bootes erfolgreich. 

Auf der Heimfahrt vom Schuhmacher auf den Fahrradwegen durch die Stadt gab es doch noch das eine oder andere interessante Gebäude zu sehen. Sowieso ist das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel in Valencia. 


Der aus Valencia gebürtige Architekt, Bauingenieur und Künstler Santiago Calatrava hat sich mit einigen Brücken und Gebäuden in seiner Heimatstadt verewigt.  




Die letzte Aufgabe des Tages war das Füllen unserer Propangasflaschen. In Italien mussten wir erfahren, dass Gasflaschen nicht an GPL-Tankstellen befüllt werden dürfen. Dies wohl, weil Brennstoffe in diesem Fall höher besteuert werden als Treibstoffe und der Tankwart sich beim Befüllen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung strafbar macht. Das Ausmass dürfte beim Befüllen unserer 2 Flaschen etwas geringer ausfallen als die Geschäftstätigkeit mancher Bank mit Kunden im Ausland, aber da war partout nichts zu machen.  

Langer Rede kurzer Sinn. In Spanien hat das Füllen geklappt und wir haben wir die nächsten Wochen genügend Gas zum Kochen an Bord. Für den weiteren Verlauf der Reise wird uns das Thema Gasversorgung wohl das eine oder andere Mal beschäftigen.   

Mittwoch 17.September 2014: Aukland, Valencia

Zwei Orte, die für die Segelnation Schweiz etwas besonderes darstellen. Im Hauraki Golf vor Aukland konnte 2003 zum ersten mal in der Geschichte der ältesten Segeltrophäe der Welt mit Alinghi ein Boot eines Binnenlands den Americas Cup gewinnen. 3 Jahre später gelang die Verteidigung des Cups in Valencia. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen um die Auslegung der Regeln und Wechsel von Personen von einem Syndikat zum anderen, ging der Cup 2010 wieder in Valencia in einer best of three Serie schon nach 2 Regatten an das Syndikat Oracle. 

Von diesem Ereignis zeugen die Kanaldeckel in der Marina Real Juan Carlos I., die speziell für diesen Anlass gebaut worden ist und jetzt als Jachthafen genutzt wird. 



In Valencia sind wird gestern eingelaufen, in Aukland werden wir vielleicht in einem Jahr sein. 

Die direkte Strecke von Barcelona nach Valencia beträgt 160sm. Nach GPS-Log war unsere gesegelte Distanz nur 20sm mehr; der Wind hatte es also gut mit uns gemeint. 28 Stunden nach dem Auslaufen in Barcelona sind wir in der Marina Juan Carlos I eingelaufen. 

Auf unserem Kurs lag im Ebro-Delta die Ölplattform Casablanca. Als wir ihr uns nachts näherten, kam ein Schlepper und hat seinen Suchscheinwerfer auf uns gerichtet. Möglicherweise hielt er uns für segelnde Greenpeace Aktivisten bei einer nächtlichen Protestaktion. Wir haben abgedreht und der Schlepper hat die Verfolgung beendet. 

Die letzten Seemeilen nach Valencia bescherten uns herrlichen Südwind, der bis auf 6Bft auffrischte. Segeln vom Feinsten. 



Anders als die Kanaldeckel sind die Sandburgen an der Strandpromenade von Valencia nicht für die Ewigkeit gemacht. Eine Woche hat der Erbauer gearbeitet, wie er uns erzählte. Der nächste Regen wird sein Kunstwerk wohl zerstören.




Dienstag 16. September 2014: Für Freunde besonderen Designs


Das ist Venus in der Marina Port Vell in Barcelona. Diese Yacht hat sich Steve Jobs vom Designer Philippe Starck entwerfen lassen, der auch den iPad und das iPhone designed hat. Leider konnte Steve Jobs dieses Meisterwerk nie benutzen, da er ein Jahr vor Auslieferung verstarb. 


Einen offensichtlich anderen Geschmack als Steve Jobs, zumindest bei der Farbwahl, hat unser Nachbar. Ob er damit ins Schwarze getroffen hat?

Montag 15.September 2014: Felsen mit Baukran


Soll man sich freuen oder ärgern über diesen schönen Felsen mit Baukran an der Costa Brava? Alles eine Sache des Standpunktes. Der arbeitslose spanische Bauarbeiter freut sich, der nordeuropäischen Naturliebhaber findet es schade. Vom diesem Felsen ist der Blick auf des unverbaubare Meer sicher aussergewöhnlich. Vom einem Boot ist der Blick auf die verbaute Küste eben der andere Standpunkt. 

Und noch ein paar Impressionen vom Segeln entlang der Costa Brava.





Barcelona in der Abenddämmerung