Sonntag 28. Februar 2016: Cooks Begeisterung für den Queen Charlotte Sound

Obwohl an der schmalsten nur 22 Kilometer breit, beträgt die Reise über die Cook-Strasse von Wellington nach Picton auf der Südinseln Neuseelands 90 Kilometer. Die Meerenge liegt auf dem südlichen 41. Breitengrad und somit in den Roaring Fourties. Sie gilt als eine der stürmischsten Seestrassen der Welt. Wir erlebten sie bei der dreistündigen Fahrt mit der Fähre bei nahezu Windstille und glattem Wasser. 

James Cook war der erste Europäer, der sie durchfuhr. Vor ihm überquerten die Maori die Strasse mit ihren weniger seetauglichen Kanus. Sie schauten dabei nur nach vorne und niemals nach links, rechts oder nach hinten. Das, so ihr Glaube, hätte zu einem Stillstand des Kanus geführt. Zum Glück dürfen wir in alle Richtung schauen, ohne dass dies Fahrt unserer Fähre beeinträchtigt hätte. 


Wir verlassen die Bucht von Wellington, deren Einfahrt von Felsen gespickt manchem Schiff zum Verhängnis wurde. 


Bei schönstem Wetter fahren wir in den Queen Charlotte Sound ein, der, gesäumt von vielen Buchten und Seitenarmen, schon James Cook begeisterte. Insgesamt verbrachte Cook auf seinen drei Reisen in die Südsee 6 Monaten in diesen Gewässern. 1770 vermerkte er in seinem Logbuch, dass das Land aus höhen Hügeln und tiefen Tälern besteht, gut bestanden mit einer Vielzahl an ausgezeichneten Bäumen. Die See ist voll von verschiedenartigen Fischen, die in so grosser Zahl vorhanden sind, dass sie jeden Tag für alle an Bord genügend fingen, ohne die Bucht, in der sie lagen, verlassen zu müssen.      


Wir schliessen uns der Begeisterung James Cooks an und geniessen die Szenerie nach dem Anlegen in Picton auf einer Velotour entlang des Queen Charlotte Drives. 






Freitag 26. Februar 2016: Im Schatten des Mt. Taranaki



Als James Cook bei seiner Umrundung Neuseelands diesen 2518 Meter hohen, gleichmässig nach allen Seiten abfallenden Vulkan sah, nannte er ihn Mt. Egmont, zu Ehren des Earl of Egmont. Später wurde der bei den Maori gebräuchliche Name Taranaki wieder eingeführt. 

Der Taranaki ist der westlichste Vulkan Neuseelands. Von ihm zieht sich die Kette weiter zum Ruapehu mit seinen beiden Nachbarn bis hin zur Insel White Island, die 50km vor der Küste der Bay of Plenty im Pazifischen Ozean liegt und eine beachtliche thermische Aktivität zeigt. Alle Vulkane befinden sich auf der Bruchzone zwischen der Australischen und Pazifischen Platte. 

Die kürzeste Strecke den Taranaki zu umrunden beträgt 125 Kilometer. Wir beschränkten uns auf die wenig befahren Strassen auf seiner Süd- und Westseite und liessen den Rest der Runde auf den viel befahrenen Hauptstrassen aus. 

Das wesentliche Foto-Motiv des Tages war der Vulkan, wobei eine grosse Anzahl an Vordergrund-Motiven zur Verfügung steht. Zum Beispiel flüchtende Schafe,


grasende Kühe,


vereinzelte Baumgruppen,


einmündende Querstrassen 


oder eine vorbeihuschende Velofahrerin. 




Donnerstag 25. Februar 2016: Hors catégorie!


Laut unserem Velo-Führer ist die 17 Kilometer lange und etwas mehr als 1000 Höhenmeter ansteigende Strasse auf der Südseite des Mt. Ruapehu die einzige Bergstrasse Neuseelands, die in der Kategorisierung der Berge in der Tour de France mit den schwierigsten Anstiegen verglichen werden kann. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Die 1000 Höhenmeter verteilen sich recht ungleichmässig auf die 17 Kilometer Anstieg. Flachere Passagen lösen sich mit, wie der Führer es nennt, "brutal sections" ab, die bis zu 16% Steigung aufweisen. 


Noch einen Kilometer und 100 Höhenmeter bis zum Ziel auf 1600 Metern. Am Ziel gibt es immer Sommer ein geschlossenes Restaurant und die ebenfalls geschlossene Talstation eines Sessellifts. Dafür ist die Strecke nahezu autofrei.  


