Dienstag 26.Mai 2015: Die Perlen des Herrn Steiner

Seit gestern sind wir in Fakarava, unserem zweiten Südsee-Atoll. Als wir um 12 Uhr nach 4 Stunden Segeln vor dem Pass standen, war das genau die Zeit mit den grössten Strom (laut Current Gestimator). Da die Wellen nur etwa einen halben Meter hoch waren, sind wir dennoch in den breiten Pass gefahren. Gegen 3 Knoten Strom kamen wir gut an und erreichten problemlos die Lagune. Ausser dass die Skipperin etwas aufgeregt war und nur dieses Foto von der Passpassage machte. 




Beim ersten Landgang sahen wir an der Hauptstrasse von Rotoava das kleine Schmuckgeschäft Dream Pearls. Auf die Frage, ob man auf Fakarava eine Perlenfarm besuchen kann, wurden wir gebeten um 11 Uhr wieder zu kommen. Dann könnten wir die 8 Kilometer bis zur Perlenfarm mitfahren und man würde uns alles zeigen.  

Im Geschäft fiel uns noch das Wappen der Familie Steiner auf. Die Verkäuferin sagte uns, dass sei ihr Vater, der aus Lausanne zuerst zu den Marquesas und dann nach Fakarava auswanderte, wo er eine polynesische Frau heiratete und das Unternehmen Dream Pearls gründete.


In der Perlenfarm werden von 20 Mitarbeitern pro Tag 6000 Muscheln bearbeitet. Das Resultat sind etwa 4000 geerntete Perlen. Bis der Muschel ein Fremdkörper zur Perlenbildung eingesetzt  werden kann, muss sie zwei Jahre alt sein. Nach dem Einsetzten dauert es weitere zwei Jahre bis sich die Perle ausgebildet hat, wenn das Einsetzen erfolgreich war. Eine Muschel kann ein zweites und ein drittes Mal durch den Prozess gehen, wobei die dritte Perle nicht mehr die Qualität hat.  Dream Pearls hat etwa 3 Millionen Muscheln im Umlauf.

Die Atolle eignen sich mit ihrem sauberen und strömungsreichen Wasser besonders gut für die Perlenzucht. Ausserhalb des Wassers lebt die Muschel nur 6 Stunden. Je weniger lange sie aus dem Wasser ist, desto besser. Daher werden die Muscheln zwischen den verschiedenen Arbeitsgängen immer wieder ins Wasser gelegt. 

Die Arbeitsgänge sind Reinigen der Muschel, Öffnen, Einsetzten einer Kunststoffkugel und des Perlmuttkeims sowie Befestigen der Muscheln an Kunststoffmatten, die im Atoll auf 8-10 Meter Wassertiefe abgesenkt, für die nächsten zwei Jahre dort belassen werden. Durch eine farbliche Kennung wird zur Erfolgskontrolle rückverfolgt, welcher Mitarbeiter den Keim eingesetzt hat. 




  



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