Auch in der
letzten Nacht vor Erreichen der Wreck Bay (oder Bahia Naufragio) war es mehr
der Diesel, der uns vorwärts brachte als der Wind. Bei Sonnenaufgang erreichen
wir die Nordspitze von San Cristobal. Von dort sind es noch 20 Seemeilen.
Wir nähern uns
dem Roca Pateadora, der steil aus dem Meer 150 Meter aufragt und ein Refugium
für diverse Seevögel ist.
Noch
spektakulärer ist der Blick auf den Doppelfelsen von Westen im morgendlichen
Gegenlicht.
Wir ankern um 10
Uhr morgens vor Puerto Baquerizo Moreno, dem Hauptort der Galapagos-Inseln.
Nach 7 Tagen mit einigen Stunden unter Motor haben wir das erste Teilstück im
Pazifik wohlbehalten abgeschlossen. Auf diesen 850 Seemeilen zeigte der Pazifik
einen sehr friedlichen Charakter, was das Ertragen seiner Flauten um den
Äquator einschliesst.
Unterwegs haben
wir uns per Satelliten-Telefon einen Agenten organisiert, der zwingend fürs
Einklarieren vorgeschrieben ist und falls wir unsere Rechnungen gegenüber den
Behörden nicht begleichen, dafür gerade stehen muss.
Schon eine Stunde
nachdem unser Anker fiel, kommt Bolivar, unser Agent, mit dem Wassertaxi vorbei
und holt unsere Pässe, Schiffsdokumente sowie Papiere ab, die wir in Panama bei
der Ausreise erhalten haben und verspricht in einer Stunde wieder zurück zu
kommen.
Das Versprechen
löst er mit einer ganzen Armada von Behördenvertretern ein. 6 Personen braucht
es im gesamten. Ein Taucher, der unser Unterwasserschiff nach für die
Galapagos-Inseln ungebetenen tierischen oder pflanzlichen Mitbringseln absucht
und mit dem Zustand sehr zufrieden ist, einen Vertreter der Hafenpolizei, eine
Dame für Immigration, eine Mitarbeiterin des Umweltministeriums sowie 2
Angestellte des Nationalparks Galapagos.
Wir beantworten Fragen zum Material unseres Unterwasseranstrichs, zum
Wasserabscheider in der Dieselzuleitung, zur Grösse unseres Fäkalientanks, zu
unserem Geschirrspülmittel, welches unsere letzter Hafen war und welcher der
nächste sein soll. Nach 20 Minuten ist das Prozedere abgeschlossen, wir haben x
Formulare unterschrieben und die Armada verlässt schwitzend unser Schiff, da
die Sonne mittlerweile im Zenit steht.
Am Nachmittag
geht es mit dem Dinghi ins Dorf. Überall liegen die Seehunde am Strand und auf
den Docks. Ihr Urin riecht streng. Sehr, wenn überhaupt, gewöhnungsbedürftig.
Das Dorf selber, in dem
die meisten der 8000 Bewohner von San Cristobal leben, ist wenig fotogen. Es
ist eher ein Aussenposten der Zivilisation, dessen wirtschaftliche Grundlage
der Wildlife Tourismus, etwas Fischfang und Verwaltung ist.
Und noch ein letztes Bild vom Äquator. Der nullte Breitengrad ist erreicht.




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