Donnerstag 29. Oktober 2015: Simon, unser Pfadfinder



Auf die Frage, wie er in den Gewässern Fijis mit seinem Kreuzfahrtschiff, das 60 Meter lang ist und 4 Meter Tiefgang hat, navigiere, antwortete uns Simon, der Kapitän von der Reef Endeavour (nomen est omen), dass die Papierkarten ganz ok sind und im wesentlichen fahre er auf seinen Routen von Wegpunkt zu Wegpunkt im Wissen, dass zwischen den Wegpunkten keine Untiefen liegen. 

Leider haben wir von der Yasawa-Gruppe keine detaillierte Papierkarte und unsere elektronische Karte zeigt für die Gewässer westlich der Inseln keine Details wie Wassertiefen. Nur ein paar grüne Flecken in einer einfarbig blauen Fläche. Die grünen Flecken sind Riffe, die bei Niedrigwasser sichtbar sind. 

Um 5 Uhr morgens weckt uns das Rasseln der Ankerkette des neben uns ankernden Kreuzfahrtschiffes. Noch in der Dunkelheit fährt es in Richtung der Untiefen, damit die Passagiere ihr Frühstück in einer neuen Umgebung einnehmen können. Das geht nur, wenn auf die anzufahrenden Wegpunkte Verlass ist und die Amerikaner das GPS nicht abschalten. 


Da wir in die gleiche Bucht wollen, kommen wir zu unseren Wegpunkten. Mit dem AIS-Signal des Kreuzfahrtschiffes (alle paar Sekunden sendet es Position, Kurs, Geschwindigkeit und weitere Informationen zum Schiff) und der Wegpunkt-Funktion unseres Kartenplotters zeichnen wir seine Route auf. Nach 2 Stunden, gegen 7 Uhr morgens, ist das Schiff in der 15 Seemeilen entfernten Bucht Sawu-I-Lau angekommen. Die Route sieht an sich sehr logisch aus, unter die vielen roten Kreuzen verstecken sich aber ein paar grüne Flecken. Bei frischem Nordostwind können wir gesamte Stecke bis auf die letzten Meilen segeln und halten uns strikt an die Wegpunkte. Die Wassertiefen schwanken zwischen 16 und 60 Meter und an einer Stelle sehen wir links und rechts von uns die Brecher der Riffe.  


Wir laufen in die Bucht ein. Danke Simon von der Reef Endeavour für das Vorausfahren. Das schont unsere Nerven. Falls jemand mehr wissen will über dieses Schiff und seine Routen in den Gewässern Fijis, unter Reef Endeavour googeln. 

  
Die schnellere Art um in Fiji zu entlegenen Inseln ohne Flugplatz oder zu den vielen Ressorts in der Yasawa-Gruppe zu kommen. 


Ihm, dem Oberhaupt der Ortschaft Nabukeru, machen wir mit einem Bündel Kava-Wuzeln unsere Aufwartung. Er sitzt mit seinen Dorfbrüdern im Schatten auf Pandanus-Matten und schlürft Kava. Als ob sie auf uns gewartet haben. Oder es war ihnen heute Nachmittag etwas langweilig. 


Wir kommen mit einer kleinen Schale Kava aus dem Gefäss in der Bildmitte davon und dürfen uns dann frei im 150 Seelen Dorf bewegen. 


Die Schule ist aus. Die Kinder zeigen sich stolz vor dem Schild ihrer Schule und führen uns zum Rektor, oder main teacher wie sie es nennen. 


Er empfängt uns in seinem Büro und erzählt dass er vom "main land" komme (so nennen die Fiji ihre grösste Insel) und seit zwei Jahren hier unterrichte. In seinem Büro hängt eine Europakarte, auf der Liechtenstein und Vaduz verzeichnet sind. Damit entfällt das aufwendige Erklären am anderen Ende der Welt, wo wir herkommen. 


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