Montag 16. Mai 2016: Auf der Kiefern-Insel


Sie trägt ihren Namen zu Recht, die Ile des Pins. Auch wenn es auf anderen Inseln genauso viele Kiefern gibt. 

Durch die Lagune im Süden Neukaledoniens geht es in einer Tagestour von Nouméa zur Ile des Pins. 


Wir segeln vorbei an kleinen Inseln, die ein paar Meter aus dem Wasser ragen und an Riffen, die nur durch brechende Wellen erkennbar sind. Anders als in Fiji kann man sich auf die Seekarten verlassen, was ein entspanntes Segeln erlaubt. Mit dem letzten Tageslicht fällt unser Anker in der Bucht von Kuto. 


Am nächsten Morgen haben wir den feinsandigen, weissen Strand und die türkisfarbene Lagune nur kurze Zeit für uns alleine. Ein 200 Meter langes Kreuzfahrtschiff ankert draussen vor der Bucht und bringt seine Fracht an Land. 


Auf der 16 Kilometer im Durchmesser grossen Insel leben etwa 2000 Menschen. Als Teil einer französische Kolonie (oder politisch korrekter Überseedepartements) gibt es ein ausgebautes Strassennetz. Wir entscheiden uns für eine Rundtour mit dem Bus zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Auch wenn die Insel klein erscheint, man könnte hier auch eine Woche bleiben, ohne dass es langweilig würde. 


Diese Statue Christi, eingerahmt von geschnitzten Totem-Pfählen der Kanaken, erinnert an die Ankunft der Missionare im August 1848, 70 Jahre nachdem James Cook sie als erster Europäer sichtete, aber nicht betrat. 


Die segelnden Ausleger-Kanus, die wie dieses Exemplar mittlerweile einen Aussenbord-Motor haben, sind das traditionelle Transportmittel auf der Insel.


Ein Kanu-Rumpf entsteht. Aus dem Vollen gearbeitet, ergibt sich trotz der Länge und der geringen Wandstärke eine stabile Struktur. 


Bekanntheit erlangte die Insel als Verbannungsort von Mitgliedern der Pariser Kommune, nach ihrer Niederschlagung durch die französische Armee im Mai 1871. Zwischen 1864 und 1897 mussten über 20'000 Verurteilte in Arbeitslagern auf der Hauptinsel Neukaledoniens ihre Strafe verbüssen. Die verbannten Mitglieder der Pariser Kommune teilten ein anderes Schicksal, mussten sie ihr Gefängnis selber bauen. Der von ihnen errichtete Wasserturm ist heute noch in Betrieb.  



Nach Aufhebung der Verbannung kehrten die meisten Häftlinge nach Frankreich zurück. Ein Teil der Gebäude wurden vom wuchernden Urwald befreit und kann heute besichtigt werden. 


Nach der Blitz-Besichtigung der Insel, ein verdientes Mittagessen am Strand. Die Skipperin erwehrt sich der Hunde, die gerne von ihrem Teller probieren würden. 

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