Gestern Nacht sind wir in Darwin angekommen. Kurz vor Mittag haben wir uns bei Flut vor die Schleuse der Cullen Bay Marina verschoben. Der Tidenhub beträgt bis zu 7 Metern, weshalb der Hafen mit einer Schleuse auf konstantem Wasserstand von 3 Metern gehalten wird. Derzeit, bei Halbmond, sind es 4 Meter Tidenhub.
Am Abend waren wir noch nicht wirklich weiter, ausser dass wir jetzt bei Ebbe auf das geschlossene äussere Schleusentor blicken und wir Zeit hatten NOE nach 10 Tagen Segeln zu entsalzen und ein paar Einkäufe zu erledigen.
Grund für die Wartezeit ist eine notwendige Untersuchung und gegebenenfalls eine Reinigung für Boote, die sich ausserhalb australischer Gewässer aufgehalten hatten und seither nicht längere Zeit auf dem Trockenen standen. Alles wird von einem Taucher erledigt, der morgen kommen soll.
Seit Cairns hatten wir, wenn überhaupt nur sehr eingeschränktes Internet. Daher heute die Bilder der letzten Tage.
Unser Ankerplatz in der Mrs. Watson Bay auf Lizard Island. Zum ersten Mal in Australien klares Wasser mit Blick bis auf den Grund. Leider war uns das Wetter fürs Baden und Schnorcheln zu schlecht.
Wir wanderten stattdessen auf den 360 Meter hohen Gipfel der Insel, Captain Cooks Lookout. Die Skipperin verewigt sich im Gipfelbuch und ich studiere die Erklärungen zu Cooks Strandung und seiner weiteren Reise durch die Riffe.
Damals, ohne Karten, wochenlang bei nur 10 bis 20 Meter Wassertiefe durch die Riffe zu navigieren, muss eine enorme Nervenanspannung gewesen sein.
Ist das der Geist von Mrs. Watson? Ihre Geschichte endete tragisch. Sie zog mit ihrem Mann, einem Fischer, ihrem Kleinkind und zwei Dienern 1879 auf die Insel, in Unkenntnis oder Unwissenheit, dass die Insel den Aborigines heilig ist. Während ihr Mann beim Fischen war, ermordeten die Aborigines einen der Diener. Ihr gelang mit dem zweiten Diener und ihrem Kind die Flucht in einem Kessel zum Kochen der gefangenen Seegurken. Sie wurden jedoch nicht ans Festland sondern auf eine andere, unbewohnte Insel getrieben, auf der alle Drei wenige Tage später verdursteten. Ihre Leichen und Mrs. Watsons Tagebuch wurden drei Monate später entdeckt.

Unser nächster Ankerplatz. Sieht aus wie Südsee, ist jedoch Morris Island, eine der vielen Inseln innerhalb des Great Barrier Reefs. Die Palme ist ein Überbleibsel aus der Zeit in der England als Weltmacht die Meere beherrschte und die Navigation in diesem Seegebiet oft mit Schiffbruch endete. Die Britische Admiralität liess auf Inseln Palmen pflanzen und setzte Ziegen aus, damit Schiffbrüchige bis zur Rettung eine besser Überlebenschance hatten.
Portland Roads, eine gute Adresse für Offroad-Fahrer und 4WD-Freunde. Bis in die Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es eine grosse Landungsbrücke für Frachtschiffe und in der Nähe drei Flugfelder. Alles Überbleibsel der australischen Verteidigung bei einem möglichen Angriff der Japaner während des 2. Weltkriegs.
Heute leben hier ein paar Menschen und bewirten Touristen, die entweder eingeflogen werden oder die die 500 Kilometer Fahrt von Cooktown auf sich genommen haben. Angeboten werden Übernachtungen und Verpflegung. Geworben wird mit hausgemachten Kuchen. Was bei der Distanz zur nächsten Patisserie nicht wirklich erstaunt.
Von Portland Roads ging es ohne Stopp ins 900 Seemeilen entfernte Darwin. Wir starten so, dass wir am nächsten Morgen an der Albany-Passage auf der Ost-Seite der Torres-Strasse ankamen.
Temiten-Hügel, rote Pisten und rostbraune, erzhaltige Felsen begrüssen uns.
Die drei Seemeilen lange Passage liegt nach knapp einer Stunde hinter uns; mit 2-3 Konten Strom von vorne, jedoch frischem achterlichen Wind ging es gemütlich voran.
Cape York, die Nordspitze Australiens querab. Das Kap ist der Felsen in der Mitte, gesäumt von den Inseln Eborac (links) und York.
Segeln in der Torres Strasse. Das Wasser ist nur 10 Meter tief und hat die Farbe eines Gletschersees.