Samstag 15. August 2015: Unterwegs zu einem der bizarrsten Orte im Pazifik

Das Palmerston-Atoll ist ein spezieller Ort auf der Welt, kam man ihn, obwohl bewohnt, entweder nur auf dem eigenen Kiel oder etwas umständlich mit einem Versorgungschiff erreichen. Umso herzlicher wurden wir als Segler empfangen und von unseren Gastgebern bewirtet. Dieser Insel-Besuch gehört zu den Highlights auf unserer bisherigen Reise.

Heute war für alle 4 Crews der vor Palmerston liegenden Yachten Waschtag, da uns angeboten wurde die Waschmaschine von Marsters zu benutzen. Danach ging es zum Schnorcheln in die Lagune. Die von Arthur Marsters geführte Insel-Administration stellt das Ausreisezertifikat aus. Mit ihm hatten wir ein interessantes Gespräch über die Diskussion auf der Insel zum Bau eines Flughafens. Air Rarotonga möchte ihn gerne bauen, um wie auf Aitutaki Tagestouristen einzufliegen. Einige seien dafür, um ihren Kindern eine Zukunftsperspektive zu bieten, andere dagegen, da sie keine Änderung des Status quo wollen. Die Dynamiken in dieser Frage in den einzelnen Familien seien komplex, weshalb sich die Diskussion ohne Ergebnis seit Jahren hinzieht. Er prophezeite uns, dass, wenn wir in 10 Jahren wiederkommen würden, es immer noch keine neue Entwicklung bei diesem Thema gäbe.

Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, gaben ihn ein paar Dinge, die wir bis zum nächsten Stopp nicht brauchen und dort wieder beschaffen können. Zwei andere Yachten und wir machten uns noch vor Einbruch der Nacht zum nächsten Ziel auf. Der Wind soll noch ein bis zwei Tage günstig sein und dann schwächer werden. Da wollen wir auf unserem Weg zum 285 Seemeilen entfernten Beveridge Reef keine Zeit verlieren.

Das Beveridge Reef ist auf Landkarten nicht verzeichnet, hingegen auf Seekarten, da es sich um eine Untiefe mitten im südlichen Pazifik handelt. Bei Flut ist das ringförmige Riff vollständig überspült und bei Ebbe sind Teile sichtbar. Dauernd sichtbar und eine gute Orientierung für die Ansteuerung ist ein vor sich hin rostendes Wrack auf dem Riff. Wer es auf der Karte suchen möchte, die Koordinaten sind 20°00‘S, 167°46’W. In die Lagune gibt es einen befahrbaren Pass und die Navigation in der 10 Meter tiefen Lagune soll bei Tageslicht unter der Beachtung von ein paar Korallenköpfen nicht schwierig sein. Wir werden uns mit der nötigen Vorsicht diesem Kuriosum nähern. Der Ankerplatz mitten auf dem Meer im glasklaren Wasser gilt als einer der bizarrsten auf dem Weg um die Welt.

Wenn wir dort sind, melden wir uns, wie jetzt, mit einem bilderlosen Post. Auf Niue, 120 Seemeilen weiter westlich, werden wir wieder Bilder posten können.

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