Samstag 8. Juli 2017: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen


Am Donnerstag segelten wir mit der gegen Mittag aufkommenden Seebrise von Palermo nach Trapani im Westen Siziliens. Das heutige Arbeitspensum, physikalisch betrachtet, bestand für uns darin, das eigene Körpergewicht plus Velo von Meereshöhe auf 700 Meter zu bringen. Serpentine für Serpentine rollen wir bei angenehmen 6 bis 7% Steigung nach oben und geniessen die Ausblicke. 


Wie hier nach Norden in den Golf von Bonagia mit dem 695 Meter hohen Monte Cofano, der mit einer vierstündigen Wanderung umrundet werden kann.


Oder von ganz oben, der Blick auf Trapani mit dem grossen Wellenbrecher am Hafen und den vorgelagerten Ägadischen Inseln Favignana, Levanzo und Marettimo (von links nach rechts).

Oben auf dem Berg liegt die Ortschaft Erice, eine der ältesten Städte Siziliens. Gegründet von den Elymern, ein aus Asien stammender Volksstamm, der vor den griechischen Kolonisatoren Sizilien beherrschte. Wie an vielen Orten Siziliens finden sich auch hier Spuren alle Mächte die einst die Insel besetzten. Die Griechen bauten auf dem Berg einen Tempel zur Anbetung von Aphrodite, die Römer nutzen den Tempel für die Göttin Venus für den gleichen Zweck und die Normannen schliffen den Tempel und bauten ein Kastell, von dem nur noch ein paar Mauern die Jahrhunderte überlebten.  

  
Das pittoreske Schlösschen unterhalb des zerfallenen Kastells erbaute sich 1870 der italienische Graf Agostino Pepoli.


Sieht normannisch aus, stammt aber aus dem 17. Jahrhundert, als Sizilien zum Königreich Aragonien gehörte. 


Und noch ein Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert. Das Dorf ist mit seinen engen, verwinkelten und gepflasterten Gassen ein mittelalterliches Kleinod, mit entsprechender Dichte an Touristen, Souvenirläden und Restaurants. Nachdem wir die für den Aufstieg verbrauchten Kalorien nachgeladen hatten, stürzten wir uns in die nachmittägliche Backofen-Hitze Trapanis und besuchten die Salinen.


Heute ohne grosse kommerzielle Bedeutung, brachten die Salinen Trapani einst Wohlstand und Reichtum. 1572, steht auf einer der Informationstafeln, war Trapani der grösste Verlade-Hafen für Salz in Europa mit einer Kapazität von 200'000 Tonnen Salz pro Jahr. 


Zum Pumpen des Wassers zu den höher gelegenen, mit immer mehr Salz angereichten Becken dienten einst Windmühlen, deren Ruinen in grosser Zahl zwischen den Salzpfannen stehen. 


Bald ist Erntezeit für die Salinari, wie die Salz-Farmer genannt werden. 


Die Abdeckung mit Ziegeln verhindert, dass das Salz bis zum Abtransport vom Winde verweht wird. 

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