Freitag 26. November 2014: Nächtliche Abfahrt


Am Abend des Vortags nähern wir uns, nachdem das Wetter zwar besser aber der Wind schlechter wurde, unter Motor unserer Ankerbucht Puerto Genovés am Capo de Gata. Das ist das hintere Kap auf diesem Bild und stellt sozusagen die Südostecke Spaniens dar. 




Wegen der einzigartigen Vegetation dieses sehr trockenen Landstrichs hat der Naturpark Capo de Gata den Status eines Biosphärenreservats. 

Mit der Gebietsbezeichnung Puerto Genovés ist kein Hafen sondern eine Buch gemeint. Mit dem obligaten Genueser Turm. Der Untergrund besteht aus Sand, in dem Anker sehr gut hält. Die Bucht ist von Winden aus nördlicher, westlicher und südlicher Richtung geschützt. Nach Osten ist sie offen. 

Nachts um eins frischte der Wind aus östlicher Richtung auf. Hält der Anker in einer solchen Situation nicht, wird man wenn unweigerlich auf die Küste getrieben, die in unserem Fall nur 300m entfernt war. Segler bezeichnen dies mit dem Begriff Legerwall. Auch wenn auf den Anker Verlass ist, braucht es stärkere Nerven um in einer Legerwall-Situation ruhig zu schlafen. 

Um kein Risiko einzugehen und den starken Ostwind zu nutzen, entschieden wir in der Nacht den Anker zu lichten, die Segel zu setzen, das Capo de Gata zu runden und Richtung Westen die verbleibenden 115sm nach Malaga zu segeln. 

Wäre der Wind so geblieben, wären wir bis Nachmittag in Malaga angekommen. Leider war dem nicht so. Schon in der Nacht wurde er schwächer, frischte tagsüber wieder etwas auf als wir bei etwas diesigem Wetter entlang der Costa del Sol mit ihrem ausgedehnten Gemüseanbau segelten (ich entschuldige das Photo, selbst Photoshop konnte nichts mehr machen). 


Um die Mittagszeit und 40sm bis Malaga hatte der Wind sich vollständig verabschiedet. Aufgrund der nicht überzeugenden Ankermöglichkeiten sind wir die Marina del Este angelaufen. Ein herziger Hafen gebaut um eine Touristensiedlung, wobei die Hafenmole teilweise ein natürlicher Felsen ist. Wie in allen von uns bislang besuchten Spanischen Häfen ist auch hier das Personal äusserst freundlich und zuvorkommend.  

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