Dienstag 31.März 2015: Landfall auf San Cristobal

Auch in der letzten Nacht vor Erreichen der Wreck Bay (oder Bahia Naufragio) war es mehr der Diesel, der uns vorwärts brachte als der Wind. Bei Sonnenaufgang erreichen wir die Nordspitze von San Cristobal. Von dort sind es noch 20 Seemeilen.

Wir nähern uns dem Roca Pateadora, der steil aus dem Meer 150 Meter aufragt und ein Refugium für diverse Seevögel ist.



Noch spektakulärer ist der Blick auf den Doppelfelsen von Westen im morgendlichen Gegenlicht.



Wir ankern um 10 Uhr morgens vor Puerto Baquerizo Moreno, dem Hauptort der Galapagos-Inseln. Nach 7 Tagen mit einigen Stunden unter Motor haben wir das erste Teilstück im Pazifik wohlbehalten abgeschlossen. Auf diesen 850 Seemeilen zeigte der Pazifik einen sehr friedlichen Charakter, was das Ertragen seiner Flauten um den Äquator einschliesst.

Unterwegs haben wir uns per Satelliten-Telefon einen Agenten organisiert, der zwingend fürs Einklarieren vorgeschrieben ist und falls wir unsere Rechnungen gegenüber den Behörden nicht begleichen, dafür gerade stehen muss.

Schon eine Stunde nachdem unser Anker fiel, kommt Bolivar, unser Agent, mit dem Wassertaxi vorbei und holt unsere Pässe, Schiffsdokumente sowie Papiere ab, die wir in Panama bei der Ausreise erhalten haben und verspricht in einer Stunde wieder zurück zu kommen.

Das Versprechen löst er mit einer ganzen Armada von Behördenvertretern ein. 6 Personen braucht es im gesamten. Ein Taucher, der unser Unterwasserschiff nach für die Galapagos-Inseln ungebetenen tierischen oder pflanzlichen Mitbringseln absucht und mit dem Zustand sehr zufrieden ist, einen Vertreter der Hafenpolizei, eine Dame für Immigration, eine Mitarbeiterin des Umweltministeriums sowie 2 Angestellte des Nationalparks Galapagos.  Wir beantworten Fragen zum Material unseres Unterwasseranstrichs, zum Wasserabscheider in der Dieselzuleitung, zur Grösse unseres Fäkalientanks, zu unserem Geschirrspülmittel, welches unsere letzter Hafen war und welcher der nächste sein soll. Nach 20 Minuten ist das Prozedere abgeschlossen, wir haben x Formulare unterschrieben und die Armada verlässt schwitzend unser Schiff, da die Sonne mittlerweile im Zenit steht.


Am Nachmittag geht es mit dem Dinghi ins Dorf. Überall liegen die Seehunde am Strand und auf den Docks. Ihr Urin riecht streng. Sehr, wenn überhaupt, gewöhnungsbedürftig. 



Das Dorf selber, in dem die meisten der 8000 Bewohner von San Cristobal leben, ist wenig fotogen. Es ist eher ein Aussenposten der Zivilisation, dessen wirtschaftliche Grundlage der Wildlife Tourismus, etwas Fischfang und Verwaltung ist. 

Und noch ein letztes Bild vom Äquator.  Der nullte Breitengrad ist erreicht. 


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