Der Umriss der
Insel Malakula sieht aus wie ein sitzender Hund. Im Norden der Kopf, im Süden
die Pfoten.
Mit ein paar
Kreuzschlägen umsegeln wir bei südwestlichem Wind die Schnauze und ankern am
Abend in der South West Bay, sozusagen auf den Pfoten.
In der grossen
Bucht ist neben uns nur ein zweites Boot. Vanuatu ist zumindest am Anfang der
Saison in der Südsee wenig besucht. Die Bucht ist gut geschützt und präsentiert
in der Dämmerung ein tolles Farbenspiel bei nahezu Windstille.
Hinter dem Strand
erstreckt sich die Tisri-Lagune, die zu einer Tour mit dem Dinghi einlädt. Wir
sind nicht alleine unterwegs. Die Einheimischen benutzen diesen Wasserweg um zu
ihren Feldern und Dörfern zu gelangen. Strassen und Autos gibt es hier nicht. Das
Kanu ist das allgegenwärtige Transportmittel.
Ein
Familien-Kanu. Vater paddelt Mutter, Kind und Hund durch die Lagune.
Am Strand treffen
wir William (rechts), der Sand in Säcke schippt. Das Baumaterial für sein neues
Haus. Er führt uns durch die grünen Wege des Dorfs, das vom Boot, versteckt
hinter Palmen, in seiner Grösse nicht sichtbar ist.
Bananen lassen sich im Ort das ganze Jahr direkt vom Baum pflücken. Derzeit ist Saison für Pampelmusen, Avocado und
Orange. Ananas gibt es leider erst wieder im Dezember.
Lembinwen, so
heisst die Ortschaft, kennt zwei Arten von Häusern, die traditionellen und die
gemauerten. William erklärt uns, dass diejenigen, die es sich leisten können,
moderne Häuser bauen. Die anderen gehen in den Wald und besorgen sich ihr
Baumaterial gratis in der Natur. Der Trend zum gemauerten Haus scheint neu zu
sein, sehen wir nur Rohbauten in unterschiedlichen Stadien. Wenn immer etwas
Geld gespart ist, wird weitergebaut.
Man kann sich
vorstellen, dass in einigen Jahren die traditionellen Häuser gänzlich
verschwunden sind.
Das Geld für die
Baumaterialen wird mit dem Verkauf von Copra (getrocknete Kokosnuss) und Kakao-Bohnen
erwirtschaftet. Zum Trockenen der Kokosnüsse dient anders als in
Französisch-Polynesien nicht die Sonne, sondern diese Öfen. Der Grund mag sein,
dass in Französisch-Polynesien nach guter französischer Art Agrar-Subventionen
fliessen. Das hemmt die Innovation.
Auch wenn es
keine Strassen und Autos gibt, an moderner Kommunikation mangelt es nicht. Fast
vor jedem Haus sehen wir einen Ständer mit Solarzellen zum Aufladen von Handys
und LED-Lampen. Eine zentrale Versorgung gibt es nur für Wasser.
Bank und Post
sind ebenfalls vor Ort, mit beschränkten Öffnungszeiten der Nachfrage angepasst.
Im Kindergarten,
der für die 3 bis 6-jährigen Pflicht ist, werden Grundkenntnisse in Lesen,
Schreiben und Rechnen vermittelt. Lautstark geben uns die Kinder eine Kostprobe,
beim Aufsagen aller Zahlen von 1 bis 100. Wir bedanken uns mit einer kleinen Spende aus Schulheften, Bleistiften, Spitzern, Zahnbürsten und Zahnpasta.
Am nächsten
Morgen segeln wir bei frischem Südwind weiter zu den Maskalyne-Inseln. Die
Inseln an der Südost-Ecke von Malakula sind von Riffen umgeben, welche bei Ebbe
mit ihren brechenden Wellen gut auszumachen sind. Auf die Karten ist ebenfalls
Verlass. Bei südlichem Wind sind die Ankerplätze in diesem Gebiet etwas
exponiert, beziehungsweise bei Ebbe für unseren Tiefgang nicht zugänglich. Wir
bräuchten Flut um die Mittagszeit, damit wir sicher durch die Riffe vor der
Insel Ulivéo kämen. Da wir Ebbe um die Mittagszeit haben, segeln wir weiter in
die Bucht Port Sandwich, dem sicheren Ankerplatz an der Ostküste. Dem Namen
nach, muss hier schon James Cook geankert haben. Der Earl of Sandwich war einer
der Förderer seiner Reisen.
Mit zwei weiteren
Etappen und einem Stopp vor der Ortschaft Norsup in der Bucht Port Stanley
kehren wir wieder nach unserer Umrundung von Malakula nach Luganville zurück.
Morgen, Montag, decken wir uns in Luganville für die Passage nach Australien ein und machen unsere Behördengänge. Dann starten wir die 1000 Seemeilen lange Strecke zu unser Zielhafen Mackay, wo wir in einer Woche ankommen wollen. Wir werden wie bei den anderen längeren Passagen wieder täglich unsere Position und einen Tagesbericht aufs Netz stellen.












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