Samstag 16. Juli 2022: Von der Walhauptstadt in die Heringshauptstadt

Ohne Wind und ohne Walsichtung geht es durch die Bucht von Husavik nach Nordwesten. Ausserhalb der weiten Bucht kommt Nordostwind auf und frischt bis auf über 20 kn auf. Für einen besseren Windeinfallswinkel segeln wir zuerst nach WNW und dann 10 sm nach Süden als wir Siglufjördur querab haben. Neben den windigen letzten Stunden vor Seydisfjördur das bislang schönste Segeln auf diesem Törn. Und wir sehen kurz vor unserem Ziel zwei kapitale Finnwale. 

Siglufjördur generierte in den Hochzeiten des Heringsbooms 20 % des isländischen Bruttosozialprodukts und 40 % des Exportvolumens. In der Fangsaison im Sommer lebten bis zu 15'000 Menschen in dem Ort. 1969 blieben die Heringe aus und kamen auch in den folgenden Jahren nicht mehr in den Nordatlantik zwischen Island und Grönland zurück. Der Niedergang des Ortes ist auch 50 Jahre später noch sichtbar. Heute leben 1200 Menschen hier.








In einem  sehr instruktiven, mit mehreren Preisen ausgezeichneten Museum erfahren wir wie der Hering gefangen und zu Fischmehl, Fischöl und in Salz eingelegter Hering für den menschlichen Verzehr verarbeitet wurde. Spannend ist auch, unter welchen Umständen die Menschen lebten und arbeiten. 

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