Die genussvolle Abfahrt zum Ausgangspunkt Ohakune. 






Mittwoch 24.Februar 2016: Auf dem heiligen Berg der Maori


1887 schenkte der Maori-Häuptling Ngati Tuwhareto im Namen seines Stammes alles Land um die Gipfel der drei Vulkanberge Tongariro (1968 m), Ngauruhoe (2291 m) und Ruapehu (2797 m) der britischen Krone, mit der Auflage eine Schutzzone zu bilden. Die Berge sind den Maori heilig, da sie eine wichtige Rolle in ihrer Mythologie spielen und in ihrem Glauben der Geist ihrer Vorfahren dort anzutreffen ist. Das Besteigen der Berge war strengstens verboten und wurde bei Zuwiderhandlung mit dem Tod geahndet. Durch die Landschenkung sollte verhindert werden, dass das Land parzelliert und verkauft wird.

Aus der Schenkung entstand der erste Nationalparks Neuseelands und der vierte weltweit. Auch wenn der Park heute kommerziell genutzt wird, gibt es viele Einschränkungen aus der Schenkungsurkunde. So dürfen am oben abgebildeten Mt. Ruapehu Skilifte nur bis zu einer Höhe von 2300 Meter gebaut werden. Alles oberhalb ist heilig, ausser es dient der Sicherheit. Da die Berge Vulkane sind, werden an verschiedenen Stellen seismische Aktivität gemessen, um vor Ausbrüchen zu waren. 

Heute dürfen die Berge bestiegen werden. Wir waren auf dem Mt. Ruapehu, wobei der Aufstieg durch einen Lift bis auf 2000 Meter deutlich erleichtert wird. 



Blick über den Rand des Kraters zum Nachbarn Mt. Ngauruhoe und in den milchigen Kratersee des Mt. Ruapehu.



Die Temperatur des Kratersees schwankt zwischen 20 und 70 °C, der ph-Wert liegt bei 1 und die Farbe ändert sich mit der vulkanischen Aktivität am Grund des bis zu 120 Meter tiefen Sees. Der instabile Rand des Sees führte an Weihnachten 1953 zum grössten Zugunglück Neuseelands mit 151 Toten. Der See entleerte sich und brachte eine Eisenbahnbrücke zum Einsturz. Der kurze Zeit später herannahende Zug konnte nicht mehr bremsen und einige Wagen stürzten in den Fluss.  

9 Jahre liegt die letzte Eruption zurück, wobei es einen Schwerverletzten durch herumfliegende Gesteinsbrocken gab. Die letzten drei grossen Ausbrüche erfolgten regelmässig nach 50 Jahren: 1895, 1945 und 1995/96.  

Sonntag 21. Februar 2016: Wo die Erde dampft


Neuseeland liegt an der Trennlinie zwischen der pazifischen und australischen Erdplatte. Die vielen schweren Erdbeben sind eine Folge davon. Ebenso die aktiven Vulkane und die Möglichkeit Erdwärme mit geringem Aufwand zu nutzen. 




Im Wairakei Thermal Valley wird seit 1958 aus Erdwärme Strom erzeugt. Es war das erste Kraftwerk seiner Art, mit einer elektrischen Leistung von 180MW. Neuseeland produziert 16% seines Stromes aus Geothermie, 57% aus Wasserkraft. 20% stammen aus der Verbrennung von Kohle und Gas. Der stetige Wind steuert die verbleibenden 5% bei. Die installierte Leistung aller Geothermie-Kraftwerke Neuseelands beträgt knapp 1000 MW (für Nicht-Stromer, um den durchschnittlichen Stromverbrauch der Schweiz zu decken braucht es etwa 7000 MW Leistung).  


Idyllisch in einer hügeligen Waldlandschaft liegt das Feld mit den 600 bis 2000 Meter tiefen Bohrlöchern aus denen der Dampf gewonnen und das kondensierte Wasser reinjiziert wird. 60 Bohrungen sind aktiv und versorgen das Kraftwerk mit 230 bis 260° C heissen Dampf. 

Bohrt man bei uns 5000 Meter tief, erreicht man Schichten mit einer Temperatur von 150°C. Die Bohrkosten steigen nicht linear mit der Tiefe sondern exponentiell und des öfteren musste man feststellen, dass die Menge des an die Oberfläche gedrücktem heissen Wasser nicht den Erwartungen entsprach.   




