Donnerstag 4.Juni 2015: Der Lebensnerv der Atolle

Auf den Atollen Französisch Polynesiens leben 17'000 Menschen, davon 3'200 auf Rangiroa, dem gössten Atoll der Tuamotus. Fehlendes Süsswasser und Boden der aus Korallen mit einer dünnen Schicht Erde besteht, lassen keine Landwirtschaft zu. Nur die genügsamen Kokospalmen gedeihen auf den Atollen. Fischfang, sowie die Zucht von Hühnern und Schweinen vervollständigen die Palette der lokalen landwirtschaftlichen Produkte.  

Alles was es zum Leben braucht wird per Schiff auf die bewohnten Atolle gebracht. 6 Versorgungsschiffe fahren im wöchentlichen oder monatlichen Rhythmus die Atolle an. In den grossen Atollen machen die Schiffe an der Pier fest, wie hier die Mareva Nui im Pass Avatoru auf Rangiroa. In den kleinen Atollen gehen sie vor Anker und laden zuerst einen Gabelstabler auf ein Floss und bringen ihn an Land, damit danach die Waren vom Floss gefahren werden können. Dieses etwas umständliche Verfahren haben wir auf Kauehi beobachtet, wo uns im ersten Augeblick nicht klar war, warum ein Gabelstabler verladen wird.  

  
Will ein Bewohner eines Atolls ein Auto kaufen und es gibt erstaunlich viele Autos, fliegt er nach Papeete zum Probefahren und sein Auto wird dann per Schiff geliefert. Ebenso der Treibstoff und die Erstatzteile. Auf Rangiroa gibt es sogar eine Tankstelle und dies bei einem Strassennetz von 10 Kilometern. Auf dem 10 Kilometer langen Motu zwischen den Pässen Avatoru und Tiputa lebt der Hauptteil der Bevölkerung und der Flughafen mit mindestens einem Flug pro Tag nach Tahiti liegt ebenfalls hier.  

Eine Ausnahme bei den landwirtschaftlichen Produkten ist erstaunlicherweise der Wein. Auf Rangiroa gibt es einen  "Weinberg". Es ist natürlich kein Berg, sondern ein Fläche. 


Leider war das Degustationslokal geschlossen, weshalb wir nicht sagen können, wie der Korallenwein schmeckt. Wir werden sicher eine Flasche kaufen und dann unser unfachmännisches Urteil abgeben. 

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