Freitag 28. August 2015: Landfall auf Tonga, den freundlichen Inseln


Wir nähern uns Tonga. Es ist nass, kühl und mit 6 bis 7 Windstärken recht windig. Segeln in den Tropen sollte anders aussehen.  

Das Königreich Tonga besteht aus 170 Inseln, von denen jedoch nur 36 dauernd bewohnt sind. Zwischen dem 174. und 175. westlichen Breitengrad erstreckt sich Tonga über 500 Kilometer von Nord nach Süd mit der Hauptinsel Tongatapu im Süden und der Niua-Gruppe im Norden. Dazwischen liegen die als Kronjuwelen Tongas bezeichnete Vava’u-Gruppe, mit ihrem fjordartigen  Labyrinth kleiner, bewaldeter Inseln und die Ha’apai-Gruppe, die sich durch ihre Korallenriffen und endlosen Sandstränden auszeichnet. Der Wasserfläche Tongas von 700‘000 km2 stehen 747 km2 Landfläche gegenüber.

Tongas Staatsform ist eine konstitutionelle Erbmonarchie und ist damit das einzige Königreich Polynesiens. Obwohl von mehreren europäischen Entdeckern bereist, wurde Tonga nie Kolonie einer Seemacht. Die ersten Europäer, die die nördlichsten Inseln Tongas sichteten, waren 1616 die Holländer Willem Schouten und Jakob Le Marie. 1643 erforschte Abel Tasman Teile des Archipels. James Cook bereiste die Inseln auf zwei seiner Reisen und verbrachte 1777 3 Monate auf Tongatapu und der Ha’apai-Gruppe. Da man ihm sagte und er es glaubte, dass es nördlich keine sicheren Ankerplätze gäbe, blieb die Vava’u-Gruppe bis 1781 von Europäern unentdeckt, als der Spanier Don Francisco Antonio Mourielle, sie als eine der letzten Inseln im südlichen Pazifik entdeckte. Er ankerte vor der Ortschaft Neiafu, einem der besten und sichersten Naturhafen weit und breit, da von allen Seiten geschützt. Dies ist auch unser Port of Entry, neben etwa 65 anderen Yachten auf ihrem Weg nach Westen.

Die Besiedlung durch die Polynesier erfolgte schon deutlich vor unserer Zeitrechnung. Fundstücke der sogenannten Lapita-Kultur lassen sich auf etwa 900 vor Christi datieren.  Den Beinamen die freundlichen Inseln, dem man hier in Firmennamen wie „The Friendly Island Book Shop“ begegnet, erhielten sie von James Cook, der vom Empfang und der Bewirtung durch die Polynesier sehr angetan war.  Offensichtlich war das nur eine Finte um ihn einzulullen und später zu überfallen. Da sich die Häuptlinge jedoch nicht darauf einigen konnten, wie es genau anstellen sollten, reiste er mit seinen beiden Schiffen vor seinem vermeintlichen Ende ab. So zumindest die Legende, der damals von Kannibalen bewohnten Inseln.

Tonga liegt östlich der Datumsgrenze, die entlang des 180. Breitengrads verläuft. Um das gleiche Datum wie die wichtigen Nachbarn Neuseeland und Australien zu haben, macht die Datumsgrenze um Tonga einen Bogen nach Osten In Tonga beginnt sozusagen der Tag. Gegenüber Mitteleuropa gehen die Uhren 12 Stunden vor, auch wenn es den Anschein hat, dass sie hier deutlich langsamer laufen.

Das Einklarieren bei Zoll, Immigration und Gesundheitsbehörde verläuft sehr unbürokratisch. Der Herr vom Zoll kommt kurz nachdem wir an der Pier festgemacht haben an Bord. Bei den alkoholischen Getränken will er unser Bier sehen. Schon seit unserer Abfahrt in Varazze fahren wir ein paar Dosen Heiniken spazieren, wobei die Marke beim Zöllner Eindruck erweckt. Den Hinweis der Skipperin, dass das Bier seit einigen Monaten abgelaufen ist, entgegen der Zöllner, dass er das Bier gerne für uns entsorgen werde. Wir gehen davon aus, dass die fachgerechte Entsorgung durch seine Kehle erfolgt. Prost.  

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