Für das Wochenende sind wir mit der Fähre auf die Nachbarinsel Santo Antão gefahren. Die folgenden Bilder zeigen unsere Eindrücke einer speziellen Landschaft, in der wir einer freundlichen und hilfsbereiten Bevölkerung begegnet sind.
Auch wenn die Überfahrt nur eine Stunde dauert, die Velos werden gesichert. Im Kanal zwischen den Inseln wird der Passat wie durch eine Düse verstärkt und baut etwas Seegang auf.
Das ist unsere heutige Etappe. 38km von Porto Novo nach Punta do Sol. Alles rauhes Kopfsteinpflaster. Die gepflasterte Tremolastrasse am St. Gotthard ist dagegen eine gepflegte Autobahn. Von Meereshöhe geht es zuerst auf 1400 Meter und dann auf der Nordseite der Insel auf einem strassenbautechnischen Meisterwerk wieder hinunter.
Die Ostseite der Insel ist trocken und bis auf eine Höhe von 1000 Meter über Meer nicht sehr fruchtbar. Nur einzelne Akazienbäume spenden etwas Schatten. Es herrscht kaum Verkehr; da kann man gefahrlos die schattigen Stellen aussuchen, egal auf welcher Strassenseite sie sind.
Kurz vor der Passhöhe eine geologische Besonderheit. Der Krater des erloschenen Vulkans Cavo de Paul ist kreisrund und misst 800 Meter im Durchmesser. Links und rechts des Felsens am Kraterrand drücken die Wolken herein.
Mit den gestauten Wolken kommt die Feuchtigkeit und damit die Fruchtbarkeit auf den vulkanischen Böden. Um das steile Gelände maximal zu nutzen, muss alles auf kleinen Terrassen beschwerlich von Hand bewirtschaftet werden. Das satte Grün ist für unsere Augen aussergewöhnlich.
Dass die Mehrheit der Bewohner der Kap Verden nicht in ihrer Heimat lebt sondern aus-wandert, ist bei diesen wirtschaftlichen Voraussetzungen nachvollziehbar.
Die Strasse windet sich entlang den steil aufragenden Vulkanfelsen Richtung Atlantik. Zum Teil auf der Krete, zum Teil in den Bergflanken wurde diese atemberaubende Strasse gebaut. Teilweise braucht die Strasse die gesamte Breite der Krete und es geht links und rechts steil einige hundert Meter hinab.
Teilweise braucht die Strasse die gesamte Breite der Krete und es geht links und rechts steil einige hundert Meter hinab.
Hinter jeder Kurve erleben wir einen weiteren atemberaubenden Blick in diese faszinie-rende Landschaft.
Das Ziel ist erreicht. Die koloniale Pracht und der Reichtum, den einst jüdische Emigranten brachten, ist noch sichtbar.
Ponto do Sol bietet ein paar einfache Hotels, Restaurants und Läden. Wir sind nicht die einzigen Biker, die Mehrheit der wenigen Touristen sind Wanderer.
Am nächsten Morgen auf dem Rückweg über die Küstenstrasse. Diesmal 30 Kilometer gepflastert und 20 Kilometer auf Teerstrasse. Die Strasse ist ein einziges Auf und Ab. Rechts die schroffen, vulkansichen Felswände, links die Brandung des Atlantiks. Am Ziel in Porto Novo haben wir knapp 1000 Höhenmeter Anstieg in den Beinen.
Das Aluguer ist das Transportmittel für Bevölkerung und Wanderer. Einfach an der Strasse anhalten und mitfahren.
Als wir in Porto Novo aufs Velo stiegen, haben uns mehrere Aluguer-Fahrer von unserem Vorhaben abbringen wollen. Zu steil, zu heiss, zu langer Aufstieg, waren ihre Verkaufsargumente. Sie hätten uns liebend gerne als zahlende Passagiere zur Passhöhe gefahren, damit wir nur die Abfahrt bewältigen müssen. Da haben sie unseren Biker-Stolz falsch eingeschätzt.
Dort, wo es keine Strassen gibt, ist der Esel das traditionelle Transportmittel. Vor allem für Wasser, das für viele Bewohner keine Selbstverständlichkeit ist.
Das Kraftwerk von Ribeira Grande. Dieselgeneratoren brummen vor sich hin. Obwohl der Passat beständig weht, haben wir nur 2 Windräder gesehen. Scheinbar ist die Dieselverstromung billiger.
Wasser gibt es, aber es ist zu kostbar um es zu verstromen. Das Hinweisschild für die Einweihung eines Staudamms.
Auch am Sonntag haben die Mercearias geöffnet und verkaufen ihre Ware. Wir waren froh, konnten wir uns immer mit Getränken und Bananen versorgen.
2 Tonnen Bananen auf ihrem Weg zum Konsumenten.
Wir sind von den zwei Inseln, die wir auf den Kap Verden besucht haben, begeistert. Auch wenn die Inseln nicht gross sind, bieten sie viel Spannendes für Wanderer (mein Bruder war ohne Velo zu Fuss und mit Aluguuer unterwegs) und Biker.

















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