Von dort aus verlaufen die 2 Kilometer langen Dampfleitungen ins Kraftwerk am Waikato River, dessen Wasser zur Kühlung dient. Ein Teil des kondensierten Dampfs wird in den Fluss abgelassen, was dazu führte, dass der Arsen-Gehalt so stark angestiegen ist, dass das Wasser ohne Aufarbeitung nicht mehr getrunken werden sollte. Die nur maximal 600 Meter tiefen Bohrungen haben dazu geführt, dass die geothermische Aktivität an der Oberfläche deutlich abgenommen hat. Dort wo bis in die sechziger Jahre Geysire zu beobachten waren, säuseln heute nur noch ein paar Dampfschwaden aus dem Boden. 


Am Schluss noch etwas zum Schmunzeln. Entweder werden die Velos grösser oder die Fahrerinnen kleiner. 









Freitag 19. Februar 2016: Zwei Schritte voraus, einen Schritt zurück


Ganz geradlinig verlaufen unsere Wartungsarbeiten und Verbesserungen leider nicht. Seit Mittwoch sind wir wieder im Wasser, nachdem der Mast provisorisch gestellt wurde und alle Arbeiten am Motor und am Antrieb erledigt waren. Der Rumpf ist nach der Politur wieder strahlend weiss. Weiterhin haben wir das Kabel für den Radar getauscht, was nur bei gelegtem Mast möglich ist. Wir nehmen an, dass das einmal geflickte Kabel die Ursache war, dass der Radar nur bei laufenden Generator, also bei maximaler Batteriespannung funktionierte.     

Heute brachte der Segelmacher das Grosssegel und hat es mit uns montiert. Das Vorsegel haben wir nach Italien zum Segelmacher zur Reparatur geschickt. Gleichzeitig haben wir lokal ein neues bestellt, damit wir im April segeln können. Neben der Rundreise durch Neuseeland wollen wir auch, wenn das Wetter mitspielt, ein paar Inseln im Hauraki-Golf ansteuern.  

Um die Arbeiten am Mast abzuschliessen, fehlt noch der Vorstag. Ein paar Ersatzteile waren in Neuseeland nicht vorrätig, weshalb sie in USA bestellt werden mussten. Am Dienstag soll es dann soweit sein. 

Bei unserer Verbesserung am Wassermacher stellten wir fest, dass die neue Pumpe zu stark und daher nicht mit den Verbrauchern von Salzwasser, also Toiletten-Spülung und Wassermacher kompatibel ist. Also wieder zurück auf Feld 1. Nächste Woche startet der Lieferant einen neuen Versuch mit 2 separaten Pumpen. 

Da es uns für die weiteren Arbeiten nicht braucht, starten wir morgen unsere Rundreise durch Neuseeland. Zuerst geht es zu den Vulkanen der Nordinsel und danach auf die Südinsel mit ihren Naturschönheiten. Falls wir das eine oder andere schöne Foto schiessen, gibt es auch von diesem Teil der Reise abseits der Abenteuer unter Segeln ein paar Post.    

Dienstag 16. Februar 2016: Unser unheimlicher Verschleiss an Turboladern


Dies ist, als Vorwarnung, ein sehr technischer Post. Unser Volvo-Motor hat eine stolze Leistung von 75 PS, wobei das Basismodell dieses Aggregats 55 PS erbringt. Die zusätzliche Leistung kommt aus dem Turbolader. So weit so gut. 

Was der Turbolader überhaupt nicht mag, ist der typische Betriebszustand eines Dieselmotors auf einem Segelboot. Die Geschwindigkeit eines Segelboots, die sogenannte Rumpfgeschwindigkeit (solange es sich um einen Verdränger und nicht um einen Gleiter handelt), berechnet sich aus dem 2.43 fachen der Wurzel der Länge der Wasserlinie. Das heisst, je länger ein Boot, desto schneller kann es segeln oder unter Maschine fahren. Bei gegebener Länge hilft auch ein noch so grosses Segel oder Maschine nicht, diese Geschwindigkeitsgrenze zu überschreiten. 

Wird ein Dieselmotor mit halber Drehzahl betrieben, sinkt der Verbrauch deutlich und bei angemessener Motorisierung erreicht man 70% der Rumpfgeschwindigkeit. Bei der Fahrt unter Motor durch eine Flaute ist das ein typisches Regime. 


