Der Mix aus Sonne, Wolken und Regenschauern begleitet uns weiterhin. Der polynesische Winter fühlt sich nasser und kälter an, als wir ihn erwartet hätten. Kommt hingegen die Sonne heraus, wird es sofort warm und es hat T-Shirt Wetter.
Nachdem wir am
Samstag die Wunder der Erosion an der Nordwest-Küste betrachteten, ging es heute
auf die Ostseite der Insel. Die Strasse führt quer über die Insel durch einen
Dschungel aus verschiedenen Laubbäumen, Kokospalmen, Sträuchern und Farnen, die
an vielen Stellen so dicht und hoch wachsen, dass sie ein grünes Dach bilden,
unter dem wir hindurch fahren. Nur an wenigen Stellen wurde gerodet um Fläche für
den Anbau von Bananen oder Papaya zu schaffen.
Auffallend sind
die vielen verlassenen und zerfallenden Häuser. Etwa die Hälfte schätzen wir
sind nur noch Ruinen und auch die offensichtlich bewohnten machen einen eher schäbigen
Eindruck. Der Folgen des Wirbelsturms Heta, der 2004 die Insel verwüstete, und
die Abwanderung der Bevölkerung nach Neuseeland lassen sich nicht verbergen.
Einzig die bis zu 200 Touristen, die jeden Freitag mit dem Flugzeug aus Aukland
kommen, bringen etwas Geld ins Land. Der Flughafen Niues kennt ausser diesem
Flug einmal die Woche keine weitere Flugbewegung.
Ein Wanderweg
führt uns durch den Wald entlang an Korallenblöcken, die einst den inneren Rand
des Atolls bildeten. Am äusseren Rand
öffnet sich der Blick auf Meer und auf eine Karstlandschaft, die aus einer
Unmenge von mannshohen, spitze Kalkgebilden besteht. Ein kleiner Weg erlaubt
den Abstieg durch das sonst nahezu undurchdringbare Labyrinth.
Am Ende des Weges
steigen wir über eine Leiter in eine 20 Meter tiefe Kluft hinab, die gleich einer Oasen einen von Palmen bewachsenen Sandboden hat. Die genügsamen Palmen gedeihen sogar hier.
Wir besuchen noch
eine weitere Kluft, die zwar tiefer, aber kaum zwei Meter breit ist, und schlicht unfotogen ist.
Wir kommen ins
Gespräch mit einem neuseeländischen Ehepaar aus der Nähe von Aukland, die ihren
Urlaub auf Niue verbringen. Wir erhalten von ihnen wertvolle Tipps zum Segeln im
Hauraki-Golf, da sie in einer Marina nördlich von Aukland ihr Boot liegen
haben. Das ist das Segelgebiet, wo Alinghi einst den Americas-Cup gegen
Neuseeland gewonnen hat.
Sie fragen uns,
ob wir uns an der Boje sicher fühlen. Sie haben es vor zwei Jahren erlebt, dass
ein Katamaran an einer dieser Bojen abgetrieben wurde, da die Verbindung
zwischen Trosse und Meeresboden nicht hielt. Zusätzlich kam der Wind aus Süden
und trieb den Katamaran an Land. Bis er geborgen werden konnte, war er
schrottreif. Wir hoffen, dass der Niue Yacht Club daraus gelernt hat und nun
seine Bojen in Ordnung hält. Und wir haben Ostwind. Sollte unsere Boje nicht halten,
würde sich NOE alleine nach Tonga, unserem nächsten Ziel, aufmachen.





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