Wir nähern uns Tonga. Es ist nass, kühl und mit 6 bis 7 Windstärken recht windig. Segeln in den Tropen sollte anders aussehen.
Das Königreich
Tonga besteht aus 170 Inseln, von denen jedoch nur 36 dauernd bewohnt sind.
Zwischen dem 174. und 175. westlichen Breitengrad erstreckt sich Tonga über 500
Kilometer von Nord nach Süd mit der Hauptinsel Tongatapu im Süden und der
Niua-Gruppe im Norden. Dazwischen liegen die als Kronjuwelen Tongas bezeichnete
Vava’u-Gruppe, mit ihrem fjordartigen Labyrinth kleiner, bewaldeter Inseln und die
Ha’apai-Gruppe, die sich durch ihre Korallenriffen und endlosen Sandstränden
auszeichnet. Der Wasserfläche Tongas von 700‘000 km2 stehen 747 km2
Landfläche gegenüber.
Tongas Staatsform
ist eine konstitutionelle Erbmonarchie und ist damit das einzige Königreich
Polynesiens. Obwohl von mehreren europäischen Entdeckern bereist, wurde Tonga
nie Kolonie einer Seemacht. Die ersten Europäer, die die nördlichsten Inseln
Tongas sichteten, waren 1616 die Holländer Willem Schouten und Jakob Le Marie.
1643 erforschte Abel Tasman Teile des Archipels. James Cook bereiste die Inseln
auf zwei seiner Reisen und verbrachte 1777 3 Monate auf Tongatapu und der
Ha’apai-Gruppe. Da man ihm sagte und er es glaubte, dass es nördlich keine sicheren
Ankerplätze gäbe, blieb die Vava’u-Gruppe bis 1781 von Europäern unentdeckt,
als der Spanier Don Francisco Antonio Mourielle, sie als eine der letzten
Inseln im südlichen Pazifik entdeckte. Er ankerte vor der Ortschaft Neiafu,
einem der besten und sichersten Naturhafen weit und breit, da von allen Seiten
geschützt. Dies ist auch unser Port of Entry, neben etwa 65 anderen Yachten auf
ihrem Weg nach Westen.
Die Besiedlung
durch die Polynesier erfolgte schon deutlich vor unserer Zeitrechnung.
Fundstücke der sogenannten Lapita-Kultur lassen sich auf etwa 900 vor Christi
datieren. Den Beinamen die freundlichen
Inseln, dem man hier in Firmennamen wie „The Friendly Island Book Shop“ begegnet,
erhielten sie von James Cook, der vom Empfang und der Bewirtung durch die
Polynesier sehr angetan war.
Offensichtlich war das nur eine Finte um ihn einzulullen und später zu
überfallen. Da sich die Häuptlinge jedoch nicht darauf einigen konnten, wie es
genau anstellen sollten, reiste er mit seinen beiden Schiffen vor seinem
vermeintlichen Ende ab. So zumindest die Legende, der damals von Kannibalen
bewohnten Inseln.
Tonga liegt
östlich der Datumsgrenze, die entlang des 180. Breitengrads verläuft. Um das
gleiche Datum wie die wichtigen Nachbarn Neuseeland und Australien zu haben,
macht die Datumsgrenze um Tonga einen Bogen nach Osten In Tonga beginnt
sozusagen der Tag. Gegenüber Mitteleuropa gehen die Uhren 12 Stunden vor, auch
wenn es den Anschein hat, dass sie hier deutlich langsamer laufen.
Das Einklarieren
bei Zoll, Immigration und Gesundheitsbehörde verläuft sehr unbürokratisch. Der
Herr vom Zoll kommt kurz nachdem wir an der Pier festgemacht haben an Bord. Bei
den alkoholischen Getränken will er unser Bier sehen. Schon seit unserer
Abfahrt in Varazze fahren wir ein paar Dosen Heiniken spazieren, wobei die
Marke beim Zöllner Eindruck erweckt. Den Hinweis der Skipperin, dass das Bier
seit einigen Monaten abgelaufen ist, entgegen der Zöllner, dass er das Bier gerne
für uns entsorgen werde. Wir gehen davon aus, dass die fachgerechte Entsorgung
durch seine Kehle erfolgt. Prost.

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