Das ist die Marke des Original Curaçao Likörs aus Curaçao. Am Anfang dieser Geschichte steht ein Misserfolg.
12 Jahre nach der Entdeckung der Insel durch die Spanier im Jahr 1499 wollten sie auf Curaçao Orangen kultivieren. Die starke Sonneneinstrahlung und das trockene Klima liessen es nicht zu, dass die aus Spanien mitgebrachten Bäume fruchtige Orangen trugen. Stattdessen waren die Früchte schrumpelig und bitter.
Man überliess die Bäume der Natur bis Ende des 19. Jahrhunderts der aus Amsterdam eingewanderter Edgar Senior mit verschiedenen Zutaten experimentierte, um einen Likör herzustellen. Er realisierte den hohen Gehalt an ätherischen Ölen, der in der Sonne getrockneten Schalen der ungeniessbaren Orangen.
Sein 1896 entwickeltes Produktionsverfahren wird noch heute so verwendet, sogar mit dem Original-Destillierapparat. Die in Säcke eingenähten gebrochenen Schalen werden in Rum gekocht, um die Aromastoffe herauszulösen. Danach wird der Rum destilliert. Bei den ersten Versuchen soll das Destillat blau gewesen sein, was jedoch nicht reproduzierbar war. Im letzten Produktionsschritt wird das Destillat wieder mit Wasser verdünnt und weitere Stoffe wie Farbstoff oder Aromen wie Kaffee oder Schokolade zugegeben.
Da ein Landesnamen nicht markenrechtlich geschützt werden kann, wird die Bezeichnung Curaçao für Likör frei verwendet. Das was wir im Laden kaufen können, hat also nur den Namen mit der Insel gemeinsam. Die Mengen, die auf der Insel selber hergestellt werden, reichen für einen Export nicht aus.
Fabrik und Museum sind im Landhaus Chobolobo untergebracht. Eines der 55 noch erhaltenen, zwischen 1600 und 1850 erbauten Häusern. Diese standen meist auf einem Hügel im Zentrum einer Plantage. Die Lage wurde so gewählt, um bei einer Revolte der Sklaven, den Überblick zu haben. Ein eher frommer Wunsch.



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