Passage Salvador – Fernando de Noronha

Samstag 25.März 2017: Tag 4

144 Seemeilen in den letzten 24 Stunden sind nicht das Resultat unser Leistung um aus wenig Wind möglichst viel Strecke zu machen, sondern 7 Stunden unter Motor. Die ganze Nacht war der Wind so schwach, dass wir ohne Motor fast gestanden wären. Erst heute Morgen um 4 Uhr kam der Wind wieder auf uns lässt uns seither mit 5 bis 6 Knoten Richtung Norden zur noch 140 Seemeilen entfernte Insel Fernando de Noronha segeln.

Begleitet werden wir einzig von ein paar Seevögeln, die von Zeit zu Zeit aus dem Nichts auftauchen. Einer von ihnen, mit braunem Gefieder und langem Schnabel, lässt sich von NOE fliegende Fische aufscheuchen. Er fliegt vor unserem Bug und wenn er seiner Beute gewahr wird, stürzt er sich in die Tiefe, stoppt vor dem Eintauchen ins Wasser seinen Sturzflug ab und schnappt sich in dem Augenblick seine Beute, wo der Fisch das Wasser verlässt und seine Flucht durch die Luft antreten will. Was wir beobachten können, ist seine Trefferquote sehr hoch.

Unsere Position um 12 Uhr mittags (4 Stunden nach MEZ) war 6° 02,0‘S, 33° 10,3’W.

Freitag 24.März 2017: Tag 3

140 Seemeilen konnten wir in den letzten 24 Stunden auf unser Ziel gutmachen. Gestern Abend war der Wind für ein paar Stunden so schwach, dass wir der Versuchung nicht widerstehen konnten, den Motor laufen zu lassen. Zum Glück für unsere Dieselvorräte, was dies nur eine kurze Episode. Der Wind kam wieder und stärker als bevor. Seither haben wir eine angenehme Brise von 10 bis 12 Knoten, gegen die wir am Wind (also Wind seitlich von vorne) mit durchschnittlich 7 Knoten Bootsgeschwindigkeit gut vorankommen. Hält der Wind so an, sollten wir Sonntag in Fernando de Noronha ankommen.

Im Augenblick segeln wir etwa 60 Meilen westlich der Küste auf der Höhe der Stadt Recife. Der östlichste Punkt des brasilianischen Festlands liegt somit bald hinter uns. Anders als geplant, haben wir schon in Salvador eine östliche Route eingeschlagen, von der wir uns besseren Wind als auf der küstennahen Variante erhofften. Auch wenn wir keinen direkten Vergleich haben, scheint unser Wahl gut gewesen zu sein. Zumindest müssen wir uns in der Nacht, da wir weit ausserhalb des Festlandssockels segeln, keine Sorge um Fischerboote oder fix installierte Fangeinrichtungen machen.

Unsere Position um 12 Uhr mittags (4 Stunden nach MEZ) war 8° 18,4‘S, 33° 59,6’W.

Donnerstag 23.März 2017: Tag 2

Wie am ersten Tag dieser Passage konnten wir am Zweiten nur 120 Seemeilen auf unser Ziel gutmachen und es liegen noch 424 Seemeilen vor uns. Der Wind ist entsprechend ruhig wie am ersten Tag. Selten überschreitet unsere Geschwindigkeit die 6 Knoten Grenze. Seit heute Vormittag schwächelt der Wind noch stärker und die Wetterfiles zeigen erst am Samstag eine leichte Verbesserung.

Da es seit ein paar Tagen schwachwindig ist, herrscht wenig Seegang. Obwohl kaum Wind in die Segel drückt, schlagen sie nur selten. Das Wetter ist für die Jahreszeit, Beginn des Winters, ausgesprochen trocken. Der Unterschied zwischen Sommer und Winter macht im Norden Brasiliens nicht die Temperatur, sondern die Niederschläge aus. März und April sollen die Monate mit den stärksten Regenfällen sein. Wir können uns an blauem Himmel mit ein paar Schäfchenwolken erfreuen und die Nächte sind ausgesprochen klar mit zauberhaftem Blick auf die Milchstrasse. Zumindest mit dem Teil des Wetterangebots können wir gut leben.

Unsere Position um 12 Uhr mittags (4 Stunden nach MEZ) war 10° 23,4‘S, 35° 01,0’W.

Mittwoch 22.März 2017: Tag 1

Seit 24 Stunden segeln wir unserem nächsten Ziel, der Inselgruppe Fernando de Noronha, entgegen. Die Inselgruppe besteht aus 21 Inseln, wovon jedoch nur die grösste von etwa 3000 Menschen bewohnt wird. Die Hauptattraktion der 1502 von Amerigo Vespucci entdeckten Insel sind Delphine. In einem weltweit einmaligen Schauspiel kommen in grosser Regelmässigkeit mehrere hundert Delphine am frühen Morgen in eine Bucht der Insel um sich auszuruhen oder ihren Nachwuchs zu betreuen. Die ersten Berichte über grosse Ansammlungen von Delphinen in Buchten der Insel stammen aus dem Jahr 1506.

Das klare und warme Wasser bei den Inseln knapp südlich des Äquators lockt jedes Jahr über 60.000 Besucher an, was gleichzeitig eine grosse Belastung für das fragile Ökosystem des Archipels darstellt.

Wir werden uns noch ein paar Tage mit der Vorfreude auf Fernando de Noronha begnügen müssen. Der Wind aus südöstlicher Richtung mit 2 bis 3 Beaufort lässt uns kaum schneller als mit durchschnittlich 5 Knoten segeln. 120 Meilen Annäherung war die Ausbeute des ersten Tages.

Unsere Position um 12 Uhr mittags (4 Stunden nach MEZ) war 11° 48,16‘S, 36° 47,0’W.

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