Dienstag 18. Oktober 2016: Segeln mit den Locals



Paul lebt mit seiner Familie in der Bucht und betreibt mehrere Geschäfte. Zum einen nutzt er seine Piroge als segelnden Lastkahn, mit der er bis zu 1200 Kilogramm Ladung befördert. Zum anderen ist er Touristenführer und segelt Gäste mit seiner Piroge durch die Bucht oder zeigt ihnen die verschlungenen Pfade ins Hinterland.

Ausserhalb der der Cruising Saison, die von Mai bis November dauert, betätigt er sich als Köhler und verkauft die Holzkohle in Hell Ville. Je nach Saison erntet er Ananas, Bananen und Mango, die er ebenfalls nach Hell Ville segelt und dort verkauft.


Sein Boot ist 7 Meter lang und erreicht bei guten Verhältnissen trotz des für die Bootsgrösse kleinen Segels 7 Knoten Geschwindigkeit. In drei Stunden sei er in Hell Ville. Er zöge die Sicherheit einer noch besseren Geschwindigkeit vor. Wenn der Wind schlecht steht, dauert die Rückfahrt ein Vielfaches, da das Aufkreuzen gegen den Wind nicht die Stärke dieses Bootstyps ist. Der Rumpf der Piroge ist weniger als einen Meter breit. Die Stabilität bekommt sie durch einen Schwimmer auf der rechten Seite und einen Ausleger auf der anderen. Auf dem Ausleger liegt ein 20 Kilogramm schwerer Sandsack und Mannschaft oder Gäste tragen mit ihrem Gewicht ebenfalls zur Balance bei.


Als Steuermann hat er alle Leinen zur Bedienung der Segel vor sich. Links die Schot, in der Mitte das Fall und rechts die beiden Halsleinen. Das Segel ist asymmetrisch und ist an einem Liek an einer Spiere befestigt. Es wird ähnlich gefahren wie ein Gennacker, mit einer Halsleine durch den Bugspriet und einer zusätzlichen Halsleine, die direkt zum Heck geführt wird.


Zum Wechseln des Bugs (für Nichtsegler, Wechsel der Fahrtrichtung mit Windeinfall von der anderen Seite) fährt er eine Halse. Dabei wird das Want an der alten Luv-Seite gelöst und an der neuen Luv-Seite befestigt. Die Schot nimmt er aussen um die Halsleinen herum und führt sie nach hinten. Dabei schwingt die Spiere auf die andere Seite des Mastes. Noch die beiden Halsleinen justieren, Schot dichtholen und die Fahrt geht weiter.



Der segelnde Tourist. Begeistert, wie schnell mit low tech gesegelt werden kann.  

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