Nach eigenen Angaben betreibt Doyle in Neuseeland die flächenmässig grösste Segelmacherei der Welt. Wir haben sie heute in Auckland besucht, um die Reparaturen an unseren Segeln zu besprechen. Trotz ein paar verschleissbedingter Schäden waren sie vom Zustand unserer Segel nach einer halben Weltumseglung positiv überrascht.
Der Servicechef untersucht unser Grosssegel.
Probieren geht über studieren. Ein neuer Segelschnitt wird ausprobiert. Hier dient der Parkplatz als Windkanal. Das geht fast immer. Wir haben in den 3 Wochen, in denen wir in Neuseeland sind, nur wenige windstille Tage erlebt. Wenn es etwas wissenschaftlicher präziser sein muss, verwenden sie den Windkanal der Universität in Auckland.
Wer sich nicht vorstellen kann, was eine Segelmacherei ist, dieses Bild. Ein traditionelle Segelwerkstatt ist eine grosser Raum, mit in den Boden versenkten Nähmaschinen. Das Know-How liegt in den Schnitten der Segel und der Verarbeitung.
Der nicht-traditionelle Teil des Betriebes ist noch einmal so gross. Anders als die Werkstatt ist er klimatisiert und gegen aussen geschlossen. Dort werden die faserverstärkten Laminate hergestellt, die dann in der Werkstatt, wie im oberen Bild zu sehen, konventionell zu Segeln komplettiert werden.
Das sind nicht die Bänder für die Weihnachtsverpackungen für die Kundengeschenke sondern hochfeste Carbon- oder Technora-Fasern, die mit einer 2-Koordinaten-Maschine so auf die Segelfolie gelegt werden, dass die Kräfte im Segel aufgenommen werden können. Das heisst, dort wo die Kräfte am grössen sind, also in den Ecken liegen mehr Fasern als in der Mitte.
Die Fasern werden von aussen zugeführt, laufen über einen Wagen an der Decke und von dort in den Kopf, der die Fasern auf eine Folie aufklebt, die in Form des Segels zugeschnitten ist. Der Kopf fährt auf der schwarz-gelben Brücke von links nach rechts. Die Brücke selbst bewegt sich von vorne nach hinten. Sind alle Fasern verlegt, wird mit gossen Druck eine Folie auf die Oberseite geklebt. Dann erfolgt die konventionelle Komplettierung des Segels und der Segelspass mit einem leichten, hochfesten und formstabilen Segel kann beginnen.






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