Zwei Stopps haben wir auf den letzten Meilen von Opua nach Auckland eingelegt.
Den ersten nach 47 Seemeilen am Ende eines grauen Segeltags mit schönen Wind bis 20 Knoten von achtern. Mit Sonne wäre die Fahrt entlang der Küste ein schöneres Erlebnis geworden. Am Anfang war die die Sicht so schlecht, dass wir die Küste nicht einmal gesehen haben.
Der Vollmond geht über der Einfahrt in den Naturhafen Tutukaka auf. In der Beschreibung des Ankerplatzes ist die Rede von "unfriendly rocks" , die am Eingang zu dieser Bucht liegen. Riffe sind noch nie die Freunde der Seefahrer gewesen. Diese sind jedoch gut sichtbar und die Karte ist präzise.
Alles kann man nicht haben. Heute erlebten wir einen wundervollen Sonnentag, leider ohne Wind. Vorbei am Sail Rock, der heute seinem Namen nicht gerecht wird und sich nur in der Flaute spiegelt.
Der schöne Ankerplatz und das Ambiente im Bon Accord Harbour auf der Insel Kawau entschädigt für die eintönigen 8 Stunden unter Motor. Die Insel Kawau liegt am nördlichen Ende des Hauraki-Golfs. Erinnern wir uns an die Nächte vor dem Fernseher als SUI 64 gegen NZL 82 in diesen Gewässern 2003 den Americas Cup gewann?
Das Lidgard House des Royal New Zealand Yacht Squadron auf der Insel Kawau. Der RNZYS ist nicht irgendein Segelklub Neuseelands sondern der älteste und sicher der mit den grössten Erfolgen in Segelsport. 1902 aus verschiedenen Klubs hervorgegangen, patroniert durch das englische Königshaus, gehen seine Wurzeln bis 1859 zurück. Alle neuseeländische Kampagnen sowohl als Herausforderer als auch als Verteidiger des Americas Cup wurden von ihm lanciert. Die neuseeländischen Teilnehmer an Regatten um die Welt wie das Volvo Ocean Race oder seinem Vorgänger das Whitbread Round the World Race segelten ebenfalls unter der Flagge des RNZYS.
Dieses Haus ist ebenfalls ein Teil der Geschichte des RNZYS, auch wenn es seit einem Jahr unter einem anderen Namen und einem anderen Betreiber als einziges Restaurant auf der ansonsten nur aus Privatgrundstücken bestehenden Insel geführt wird.
Im Inneren des Gebäudes ist die Geschichte des Klubs lebendig.
Kam für einen Drink vorbei. Steinlager 2, der Gewinner des 1989/90 Whitbreas Round the World Race unter Skipper Sir Peter Blake. Die Neuseeländer halten ihre Segelveteranen in Ehren. Der heutige Besitzer des Bootes, der NZ Sailing Trust, verchartert das Schiff für spezielle Events und Regatten. Einen Konkurrenten von damals, das französische Schiff La Poste haben wir in Cartagena in einem schlechten Zustand gesehen. Siehe Post vom 25. Februar 2015.
Am Abend kündigt sich mit dichten Wolken eine Wetteränderung an. Laut Wetterbericht sollten wir die letzten 15 Seemeilen durch den Hauraki-Golf bis zur Gulf Harbour Marina jedoch noch ohne Schlechtwetter-Kleidung schaffen.








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