Donnerstag 30.Juli 2015: Tom Neale, Suvarrow

Jeder, der sich mit einer Weltumseglung  beschäftigt, stösst früher oder später auf diesen Namen. Bei der Umrundung der Insel sah ich (die Skipperin spürte eine aufziehende Grippe und blieb im Boot) gegenüber dem Flughafen zwischen Strasse und Meer einen kleinen Friedhof, der mit einem modernen Geschütz dekoriert war und auf dem alle Gräber weisse Holzkreuze hatten. Als ich vom Rad stieg, entdeckte ich diesen Grabstein.



Wenn man von Französisch Polynesien weiter nach Westen segelt, gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Routenwahl. Entweder segelt man auf der gleichen geographischen Breite nach Westen Richtung Samoa, was 1200 Seemeilen entfernt liegt und von dort nach Fidschi. Auf dem Weg dorthin geht es durch die nördlichen Cook-Inseln, deren südlichste das Atoll Suvarrow ist. Oder man segelt wie wir weiter südlich nach Rarotonga, also zu den südlichen Cook-Inseln und von dort über Niue und Tonga nach Fidschi.  

Wir sind, wie wir feststellen, die deutliche Minderheit, liegen neben uns nur zwei andere Segelboote im Hafen und die Super-Yacht M5, die wir auch in Nuku Hiva gesehen haben, draussen auf Reede. Man kann auch zwischen mehr nördlich und mehr südlich gelegenen Inseln hin und herpendeln, um einige der Cook-Inseln, Samoa, Niue, Tonga und Fidschi zu besuchen.

Das Atoll Suvarrow ist unbewohnt. Es ist ein Naturschutzgebiet, auf dem während der Hurrikan freien Zeit ein paar Park-Ranger leben. Die Lagune hat einen befahrbaren Pass.

Auf zwei Einsiedler hat Suvarrow eine grosse Anziehungskraft ausgeübt. Der erste war Robert Dean Frisbie, der sich jedoch nur kurz dort aufhielt, da er mit den kargen Lebensbedingungen nicht zu Recht kam.

Erfolgreicher war Tom Neale. Der Neuseeländer, der fast sein ganzes Leben in der Südsee verbrachte, lebte insgesamt 16 Jahre alleine auf Suvarrow, unterbrochen von zwei längeren Aufenthalten in Rarotonga. Zum ersten Mal sah er das Atoll 1945, auf einer Versorgungsmission zu den dort anwesenden Wachsoldaten. Es dauerte jedoch bis 1952, als sein erster Aufenthalt auf dem mittlerweile wieder menschenleeren Atoll begann. Er endete nach zwei Jahren mit der Rückkehr nach Rarotonga wegen starker Rückenbeschwerden, die in nahezu paralysierten. Glücklicherweise besuchte zu dieser Zeit eine Yacht das Atoll und fand ihn in seiner misslichen Lage.

Der zweite Aufenthalt dauerte vier Jahre von 1960 bis 1964. Neale kehrte freiwillig nach Rarotonga zurück, unter anderen, da ihn der periodische Besuch von Perlentaucher auf Suvarrow in seinem Einsiedlerleben störte.

1967 siedelte er wieder auf Suvarrow und lebte dort bis 1977, als ihn die Besatzung einer Yacht an Magenkrebs erkannt vorfand und nach Rarotonga brachte, wo er 8 Monate später verstarb.


Die ersten beiden Aufenthalte als Einsiedler hat er in seinem 1966 erschienen Buch „An Island to Oneself“ verarbeitet.  

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