Dienstag 22. August 2017: Noch 160 Seemeilen bis Varazze

Schritt für Schritt nähern wir uns unserem Heimathafen. Auf dem Weg nach Norden verliessen wir am Sonntagmorgen Ponza und erreichten am Abend zum Teil mit schönen Wind aber auch ein paar Flautenlöcher nach 50 Seemeilen Fuimicino. Leider gab es im Hafen keinen freien Platz für unsere 3 Meter Tiefgang. Erstaunlich, hat der Hafen doch mehr als 800 Plätze. 

Da es keine Alternative gab, ankerten wir trotz des 1 Meter hohen Schwells vor Ostia direkt in der Einflugschneise des römischen Flughafens. 

  
Zum Glück beruhigte sich das Meer während der Nacht und die Flugzeuge waren nur im Cockpit zu hören. Am Morgen gab es dann noch einen schönen Sonnenaufgang. 

Das nächste Ziel war die Marina Riva di Traiano bei Civitavecchia, 30 Seemeilen entfernt. Bei ablandigem Wind mit 4 Beaufort ging es auf den ersten Meilen flott dahin, bis auf halber Strecke der Wind einschlief. Nach einer Stunde unter Motor kam der Wind wieder, so dass wir die letzten Meilen wieder segeln konnten. Den Hafen kannten wir von einem früheren Törn. 

Die Umgebung des Hafens ist mit Blick auf ein Kohlekraftwerk nicht so idyllisch, wobei wir nicht so nahe waren wie die Kreuzfahrer, die diesen Hafen wegen seiner Nähe zu Rom nutzen. 


In der Nachbarschaft liegt die Ortschaft Santa Severa, die uns von uns letzten Boot, der Mali 33, gut bekannt ist. Im Hafen angekommen, riefen wir Maurizio Fissi, den Bootsbauer, an. Er war in seiner Firma und hatte Zeit, uns im Hafen zu besuchen. Nach der Mali baute er noch ein paar Formen und Rümpfe für andere Boote. Heute betreibt er 3 grosse CNC-Fräsmaschinen, auf denen er im Auftrag Formen und zum Teil Abgüsse aus verschiedenen Materialen herstellt. 


Nach einer ruhigen Nacht im Hafen peilten wir heute die Insel Giglio an. Vom Erdbeben auf der nur etwa 200 Kilometer entfernten Insel Ischia haben wir nichts gespürt. Anfangs bei schönen halben Wind, der dann einschlief. Nach einiger Zeit unter Motor kam er wieder, jetzt direkt von vorne, weshalb wir hoch am Wind auf die Halbinsel Promontorio del Argentario zusteuerten. Bei der Wahl zwischen Aufkreuzen bei mittlerweile 5-6 Windstärken oder in einer Bucht der Halbinsel vor Anker zu gehen, wählten wir den Ankerplatz. Anders als die letzen beiden Nächte haben wir ein schöne Umgebung. Nur die Fallwinde in der Bucht sind etwas störend. 


Nach den Erfahrungen mit der Stetigkeit des Windes in den letzten Tag, sollte es nur eine Frage von Stunden sein, bis Ruhe einkehrt. 

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