So sieht der defekte Turbolader nach nur 400 Betriebsstunden aus. Da wir nach 700 Stunden den ersten Lader wechseln mussten, hatten wir nach Empfehlung eines Volvo-Händlers von Zeit zu Zeit unserem Motor mit 2200 Touren laufen lassen. Offensichtlich ist das nicht genug. Hier in Neuseeland wurde uns nun empfohlen, den Motor alle 5 Stunden mindestens 10 Minuten mit der maximalen Drehzahl von 3000 Touren zu betreiben. 

Wir werden es beherzigen und hoffen unsere schlechte Bilanz mit Turboladern zu verbessern. Jedem der sich für einen Dieselmotor für sein Schiff entscheidet und einen Turbomotor in Betracht zieht, empfehlen wir es sich zweimal zu überlegen. Ausser er will der Serviceabteilung seines Motorenherstellers zu einen konstanten Einkommen verhelfen.   

Freitag 12. Februar 2016: Boot ohne Name


Unser Boot ist derzeit namenlos. Die Sonneneinstrahlung des letzten Jahres hat auch hier ihre Spuren hinterlassen und die Farbe des Namenszugs ausgebleicht. Bevor die neuen Buchstaben aufgeklebt werden, wird der Spiegel (für Nichtsegler, das ist der hintere Teil des Rumpfes) poliert. Der Rest des Rumpfes erstrahlt schon wieder in neuem Glanz. 

Wir befinden uns im Endspurt der Wartungsarbeiten. Heute wurde die neue Salzwasser-Pumpe montiert, die anders als die alte für Dauerbetrieb ausgelegt ist. Ein Kühlkörper um das Pumpengehäuse und ein Lüfter sollen einen längeren Betrieb der Entsalzungsanlage ermöglichen. 


Auch der Propeller wurde gewartet und ist parat für die nächste lange Etappe bis nach Kapstadt. 



Wenn das Wetter mitspielt und der Wind nicht zu stark bläst, soll am Montag der Mast mit den neuen Wante gestellt werden. Für Dienstag wurde der Abschluss der Wartungsarbeiten am Motor versprochen. Der neue Turbolader soll am Montag geliefert werden. Der alte war leider nicht mehr zu gebrauchen, da wir unseren Motor nie bei voller Drehzahl von 3000 Umdrehungen laufen liessen. Dies ist aber von Zeit zu Zeit notwendig, um die Kohlenstoff-Rückstände im Turbolader zu verbrennen. Eine relativ teure Erfahrung. Und für Mittwoch Nachmittag haben wir unseren Termin fürs Einwassern, wenn die Tide hoch genug ist, damit wir in der Kranbox nicht aufsetzten.  

Montag 8. Februar 2016: 29'000 Kilometer jedes Jahr

Das ist die Distanz, die die Pfuhlschnepfe jedes Jahr zurücklegt. Von Alaska nach Neuseeland und wieder zurück. Wobei neben der Distanz auch die Non-Stop-Flüge von über 10'000 Kilometer absoluten Rekord darstellen. 



Den Feiertag in Neuseeland nutzen wir für eine Radtour entlang der Seabird Coast südlich von Auckland, da die Arbeiten an unserem Boot erst wieder am Dienstag fortgesetzt werden. 

Neben den Austernfischern mit den langen roten Schnäbeln verbringen die Pfuhlschnepfen den Sommer an diesem Küstenabschnitt und fressen sich die Reserven an, die sie für ihren langen Flug brauchen. Schwimmen können die Vögel nicht, weshalb sie auf der Strecke zwischen Neuseeland und China oder Japan 7 bis 8 Tage in der Luft sind und Tag und Nacht fliegen. Von dort geht es weiter nach Alaska zum Brüten und via Hawai zurück nach Neuseeland. Wobei sie genau dort landen, wo sie vor einem halben Jahr abgeflogen sind.  


Aus der Nähe haben wir nur das ausgestopfte Exemplar im Informationszentrum bestauen können. Die lebenden Kollegen waren wegen der Ebbe weit draussen im Watt.   

Freitag 5. Februar 2016: Zwei Segelzeitschriften berichten über uns



Vor ein paar Monaten wurden wir von der Redaktion der Schweizer Segelzeitschrift Wave (wave-mag.ch) angefragt, ob sie über unsere Reise berichten dürfen, die sie via unseren Blog verfolgen. In der Ausgabe Januar/Februar 2016 lassen sie die ersten 4 Monate vom Start in Genua bis zur Ankunft in der Karibik anhand einiger Textpassagen und Bilder unseres Blogs Revue passieren. Mit diesem Link geht es zur online-Ausgabe: http://www.emagcloud.com/wave/WAVE015/index.html#/10/. Im nächsten Heft geht es durch den Panama-Kanal in die Südsee.

