Nach einer Nacht vor Anker in der Bucht der Könige (Angra dos Reis auf Deutsch) verlegten wir uns am Sonntagmorgen in die 5 Seemeilen entfernte Marina Verolme. Dort haben wir alle Möglichkeiten NOE nach 4 Wochen auf See zu putzen, Diesel und Wasser aufzufüllen sowie ein paar Wartungsarbeiten auszuführen. Die Marina liegt auf dem Gelände einer Schiffswerft. Durch den Rückgang des Schiffsbaus wurde Fläche frei, die ein Investor für den Aufbau der Marina nutzte. Bei der Annäherung fällt schon von Weitem der riesige Kran ins Auge.
Das Ungetüm des 2000 Tonnen Krans überragt alles. Man muss sehr genau hinschauen, um einen Mast in der Marina zu entdecken. Viele davon gibt es nicht. Der brasilianische Freizeitkapitän fährt ein schnittiges Motorboot; meist mit Vollgas. Der Hafen ist ein Abstellplatz für Motorboote mit angegliederten Hafenbecken. Die Mehrzahl der Boote steht mehrgeschossig in grossen Hallen und sie werden nur zum Gebrauch in ihr Element gesetzt.
Den gesamten Sonntag widmeten wir NOE. Deck und Beschläge abspritzen und von Salz befreien, alle Kunststoffflächen (technisch Gelcoat genannt) reinigen, Edelstahlteile auf Hochglanz bringen und den ins Wasser gefallenen Gennaker sowie die Schoten mit Süsswasser entsalzen und in der Sonne trocknen lassen. Dafür war die fast senkrecht stehende Sonne und die Temperatur von 30° im Schatten ideal. Wir hingegen sind fast verkocht.
Anders alle anderen Häfen, die wir bisher anliefen oder von zu Hause kennen, hat die Marina einen Hubschrauberlandeplatz, der rege genutzt wird. Der Krach der permanent landenden und startenden Helikopter ist etwas störend, beschränkt sich aber auf das Wochenende. Heute gehörte der Hafen dem Personal für die Pflege der Boote und Wartung von Motoren und Jetskies.
Ganz zu Freude meiner Crew hat der Hafen seine eigene Brauerei mit Ausschank. Radler oder Panaché kennt man in Brasilien leider nicht.
Heute waren die Behördengänge an der Reihe, damit wir uns offiziell in Brasilien bewegen können. Policia Federal als Immigrationsbehörde stempelt unsere Pässe und erstellt ein Formular mit dem es zur Receta Federal (Zoll) geht, wo wir ein elektronisches Formular über die eingeführten Werte ausfüllen. Das elektronische Formular verlängert den Prozess im Vergleich zum Papier wesentlich. Wir hätten es aber schon vom Schiff aus selbst erledigen können, wir man uns aufklärte. Dritte Station des 2 stündigen Behördenmarathons ist die Capitania dos Portos, die Hafenbehörde, die wissen will, wo wir uns auf dem Wasser aufhalten werden und welche technische Ausrüstung NOE hat. Da die drei Behörden in Laufdistanz liegen und in jeder Behörde ein Mitarbeiter zumindest etwas Englisch oder in einem Fall etwas Deutsch sprach, ging das Einklarieren relativ schnell und unproblematisch.
Morgen verlassen wir die Marina und werden 3 Tage auf der nahegelegenen Ilha Grande verbringen, die mit schönen Ankerbuchten und einer interessanten Flora und Fauna an Land und im Wasser lockt. So zumindest die Beschreibung im Segelführer und den Broschüren, die wir im Hafenbüro bekamen.



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