Unser erster Eindruck von Papeete war nicht besonders vorteilhaft. Die Stadt besteht im wesentlichen aus Geschäften und Wohnblocks. Geschäfte deshalb, da Papeete nicht nur das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Französisch Polynesiens ist, sondern auch die Einkaufsmetropole.
Wir haben zum Beispiel auf den Marquesas und auf Fakarava gefragt, wo man ein Paddel kaufen könnte, da die Skipperin ein Original Polynesisches Paddel wollte, wenn wir mit unserem Dinghi über kürzere Strecken paddeln anstatt den Motor auszupacken. Die Antwort war immer die gleiche, so etwas kann man nur in Papeete kaufen. Mittlerweile ist die Skipperin stolze Besitzerin eines solchen Paddels, das anders als unsere Paddel einen Winkel zwischen Paddelblatt und Paddelschaft aufweist, wobei das Paddel so gehalten wird, dass der Winkel kleiner 180° in Fahrtrichtung gehalten wird. Intuitiv hält man es gerade anders herum.
Diese Karte haben wir im Parlamentsgebäude fotografiert. Papeete ist auf Paris projeziert und die grüne Linie stellt die 200 Seemeilen Wirtschaftszone um Französisch Polynesien dar. In diesem Vergleich liegen die Marquesas in Südschweden. Und alle Einwohner dieses Gebiets fliegen nach Papeete, wenn sie etwas mehr einkaufen wollen, als den täglichen Bedarf.
Auf den zweiten Eindruck gibt es auch in Papeete ein paar nette Dinge zu beobachten, wie diese Hausfassade.
Oder das 1990 von damaligen Französischen Präsidenten François Mitterand eröffnete Rathaus, erbaut im Stil des Palastes der letzten Königin von Tahiti Pomare IV. Ihr Nachfolger Pomare V verstarb an Trunksucht und mit ihm auch die Monarchie.
Es sind vor allem die Regierungs- und Verwaltunsgebäude, die auffallen. Hier das Parlament der autonomen Region Französisch Polynesien.
Vor dem Gebäude flattern drei Flaggen im Wind. Die Polynesische, die Französische und die Europäische. Das Verhältnis Französisch Polynesiens zur EU ist ein spezielles. Die Bürger, da französische Staatsbürger, sind für das Europäische Parlament wahlberechtigt, obwohl Französisch Polynesien kein Teil der EU ist und beispielsweise die Arbeitsmarktgesetze der EU nicht anwendbar sind. Die Währung ist nicht der Euro sondern der Pazifische Franc, der allerdings fest an den Euro gekoppelt ist.
Wir sind hier deshalb Touristen mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung. Immerhin geht es uns besser als Nichteuropäern, die bei der Einreise entweder ein Rückflugticket vorweisen müssen oder bei Seglern Bargeld oder eine Bankgarantie in der Höhe eines Flugtickets hinterlegen müssen.
Das 2004 beschlossene Automonie-Statut für Französisch Polynesien besagt, dass Frankreich für Aussenpolik, Justiz, Verteidigung, innere Sicherheit und Geldwesen zuständig ist. Alle weiteren staatlichen Funktionen, vor allem die wirtschaftliche Entwicklung liegen in den Händen der Polynesier. Frankreich fördert die Autonomie, nicht ganz ohne Selbstzweck. Die Kosten 250'000 Menschen zu subventionieren, sind wohl überproportional hoch. Und ein paar Flecken Land in der Südsee haben nicht mehr ihre strategische Bedeutung wie auch schon.
Viele Gebäude sind neueren Datums. Neben diesen neuen Gebäuden sahen wir nur ein altes, welches ebenfalls im Kolonial-Stil erbaut wurde. Etwas mehr Polynesische Note wäre auch schön anzuschauen. Vielleicht hat der Sponsor mehr Gefallen an diesem Baustil.






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