Mittwoch 24.Februar 2016: Auf dem heiligen Berg der Maori


1887 schenkte der Maori-Häuptling Ngati Tuwhareto im Namen seines Stammes alles Land um die Gipfel der drei Vulkanberge Tongariro (1968 m), Ngauruhoe (2291 m) und Ruapehu (2797 m) der britischen Krone, mit der Auflage eine Schutzzone zu bilden. Die Berge sind den Maori heilig, da sie eine wichtige Rolle in ihrer Mythologie spielen und in ihrem Glauben der Geist ihrer Vorfahren dort anzutreffen ist. Das Besteigen der Berge war strengstens verboten und wurde bei Zuwiderhandlung mit dem Tod geahndet. Durch die Landschenkung sollte verhindert werden, dass das Land parzelliert und verkauft wird.

Aus der Schenkung entstand der erste Nationalparks Neuseelands und der vierte weltweit. Auch wenn der Park heute kommerziell genutzt wird, gibt es viele Einschränkungen aus der Schenkungsurkunde. So dürfen am oben abgebildeten Mt. Ruapehu Skilifte nur bis zu einer Höhe von 2300 Meter gebaut werden. Alles oberhalb ist heilig, ausser es dient der Sicherheit. Da die Berge Vulkane sind, werden an verschiedenen Stellen seismische Aktivität gemessen, um vor Ausbrüchen zu waren. 

Heute dürfen die Berge bestiegen werden. Wir waren auf dem Mt. Ruapehu, wobei der Aufstieg durch einen Lift bis auf 2000 Meter deutlich erleichtert wird. 



Blick über den Rand des Kraters zum Nachbarn Mt. Ngauruhoe und in den milchigen Kratersee des Mt. Ruapehu.



Die Temperatur des Kratersees schwankt zwischen 20 und 70 °C, der ph-Wert liegt bei 1 und die Farbe ändert sich mit der vulkanischen Aktivität am Grund des bis zu 120 Meter tiefen Sees. Der instabile Rand des Sees führte an Weihnachten 1953 zum grössten Zugunglück Neuseelands mit 151 Toten. Der See entleerte sich und brachte eine Eisenbahnbrücke zum Einsturz. Der kurze Zeit später herannahende Zug konnte nicht mehr bremsen und einige Wagen stürzten in den Fluss.  

9 Jahre liegt die letzte Eruption zurück, wobei es einen Schwerverletzten durch herumfliegende Gesteinsbrocken gab. Die letzten drei grossen Ausbrüche erfolgten regelmässig nach 50 Jahren: 1895, 1945 und 1995/96.  

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