Donnerstag 9. März 2017: Am Ende der Einbahnstrasse angekommen


In Ilhéus, 120 Seemeilen südlich von Salvador, gingen wir vorletzte Nacht vor Anker, um Diesel zu tanken. Mit wenig Wind und ohne Grosssegel mussten wir längere Strecken unter Motor fahren, was unsere Dieselvorräte bedrohlich schmelzen liess. 

Ilhéus hat einen Yacht-Klub, aber keinen Hafen mit Tankstelle. Wir mussten mit unseren Diesel-Kanistern ins Dingi steigen, an Land ein Taxi ordern, zur Tankstelle fahren (erst bei der 3. Station gab es Diesel), 4 Kanister mit je 20 Liter füllen, zum Yacht-Klub zurück, mit dem Dingi ans Boot und Treibstoff in den Tank füllen. Für 160 Liter, damit wir sicher auch ohne Wind bis Salvador gelangen, braucht es zwei dieser Runden und einen halben Vormittag. 

Ilhéus war einst das reiche Zentrum der sogenannten Kakao-Küste. 1989 befiel ein Bakterium die Pflanzen und führte zu einer Wirtschaftskrise, von der sich die Stadt bis heute nicht erholt hat. Der Yacht-Klub stammt sichtlich ebenfalls aus den glücklicheren Zeiten. 

Heute Morgen sind wir in Marina Bahia in Salvador eingelaufen. 40 Meilen der 120 konnten wir segeln. Der Brasil-Strom hat seit Ilhéus deutlich nachgelassen und der Wind drehte auf Südost. Das Ende der 600 Meilen langen Einbahnstrasse war erreicht.   


Die grösste Aufmerksamkeit der nächsten Tagen liegt auf dem Grosssegel. Entweder wir können das Segel reparieren oder wir werden mit unserem alten Grosssegel die verbleibenden 5000 Seemeilen nach Hause segeln. Das alte Segel hatten wir vor unserer Reise in Italien eingelagert. Jetzt ist auf dem Weg nach Brasilien und soll bald eintreffen. Beim Einlaufen in den Hafen zeigte unsere Logge 35.000 Seemeilen seit dem Start im September 2014. 

Ausser dem Grosssegel sollte auch Zeit für die spannende Stadt Salvador bleiben, die einst die erste Hauptstadt Brasiliens war. Darüber mehr in den nächsten Posts.

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