Montag 11. Juli 2016: Der Zucker-Hafen von Mourilyan


Unser letzter Ankerplatz vor Cairns ist im Naturhafen Mourilyan. Die Einfahrt ist nur 100 Meter breit und auf beiden Seiten von Bergrücken begrenzt. Es ist sicher nicht der schönste Hafen und das Dorf Mourilyan liegt 8 Kilometer entfernt. Aber für eine Nacht ist es ok.

Der Hafen ist ein Verladeplatz für Zuckerrohr und Melasse. Yachten können ankern, jedoch nur ausserhalb des Drehkreises der Frachter. Viel Platz zwischen den flachen Stellen und dem Drehbereich bleibt bei Ebbe nicht, besonders bei NOEs Tiefgang von 2.8 Metern. Bei einer Winddrehung hatten wir plötzlich nur noch 2.9 Meter Wasserstand, weshalb wir schleunigst unseren Ankerplatz weiter in den auf 6.8 Meter Tiefe ausgebaggerten Bereich verlegten. 

Vor dem Hafen sahen wir einen Frachter vor Anker, der auf dem AIS Ziel Mourilyan angab. Kurz vor 4 Uhr begann die UKW-Kommunikation zwischen Frachter und Hafen, weshalb wir wussten, dass uns ein Schauspiel geboten wird. 

      
Das Lotsenboot verlässt den Hafen. Kurz darauf fahren auch die beiden Schlepper los. 


Der 180 Meter lange und 30 Meter breite Frachter fährt mit eigener Kraft durch die schmale Einfahrt. 

Als wir wussten, dass der Frachter einfahren wird, überlegten wir uns was passieren würde, wenn zum Beispiel der Frachter in der Einfahrt auf Grund liefe, sich dabei querstellte und dann wochenlang den Hafen blockierte. Wir wären an diesem Ort gefangen. Nun ja, das wäre wirklich der worst worst case. Bei nahezu Windstille und geringem Stroms durch die Nipp-Tide (also beim geringsten Unterschied zwischen Ebbe und Flut) sollte dieses Scenario eine äusserst geringe Wahrscheinlichkeit haben.  


Die Schlepper drehen ihn direkt vor uns auf der Stelle um 180 Grad und schieben ihn an die Pier. Die Seeleute beherrschen ihr Handwerk. Und wir hätten noch ein paar Meter weiter in dem von Bojen begrenzten Bereich ankern können. 



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