Auf Niue kamen wir mit dem neuseeländischen Ehepaar Richard und Claire ins Gespräch, die, ebenfalls Segler, auf Niue eine Woche Urlaub machten. Wir sind seit her mit ihnen in Kontakt und sie waren für uns eine grosse Hilfe bei der Auswahl des Hafens in Neuseeland und für die vielen kleinen Dinge, die es braucht um sich schnell in einem fremden Land zurecht zu finden. Fasziniert waren sie von den Wal-Bildern aus Tonga, die ihrer Meinung nach einer grösseren Leserschaft zugänglich sein sollten als nur den Lesern unseres Blogs. Richard amtet als Regatta-Referee von World Sailing (für Nichtsegler, das ist der Weltsegelverband) und hat einen guten Kontakt zu Boating New Zealand, der grössten Segelzeitschrift Neuseelands. In der Februar Ausgabe gibt es unter der Rubrik on watch eine Doppelseite mit unseren Bildern (http://www.boatingnzdigital.co.nz/#)


Wir freuen uns über der grosse Interesse an unserer Reise. 

Dienstag 2. Februar 2016: Grosser Mast-Service


Der Hersteller unseres Riggs hat drei Fertigungsstandorte auf der Welt. Einen in USA, einen in den Niederlande und einen in Neuseeland. Der Neuseeländische liegt nur 20 Kilometer entfernt, quasi um die Ecke von unserem Liegeplatz.

Auf diesen etwa 10mm grossen Köpfen an den oberen und unteren Enden der Stagen und Wanten (für Nichtsegler, das sind die Abstützungen des Mastes zur Seite sowie nach vorne und hinten) liegt der gesamte Druck des Riggs. Alle 5 Jahre sollten sie erneuert werden. Dabei wird der alte Kopf abgesägt und das Ende in einer speziellen Presse zu einem neuen Kopf geformt.  


Dazu werden alle Wanten und Stagen vom Mast entfernt und beim Hersteller bearbeitet. Eine aufwendige Prozedur, aber allemal sicher als das Risiko irgendwo auf dem Meer seinen Mast zu verlieren. 


Hall Spars in Neuseeland revidiert nicht nur Masten aus Carbon-Fasern sondern baut sie auch. Dazu werden um eine Form Matten aus in Harz getränkte Carbonfasern gelegt und in einem Ofen unter Druck ausgehärtet. Der Ofen hat eine Länge von 50 Metern. 


Solange unser Rigg in Revision ist, stehen wir noch an Land, wie diese 3 Rennmaschinen der Klasse TP 52 neben uns. Sie werden jedoch nur für Regatten ins Wasser gelassen. 



Montag 1. Februar 2016: Auckland feiert Geburtstag


Der "Auckland Anniversary Day" geht zurück auf die Landung von William Hobson, dem späteren ersten Gouverneur Neuseelands, am 29. Januar 1840 in der Bay of Islands. 1842 wurde das Jubiläum zum ersten mal gefeiert, auch wenn es der 30. Januar war, an dem Hobson Neuseeland als Teil des britischen Königreichs proklamierte. In neuerer Zeit fällt der Feiertag, der im gesamten Norden der Nordinsel begangen wird, jeweils auf den Montag, der dem 29. Januar am nächsten ist. Vergleichbare Feiertage gibt es in allen Provinzen Neuseelands.

Über das gesamte verlängerte Wochenende gibt es im Hafenbereich Aucklands Veranstaltungen. Wie in der City of Sail nicht anders zu erwarten, findet eine grosse Geburtstags-Regatta statt. 


Vom Oldtimer bis zum modernen 60 Fuss Trimaran ist alles auf dem Wasser. Das Boot im unteren Bild im Vordergrund ist Steinlager 2, der wir schon in Kawau im letzten Dezember begegnet sind. 

  
Auf dem Land gibt es viel Musik und Strassenkünstler, die mit ihren akrobatischen Fähigkeiten unterhalten. 



Wie dieser jonglierende Hoch-Radfahrer auf seinem Einrad.



Der ursprüngliche Hafen Aucklands dient heute Fähren, Kreuzfahrtschiffen, Fischern und Yachten als Anleger. Waren werden in einem modernen Container-Terminal umgeschlagen. Alte Gebäude sind Büros, Wohnungen, Restaurants, Geschäften und Ausstellungen gewichen.