Dienstag 12.Mai 2015: Der Wasserfall von Vaipo


Die Baie Hakatea liegt 5 Seemeilen westlich von Taiohae. Hier beginnt unsere Wanderung durch ein Tal, welches einst von mehreren Tausend Menschen bewohnt war. Zur Zeit von James Cook sollen auf den Marquesas 80'000 Menschen gelebt haben. 100 Jahre später waren es nur noch 2'000. Vor allem westliche Krankheiten, die das Immunsystem der Polynesier überforderten,  führten zu dieser massiven Entvölkerung. 


  
Das Tal wird begrenzt durch steil aufragende Felswände, die sich über 600 über dem Talboden erheben. Wenige Menschen leben heute hier und leben von dem was das Meer und die Vegetation hergibt. Zusätzlich jagen sie die wilde Ziegen und halten Hühner und Schweine. Dort wo das Land kultiviert wird, entspricht es dem Garten Eden. Wer Herman Melvilles "Abenteuer in der Südsee" gelesen hat, fühlt sich in diese Zeit zurückversetzt.



Keine Karikatur oder Fotomontage, sondern eine funktionierende Telefonzelle an einem entlegenen Winkel der Erde. Hebt man den Höhrer ab, kommt das Freizeichen. 




Wir laufen entlang dem Pfad, den die Polynesier angelegt haben, um von Ortschaft zu Ortschaft in diesem Tal zu gelangen und haben beeindruckende Aussichten auf die Vulkanfelsen. Man schätzt, dass das Tal etwa ab 700 nach Christi bewohnt wurde. 




Das ist er, der Wasserfall von Vaipo. 500 Meter fällt das Wasser in die Tiefe, auch wenn die Menge nicht allzu gross ist. Auf der Liste der grössten Wasserfälle der Welt ist er nicht verzeichnet, obwohl er zu den Top 10 gehört. 



Immer wieder treffen wir auf Ruinen von paepae, den Kultplätzen der Polynesier. 


Ein polynesisches Vorratslager für Brotfrüchte. Da in manchen Jahren die Bäume zu wenig Früchte trugen, wurden in diesen rechteckigen Vertiefungen schichtenweise Bananenblätter und gekochte sowie ungekochte Brotfrucht gelegt und mit Erde zugedeckt. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen soll die Haltbarkeit über 25 Jahren betragen haben. So zumindest die Aussage unseres Führer, dessen Vater Polynesier und seine Mutter Französin ist.  


Das Ende des Tal ist erreicht. 



Der Geist der Tiki (auf Polynesisch mana) am Wegesrand beschützt uns während der Wanderung. 

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