Donnerstag 26. Mai 2016: Keine Seekühe in der Laman Bay


Um 9 Uhr verlassen wir Port Vila und manövrieren uns entlang unserer aufgezeichneten Route durch die zwei Untiefen vor dem Hafen in das tiefere Wasser der Bucht. Mit nur leichtem Wind schleichen wir dahin und müssen unser Ziel aufgeben vor Einbruch der Nacht die Laman Bay auf der nördlich von Efate gelegenen Insel Epi zu erreichen. Laut Seekarte sollte die Ansteuerung mit der nötigen Vorsicht auch bei Nacht möglich sein, wenn man weit genug vor der Küste ankert. 

Die Bucht wird als Ort gepriesen, wo sich Seekühe und Schildkröten aufhalten. Wir haben leider nur eine Schildkröte und keine Seekuh gesehen. Auch die Fischer des Dorfes, die uns bestätigten, dass eine Seekuh regelmässig die Bucht aufsucht, haben sie nicht zu Gesicht bekommen. Wir haben trotzdem 2 interessante Tage hier verbracht und viel vom Leben auf der Insel Epi erfahren.


Die unheimliche Kraft des Wirbelsturms Pam vom Februar 2015 lässt sich am zerstörten Landungssteg erkennen. Ansonsten haben die Bewohner der Dörfer in der Bucht alles wiederaufgebaut und man erkennt die Schäden nicht mehr. 


Der Flughafen der Laman Bay wird mit kleinen Propeller-Maschinen angeflogen, die Touristen für ein paar Stunden auf die Insel bringen. Eine touristische Infrastruktur gibt es nur in Ansätzen.

Wie auf Tanna werden wir von allen Menschen, denen wir begegnen, herzlichst begrüsst und gefragt, wo wir herkommen und wie langen wir bei ihnen bleiben. Anders als in Fiji können wir uns frei bewegen ohne vorher mit den Dorfältesten Kava getrunken zu haben. Spricht man die Bewohner auf dieses Ritual in Fiji an, haben sie nur Verachtung für das Kava ihrer Nachbarn übrig. Ihr Kava sei viel stärker und nicht so eine Brühe, wie wir sie von Fiji kennen. 


Die Bewohner versorgen sich mit dem was das Land hergibt und was die kleinen Versorgungsschiffe aus Port Vila und Luganville bringen. Sie verkaufen ihre Produkte wie Copra, Ananas, Kava und Yams. Das Geld verwenden sie im Wesentlichen für das Schulgeld ihrer Kinder. Nur die Pflichtschule bis zum 11. Lebensjahr wird vom Staat vollständig bezahlt, danach müssen die Eltern für die Kosten aufkommen. 


Auf der Hauptstrasse des Dorfes entlang der Bucht. Hier treffen wir diese Südsee-Schönheiten. 


Wir bleiben noch eine zweiten Tag in der Bucht. Davon mehr im morgigen Post.

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