Diese Wolke sieht speziell aus und war ein Spielverderber. Es ist die Rauchwolke eines Waldbrands in den Bergen hinter Positano an der Amalfi-Küste. Wegen der auf uns unablässig herabfallenden Russpartikel und Asche liessen wir den Besuch der malerischen Ortschaft aus und verlegten uns direkt am Dienstagmorgen nach Capri.
Wie der Segelführer schreibt, sollte man Capri unbedingt einen Besuch abstatten, dies jedoch tunlichst nicht im Juli oder August machen. Nach unserem Aufenthalt in diesem Epizentrums des Italienischen Sommertourismus können wir die Aussage voll und ganz bestätigen.
Während es in den Randstunden des Tages in unserer Ankerbuch im Süden der Capris noch einigermassen beschaulich zugeht, ist tagsüber die Hölle los. Manchen Freizeitkapitän will wohl nicht in den Kopf, dass eine Bucht nur ein bestimmtes Fassungsvermögen für Boote hat.
Das Besondere der Bucht sind diese beiden Felsen.
Kleinere Boote fahren durch das Loch im mittleren Felsen in die Ankerbucht.
Bevor die Massen von vornehmlich Motorbooten in die Bucht einfällt und mit ihren Heckwellen das Leben unangenehm machen, verlassen wir am nächsten Morgen unseren Ankerplatz wieder und fahren unter Motor um das Kap an der Nordost-Ecke von Capri in den Hafen der Insel um zu Tanken. Der Hafen ist brechend voll, die Tankstelle gut belegt und alle paar Minuten fährt ein Schiff voll Touristen ein oder aus.
Wir leiden unter Dichte-Stress und lassen die Tankstelle Tankstelle sein und machen uns auf zu unserem nächsten Ziel. Mit angenehmem Wind segeln wir die Strecke von 15 Seemeilen in zwei Stunden und ankeren vor Procida. Die Bucht ist zwar auch gut besucht, jedoch sind die Abstände zwischen den Schiffen so gross, dass man von einer gewissen Privacy sprechen kann.
Heute morgen verlegten wir uns den Hafen Marina Grande, der trotz Hochsaison viele freie Plätze hatte und auch keinen grossen Stau vor der Tankstelle.
Die Kulisse des Dorfes ist filmreif und diente bei den Filmen "Der talentierte Mr. Ripley" und "Der Postmann" als Hintergrund. Etwa 10.000 Menschen leben auf der Insel. Damit ist sie mit 2500 Personen pro Quadratkilometer die am dichtesten besiedelte Insel des Mittelmeers. Anders als bei ihren grösseren Schwestern Capri und Ischia spielt der Tourismus eine weniger grosse Rolle.
Morgen verlassen wir Procida auf unserem Weg nach Varazze und steuern die Insel Ponza an.









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