Jeder, der sich
mit einer Weltumseglung beschäftigt,
stösst früher oder später auf diesen Namen. Bei der Umrundung der Insel sah ich
(die Skipperin spürte eine aufziehende Grippe und blieb im Boot) gegenüber dem
Flughafen zwischen Strasse und Meer einen kleinen Friedhof, der mit einem
modernen Geschütz dekoriert war und auf dem alle Gräber weisse Holzkreuze
hatten. Als ich vom Rad stieg, entdeckte ich diesen Grabstein.
Wenn man von Französisch
Polynesien weiter nach Westen segelt, gibt es verschiedene Möglichkeiten für
die Routenwahl. Entweder segelt man auf der gleichen geographischen Breite nach
Westen Richtung Samoa, was 1200 Seemeilen entfernt liegt und von dort nach
Fidschi. Auf dem Weg dorthin geht es durch die nördlichen Cook-Inseln, deren
südlichste das Atoll Suvarrow ist. Oder man segelt wie wir weiter südlich nach
Rarotonga, also zu den südlichen Cook-Inseln und von dort über Niue und Tonga
nach Fidschi.
Wir sind, wie wir feststellen,
die deutliche Minderheit, liegen neben uns nur zwei andere Segelboote im Hafen
und die Super-Yacht M5, die wir auch in Nuku Hiva gesehen haben, draussen auf
Reede. Man kann auch zwischen mehr nördlich und mehr südlich gelegenen Inseln hin
und herpendeln, um einige der Cook-Inseln, Samoa, Niue, Tonga und Fidschi zu
besuchen.
Das Atoll
Suvarrow ist unbewohnt. Es ist ein Naturschutzgebiet, auf dem während der
Hurrikan freien Zeit ein paar Park-Ranger leben. Die Lagune hat einen befahrbaren
Pass.
Auf zwei
Einsiedler hat Suvarrow eine grosse Anziehungskraft ausgeübt. Der erste war Robert
Dean Frisbie, der sich jedoch nur kurz dort aufhielt, da er mit den kargen
Lebensbedingungen nicht zu Recht kam.
Erfolgreicher war
Tom Neale. Der Neuseeländer, der fast sein ganzes Leben in der Südsee
verbrachte, lebte insgesamt 16 Jahre alleine auf Suvarrow, unterbrochen von zwei
längeren Aufenthalten in Rarotonga. Zum ersten Mal sah er das Atoll 1945, auf
einer Versorgungsmission zu den dort anwesenden Wachsoldaten. Es dauerte jedoch
bis 1952, als sein erster Aufenthalt auf dem mittlerweile wieder menschenleeren
Atoll begann. Er endete nach zwei Jahren mit der Rückkehr nach Rarotonga wegen
starker Rückenbeschwerden, die in nahezu paralysierten. Glücklicherweise
besuchte zu dieser Zeit eine Yacht das Atoll und fand ihn in seiner misslichen
Lage.
Der zweite
Aufenthalt dauerte vier Jahre von 1960 bis 1964. Neale kehrte freiwillig nach
Rarotonga zurück, unter anderen, da ihn der periodische Besuch von Perlentaucher
auf Suvarrow in seinem Einsiedlerleben störte.
1967 siedelte er
wieder auf Suvarrow und lebte dort bis 1977, als ihn die Besatzung einer Yacht
an Magenkrebs erkannt vorfand und nach Rarotonga brachte, wo er 8 Monate später
verstarb.
Die ersten beiden
Aufenthalte als Einsiedler hat er in seinem 1966 erschienen Buch „An Island to
Oneself“ verarbeitet.

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