Unsere Abschiedsbilder von Madagaskar, aufgenommen in der Bucht vor Hell Ville und bei den Fischern in der Crater Bay.
Am Freitag
klarierten wir in Hell Ville aus, wobei die Behörden verlangen, dass das Schiff
vor Hell Ville vor Anker liegt. Wir kamen jedoch per Taxi von der benachbarten
Crater Bay. Also wieder zurück, NOE in das 3 Seemeilen entfernte Hell Ville
verlegt und wieder zur Polizei und zum Hafenbüro. Die Polizeibeamtin hat nun unsere
Pässe gestempelt, wobei ihre Aufmerksamkeit mehr dem im ihren Büro laufenden
Fernseher galt als uns. Auch interessierte sie sich nicht wo unser Boot ist.
Offensichtlich arbeiten die Wassertaxis, die nur Geld verdienen, wenn die Boote
vor Hell Ville liegen, Hand in Hand mit den Behörden. Man könnte mit dem eignen
Dinghi an Land fahren, es gibt aber keinen ordentlichen Anleger und ob das
Dinghi nach dem Behördengang immer noch da ist, weiss man nicht.
Einen letzten
Stopp in Madagaskar haben wir am Samstag vor der Insel Nosy Sakatia im Westen
von Nosy Be eingelegt. Ein Ankerplatz mit klarem Wasser, frequentiert von
Delphinen und Meeresschildkröten. Seit Neuseeland, also seit 6 Monaten, haben
wir das Unterwasserschiff von NOE nicht mehr gereinigt. Knapp 2 Stunden unter
Wasser waren ausreichend um ein paar kleine Muscheln und einem grünlichen Belag
mit der Bürste zu entfernen. Nicht schlecht für einen 7 Jahre alten Anstrich des Unterwasserschiffs.
180 Seemeilen
beträgt die Distanz nach Mayotte. Anfangs hatten wir guten Wind und kamen nach
unserem Start am Samstagnachmittag gut voran. In der Nacht wurde der Wind
schwächer und schlief gegen Morgen ein. In einem Wechsel aus etwas Segeln, viel Motoren und drei Stunden treiben lassen, steuerten wir unsere Ankunft so, dass wir mit dem ersten Tageslicht heute Morgen durch
den Pass Passe de Brandélé in das die Insel umfassende Riff fuhren.
Mayotte gehört
geographisch zu den Komoren, ist jedoch ein Überseedepartement Frankreichs. Die
drei anderen Inseln Grand Comore, Moheli und Anjouan bilden die Islamische
Republik der Komoren. Wegen ihrer Lage entlang arabischer Handelsrouten waren
alle 4 Inseln über viele Jahrhunderte unter der Herrschaft verschiedener
Sultans. Französische, portugiesische, niederländische und englische Händler
nutzen die Inseln zur Verproviantierung auf ihren Reisen ohne koloniale Gebietsansprüche zu stellen. 1881 verkaufte der
herrschende Sultan auf Mayotte die Insel an die Franzosen zum Gegenwert von
5‘000 Franc im Jahr und militärischem Schutz gegen Überfälle von Piraten. Die anderen Komoren Inseln folgten
1886 und wurden französisches Protektorat.
In einer Volksabstimmung 1974 zum
zukünftigen Status der Insel votierte die Mehrheit in Mayotte für einen
Verbleib bei Frankreich. Die anderen drei Inseln wählten die Unabhängigkeit. In
einer späteren, zweiten Abstimmung auf Mayotte stimmten sogar 99% für den
Status Quo. Mit französischen Subventionen lebt sich wahrscheinlich angenehmer als unter der Scharia, die auf den anderen 3 Komoren Inseln angewendet wird.
Wir liegen an einer Boje vor dem örtlichen Yacht Club auf Petite Terre mit freiem Internet via Hotspot, den wir über unsere WLAN-Antenne empfangen könnten. Vive la France. Unser Nachbar an der Boje hat uns schon über die Modalitäten beim Einklarieren aufgeklärt. Wenn um 11 Uhr der Yacht Club öffnet, holen wir uns dort das Formular, damit geht es an den Flughafen zu Immigration und Zoll. Dann mit der Fähre nach Grande Terre zum Hafenmeister. Und schon sind wir offiziell im Schengen-Raum.



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