Mittwoch 21.Januar 2015: Für die Freunde der Geothermie

Wie fast überall auf der Welt, fällt auch in Dominica die Geothermie niemand in den Schoss. Mit finanzieller Untersützung aus der EU und mit Hilfe von Isländischen Fachleuten will man das geothermische Potential der Vulkaninsel anzapfen. 


Wir haben uns mit einem Führer zu Fuss auf den Weg durch den Regenwald gemacht, um uns vom Potential der Erdwärme zu überzeugen. Über Vulkankreten ging es bergauf und bergab zu einer geologischen Besonderheit, die es auf der Welt in dieser Grösse neben Dominica nur in Neuseeland gibt. 


Nach ungefähr der Hälfte des Weges das erste Rauchzeichen (leicht links der Bildmitte). Von diesem Punkt in den Bergen Dominicas auf 1100 Meter über dem Meer blickt man sowohl auf den Atlantik als auch auf das Karibische Meer. 


Wir kommen der Sache näher. Das Valley of Desolation hat ein paar heisse Quellen.


Nach 3 Stunden Fussmarsch haben wir unser Ziel erreicht. Der Boiling Lake; ein See kochenden Wassers. Wir staunen nicht schlecht. Nur das Pendant in Neuseeland ist noch grösser.  Am Rand des See beträgt die Wassertemperatur ca. 90°C, in der brodelnden Mitte sollen es 230°C sein. 


Immer wieder verdecken Dampfschwaden die brodelnde Seemitte. Es ist, als schaut man in einen Kochtopf mit kochendem Wasser. Der See hat zwei Zuflüsse und einen Abfluss.


Auf Dominica muss nicht 5000m tief gebohrt werden, um festzustellen, dass die geothermische Stromerzeugung ein schwieriges Unterfangen ist. Es genügen 3 Stunden Wanderung (und 3 Stunden für den Rückweg), um kochendes Wasser in grossen Mengen an der Erdoberfläche zu beobachten. Von Zeit zu Zeit gibt es Erdstösse auch ohne Tiefenbohrungen, lebt man doch auf einer noch aktiven vulkanischen Zone. 


Bis es mit der Geothermie soweit ist, wird der Strom zu 40% aus Wasserkraft und 60% aus Dieselgeneratoren gewonnen. 


Nach zwei spannenden Tagen auf Domenica geht es morgen weiter nach Süden. Je nach Wind bis zur Südspitze Dominicas oder direkt bis nach Martinique. 

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