Der America's Cup, die älteste Sporttrophäe der Welt, wurde in den Jahre 1992 bis 2007 mit Booten der International America's Club Class ausgetragen. Die 25 Meter langen Boote haben ein Gewicht von 24 Tonnen, wobei etwa 20 Tonnen der Kiel ausmacht. Der Mast ist 35 Meter hoch und die Segelfläche (Gross- und Vorsegel) beträgt 325 Quadratmeter. 17 Mann (Frauen wären nach den Regeln nicht ausgeschlossen, es traten aber immer nur reine Männer-Crews an) segelten die Schiffe bei den Rennen. 101 Boote wurde nach dieser Konstruktionsregel gebaut und wurden von 1 bis 101 durchnummeriert, mit dem Namen des Landes des jeweiligen Besitzers davor. 2 von ihnen liegen in Auckland im Hafen und ermöglichen America's Cup Segeln für jedermann.
Mit diesem Boot, gebaut 1995 als Japan 41, später von einem englischen Syndikat als Training und Sparrings-Boot erworben und schliesslich in Neuseeland gelandet, ging es bei 5-10 Knoten Wind mit 16 anderen zahlenden Gästen aufs Wasser. Das Boot ist bis auf die nachträglich eingebaute Maschine, auf Haltbarkeit ausgelegte Segel und die fehlende Elektronik unverändert.
Das ist nicht nur durch den Mast eindringendes Regenwasser (das gibt es auch bei unserem Boot), was vor dem Auslaufen aus dem Rumpf gepumpt wird. An den Kiel-Bolzen sei der Rumpf nicht mehr ganz dicht (das gibt es bei uns nicht). Solange der Kiel nicht herunterfällt, soll es mir recht sein.
4 Mitarbeiter des Betreibers segeln das Boot, wobei die Gäste selber steuern dürfen und bei den Manövern an den Grindern kräftig kurbeln müssen.
Der Grossschot-Trimmer in Aktion. Das Boot regiert sensibel auf Böen, lässt sich jedoch angenehm ohne wesentlichen Ruderdruck steuern. Die vielen Hebel im Vordergrund schalten die Hydraulik auf Baumniederholer, Vor- und Unterliek-Strecker. Für Nicht-Segler, das sind die Verstellmöglichkeiten um die Form des Grosssegels der Wind-Stärke und Richtung anzupassen.
Hoch am Wind mit ein paar Kreuzschlägen ging es auf den Hauraki-Golf. Das Boot fährt so ruhig, dass man die Bootsgeschwindigkeit von 10 Knoten nur an der deutlich langsameren anderen Segelboot wahrnimmt.
Zurück ging es vor dem Wind unter Gennacker. Dieses 500 Quadratmeter grosse Segel wird vom Profis in 8 Sekunden hochgezogen. Bei uns dauerte es ein paar Sekunden länger, aber immer noch schnell genug, dass es nicht ins Wasser fiel.
Das Segel stammt aus den Beständen der America's Cup Zeit, wie der Stempel des Vermessers zeigt. Beim Bergen des Segels gehen 4 Mann unter Deck und ziehen das Segel möglichst schnell durch eine Luke ins Vorschiff.
Unter Deck sieht es alles andere als gemütlich aus. Alles in elegantem Carbon-Schwarz gehalten und in der Bilge schwappt des Wasser der lecken Kiel-Bolzen. Da fahren wir zum Glück etwas anders zur See, dafür aber nicht so schnell.
Nach 2 Stunden ist der Riesenspass leider schon vorbei und es geht zurück in den Hafen von Auckland.
Zum Schluss des Posts noch etwas für die Liebhaber von Schokolade. Gesehen in einem Restaurant an der Uferpromenade.











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