Freitag 13. November 2015: Rahmnudeln mit Poulet und Spinat

Heute gab es nicht die grosse Küche. Ganz im Gegenteil.

Während wir in der Nacht wegen des schwachen Windes aus Süden (also der Richtung unseres Ziels) noch mit dem Motor unterwegs waren, frischte der Wind um 4 Uhr morgens auf und legte bis 7 Uhr in Böen auf Windstärke 6 zu. Immer noch aus Süden, weshalb wir nichts anderes tun konnten, als hoch am Wind nach Südwesten segeln. Bei dem sich aufbauenden Wellengang überhaupt keine angenehme Art zu reisen. Die Skipperin verzog sich in die Achterkabine und verbrachte den Tag in der Horizontalen. Ich las, beantwortete E-Mails, lud Wetterdaten herunter, steuerte manchmal und kochte.

Da das Wellenbild eher chaotisch war und NOE ruckartig von den Wellen gehoben oder fallen gelassen wurde, ist der Bordalltag nur reduziert möglich. Für diese Situation hatten wir uns vor der Reise mit ein paar Fertiggerichten aus dem Trekking Geschäft eingedeckt. Seit 14 Monaten und 15‘000 Seemeilen lagern die Beutel unberührt. Heute, wenige hundert Meilen vor Ende des ersten grossen Abschnittes der Reise, war es unvermeidbar.

Wasser kochen lassen, Beutelinhalt hinzugeben und 5 Minuten ziehen lassen. Das kann selbst der Skipper. Geschmeckt hat es auch noch und satt wurde ich allemal, da sich die Skipperin heute lieber von trockenem Knäckebrot und paar Schluck Cola ernährte.

Gegen Abend flaute der Wind etwas ab und drehte auf Südost, was sich positiv auf die Schiffsbewegungen auswirkt. Das erhöht die Chance auf ein fast normales Abendessen.

Unsere Position um 1800 Neuseeland-Zeit (+12h zu MEZ): 27°53’S, 172°472’E. 114 Seemeilen haben wir auf Opua gutgemacht. Unser Abstand von der direkten Linie Fiji-Opua ist mittlerweile wegen des hartnäckigen Südwindes auf 145 Seemeilen angewachsen. Die verbleibenden 446 Seemeilen bis nach Opua sollten wir mit etwas Glück und dem Wind aus der richtigen Richtung in 3 Tagen schaffen. Laut Wetterprognose soll das Hochdruckgebiet östlich von uns für das Finale für angenehmen Wind aus Ost und später Nord sorgen.

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