Nicht mit der Entfernung haben wir uns etwas verschätzt, sondern mit der Zeit. Der Wind war bislang schwächer als vorhergesagt. 130 Seemeilen von 480 trennen uns nach mehr als 3 Tagen Segeln bei immer schönsten Wetter von unserem Ziel. Wären wir nicht 12 Stunden unter Motor gefahren, als der Wind in einer Nacht vollständig abstellte, wären wir nicht einmal so weit gekommen.
Auch in den nächsten Stunden soll der Wind nicht stärker werden, weshalb wir, da man das Ashmore Reef besser bei Tageslicht ansteuert, erst am Montagmorgen ankommen.
Kurzweil verschafft uns jeden Nachmittag das Flugzeug der Australischen Grenzwache, das immer ein paar Minuten später als am Vortag, über uns hinweg fliegt. Am ersten Tag wollten sie wissen, woher wir kommen und wohin wir segeln. Die Fragen war eher nicht notwendig, da sie uns mit dem Schiffsnamen ansprachen und wussten, dass NOE in Monfalcone in Italien registriert ist. Die Grenzbehörden Australiens sind gut vernetzt.
Als wir heute Morgen ein paar Knoten mehr Wind hatten, biss sogar ein Fisch an. Nichts Grosses, da der Widerstand zum Einholen sehr gering war. Da es keiner der üblichen Angelfische war, haben wir den armen Kerl an Bord vom Angelhaken befreit und ihn wieder seinem Element übergeben. Er wird wohl in Zukunft nicht mehr in die kleinen roten Gummitintenfische beissen, die wir als Köder benutzen.
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