Dienstag 26. April 2016: Yumi hapi sel bakegen

Wenn das Wetter sich so entwickelt wie es der Wetterbericht verspricht, segeln wir am nächsten Montag Richtung Norden zurück in die Südsee. Unser erstes Ziel ist Vanuatu. 


Vanuatu, oder Neue Hebriden, wie sie vor der Unabhängigkeit genannt wurden, ist eine aus 85 Inseln bestehende Inselgruppe. Sie liegt zwischen dem 21. und 13. Breitengrad Süd.

Besiedelt wahrscheinlich um 1400 vor unserer Zeitrechnung durch Melanesier, die nach Osten segelten. Etwa 400 Jahre später erfolgte die nächste Welle der Besiedlung durch Polynesier. Am 3. Mai 1606 landete als erster Europäer der Portugiese Ferdinand de Quiros, im Dienste Spaniens, von Peru kommend nach 4 monatiger Reise auf der grössten Insel des Archipels, taufte sie Terra Australis del Espiritu Santo und verweilte dort 49 Tage. Dann meuterte die Mannschaft und segelte nach Mexiko. Erst 160 Jahre später, 1786 landete der Franzose Bougainville als zweiter Europäer auf den nördlichen Inseln, gefolgt von James Cook 1774 auf seiner zweiten Reise in den südlichen Pazifik mit seinem Schiff Resolution. Er fertigte Karten an und benannte die Inseln, deren Namen zum Teil heute noch verwendet werden. Er nannte die Inselgruppe Neue Hebriden, nach der Inselgruppe im Nordwesten Schottlands. 

Dann kamen wegen des Sandelholz die Händler und die Missionare, die oft in den Kochtöpfen der Kannibalen landeten. Der letzte rituelle, kannibalische Akt soll 1969 erfolgt sein. 

Franzosen und Engländer entschieden 1906 das Land gemeinsam zu verwalten. Das führte dazu, dass beide Sprachen offizielle Landessprachen sind. Auch gab es vor der Unabhängigkeit parallele französische und britische Verwaltungen und Gerichte. Die dritte Landessprache ist Bislama oder Pidgin English, eine Kombination aus englischem Wortschatz mit ein paar französischen Brocken sowie ozeanischer Aussprache und Grammatik. Daneben werden noch über hundert melanesische und polynesische Dialekte gesprochen. 

Etwa 270.000 Menschen leben heute in Vanuatu, d.h. im Durchschnitt 2auf einem Quadratkilometer. Pro Kopf wird ein Bruttosozialprodukt von 3000 US$ erwirtschaftet. Leider wurde Vanuatu im Februar 2015 von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht, dessen Schäden noch nicht vollständig beseitigt sind. 

Zur unseren Vorbereitungen gehört auch der Kontakt zu Zoll und Immigration. Unsere per Mail übermittelten Formulare wurden innerhalb weniger Stunden beantwortet. Wir dürfen auf der Insel Tenna Station machen und später in der Hauptstadt Port Vila auf der weiter nördlich gelegenen Insel Efate die Zollformalitäten erledigen. 


  
Auch auf den Südseeinseln braucht man Geld. Da es auf vielen der Inseln keine Geldautomaten gibt, sollte man ausreichend Bares dabei haben. Wir haben uns in Neuseeland die Landeswährung Vatu besorgt, wobei man bei der Bank erst den Gegenwert in Neuseeland-Dollar einzahlt, um dann am nächsten Tag die gewünschte Währung abzuholen. Zur Umrechnung Vatu in €: 2 Nullen streichen und 20% abziehen. 

Der auf dem Schein abgebildete Turm mit dem furchtlosen an den Beinen mit Lianen gehaltenen Springer ist ein Land-Diver. Die Bewohner Vanuatus, genauer die der Insel Pentecost sind die Urväter des Bungee-Jumpings, was sie zur Initiation junger Männer vollführen. Heute auch als Touristenattraktion, wobei der Fall so kurz vor dem Boden gestoppt wird, dass sie ihn mit den Händen berühren.  

Die Geldscheine sind auf der einen Seite in Englisch sowie Französisch bedruckt und auf der andere Seite in Bislama. Die Sprache besteht aus etwas 2500 Wörtern. Begriffe werden meist aus zwei Worten mit blong zusammengesetzt, wie Reserve Bank Blong Vanuatu. Glas blong lukluk ist eine Lupe, glas blong hariken ist ein Barometer. Rubba blong fakfak muss man mit dieser Vorbildung nicht mehr übersetzten. 

Und der Titel des Post: yumi heist wir aus you and me, hapi ist happy, sel ist segeln und bakegen bedeutet wieder aus back again. So zumindest meine Übersetzung nach einer Stunde Bislama Selbststudium. Wer sich auch dafür interessiert, kann auf www.bislama.org mehr erfahren. 
  

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