Auf den 285 Seemeilen von Palmerston zum Beveridge Reef haben wir in den letzten drei Tagen unseren bisherigen Rekord im Langsam-Segeln aufgestellt. Ausser in den ersten Stunden war der Wind sehr schwach und kam genau von achtern. Dafür schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Mehr als 4 bis 5 Knoten Bootsgeschwindigkeit lagen nicht drin und das noch auf Kursen, die bis zu 30 Grad von der direkten Linie abwichen. Das verlängert zwar die zu segelnde Distanz, aber die Segel schlagen nicht mehr in der Dünung.
Von etwa 5 Seemeilen Entfernung zum Beveridge Reef sieht man mit dem Fernglas die ersten Brecher an der Riffkante und einige Buckelwale. Sie kommen im südlichen Winter aus der Antarktis in wärmere Gewässer, um sich zu paaren und ihre Jungen zu gebären. Unsere Konzentration war jedoch nicht der Walbeobachtung geschenkt sondern ihnen auszuweichen und die die Einfahrt in die Lagune zu finden.
Auf der Papier-Seekarte findet sich der Hinweis, dass das überschwemmte Atoll 3 Seemeilen weiter in nordöstlicher Richtung liegen soll und die Darstellung auf der elektronischen Karte wirkt eher schematisch, was auch kein Vertrauen erweckt. Vor ein paar Wochen haben wir bei einem journalistisch sehr aktiven deutschen Weltumsegler, der das Atoll vor 7 Jahren besuchte, per E-Mail angefragt, ob er uns die Koordinaten des Passes nennen könnte. Postwendenden erhielten wir die zwei magische Zahlen 20° 00,0036s und 167° 46,7311w. Vielen herzlichen Dank, Sönke. Damit war die Ansteuerung kein Problem. Mit zunehmender Annäherung war die Strömung im Pass gut zu erkennen und die einzelnen Radarsignale der Brecher an der Riffkante formten sich zu den wahren Umrissen des Atolls, die nur sehr grob dem entspricht, wie die elektronische Karte versucht die Realität darzustellen.
Auf 12 Meter Tiefe fällt unser Anker an der Ostseite der Lagune kurz bevor ein Regenschauer über uns hinweggeht. Das Wasser ist glasklar und selbst bei bedecktem Himmel sind die Farbunterschiede zwischen Sandboden und Korallenköpfen gut zu erkennen. Die nächsten Tage sollen uns wieder sonniges Wetter bescheren, dann können wir das Farbenspiel der Lagune und die Unterwasserwelt richtig geniessen.
Bilder gibt es, wenn wir in Niue sein werden. Diese Insel liegt 120 Seemeilen in westlicher Richtung und ist einer der kleinsten Staaten der Welt. Wahrscheinlich werden wir am nächsten Wochenende dort sein.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen