Vor dem Bericht über die Riesenmuscheln noch die Bilder zum letzten Post über Makogai und die Leprakranken.
Heute wird die kleine Insel Makogai von etwa 100 Menschen bewohnt. Bis zu 5000 sollen es in der Vergangenheit gewesen sein; Patienten, Ärzte, Pfleger, Nonnen und Hilfspersonal.
Wir ankerten in der Dalice Bay auf der Westseite der Insel vor den ehemaligen getrennten Landungsbrücken für Patienten und Besucher.
Von der Lepra-Station ist 45 Jahre nach ihrer Schliessung wenig übrig geblieben. Wo der Urwald nicht dauernd gerodet wird, überwuchert er nach wenigen Jahren alles. Von den meisten Gebäuden stehen nur noch die Fundamente; Dächer und Holzkonstruktionen sind zerfallen.
Für die Erbauung der Inselbewohner gab es ein Kino. Der Raum für die Projektoren und die Leinwand, beides aus Beton, stehen heute als stumme Zeugen in der Wildnis.
Wo viele Menschen zusammenleben, braucht es die ordnende Hand des Gesetzes und seines Vollzugs. Auch in einer Kolonie von Leprakranken.
Die vier Zellen des ehemaligen Gefängnisses von Makogai.
Über 1000 Menschen haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auch der Friedhof der Kolonie wird vom Urwald überwuchert. Ein kleiner Teil wird von den Arbeitern der Muschelzucht zugänglich gehalten. Die meisten Gräber sind namenlos. Nur einige wenige haben noch lesbare Inschriften.
Makodraga ist die heute unbewohnte Nachbarinsel von Makogai. Dort versuchte der Schweizer Louis Ernest Leuba Landwirtschaft zu betreiben, wo er auch begraben wurde. Seine Nachfahren haben zu seinem Andenken auf dem Friedhof der Leprakolonie diese Tafel angebracht.
Die Überreste der Pier für ankommende Patienten.
Heute werden auf Makogai Muscheln gezüchtet. Die Zucht untersteht dem Ministerium für Fischerei und Forst, welches hier versucht, den arg dezimierten Bestand an Riesenmuscheln (auch fälschlicherweise Mördermuschel genannt) in den Riffen Fijis wieder herzustellen. Sie figuriert auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Asiaten glauben an die aphrodisierende Wirkung des Verzehrs des Schliessmuskels der Muschel. Zum Glück für die Muscheln bietet die Pharmaindustrie mittlerweile wohl wirkungsvollere Produkte an. Die Schalen der Muscheln waren in europäischen Kirchen als Taufbecken beliebt.
In grossen Becken werden eine Million Eier ausgesetzt, von denen sich etwa 5% zu Muscheln entwickeln. Wenn sie eine ausreichende Grösse erreicht haben, werden sie in den Riffen ausgesetzt.
Rund um die Station kann man die farbenprächtigen Muscheln beim Schnorcheln beobachten. Kommt man ihnen zu nahe, verschliessen sie sich.
Nicht mehr so farbenfroh kommen ausgewachsene Riesenmuscheln daher, die bis zu 140 Zentimeter gross und 400 Kilogramm schwer werden können. Diese hier dürften etwa ein Meter gross sein.

















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen