Donnerstag 30.Oktober 2014: Stromversorgung, die zweite

Heute gibt es einen technischen Post zum Thema Stromversorgung. 

Die Stromversorgung eines Bootes basiert auf Batterien. In unserem Boot gibt es 3 Batterieblöcke.

Einen für die Versorgung aller grossen Verbraucher wie Kühlschränke, Licht, Bugstrahlruder und die elektrohydraulischen Systeme zur Verstellung der Grossschot sowie zum Öffnen und Schliessen der Dinghy-Garage.

Der zweite Batterieblock versorgt die Navigationselektronik mit Strom. Die Unabhängigkeit vom ersten Block sorgt für einen störungsfreien Betrieb ohne gegenseitige Beeinflussung.

Und dann gibt es noch einen dritten Block, der jedoch nur aus einer Batterie besteht, zum Starten des Motors und des Generators. Also wie im Auto.

Unsere Stromversorgung basiert auf 12V Gleichspannung, d.h. alle unsere elektrischen Geräte arbeiten mit dieser Spannung.

Zum Laden der Batterien verwenden wir entweder die Lichtmaschine am Motor oder für die Blöcke 1 und 2 230V Netzspannung, die entweder aus dem Generator oder, wenn wir im Hafen liegen, von der Steckdose am Steg kommt. Die Netzspannung wird in 2 Wandlern (je einen für jeden Block) von 230V Wechselstrom auf 12V Gleichstrom transformiert. Diese Wandler sind intelligente Geräte, da sie nicht 12V liefern, sondern eine variable Spannung bis 14.4V, je nach Ladezustand der Batterie. Der Ladezustand der Batterien lässt sich mit Hilfe der Batteriespannung an einem Display ablesen.

Anders als die Akkus in Handys und Laptops, die bis zur vollständigen Entladung genutzt werden können, sind die Batterien auf Booten (ausser es sind Metallhydrid-Akkus wie bei Handy und Laptops) dagegen empfindlich und revanchieren sich mit einer geringeren Lebensdauer für solch brachiale Behandlung.

Wenn man auf See ist und braucht 230V Wechselspannung z.B. zum Laden eines Akkus, kann man entweder den Generator laufen lassen, da dieser 230V Wechselstrom erzeugt, oder schaltet den Inverter an, der aus 12V Gleichstrom aus dem Batterieblock 1 wieder 230V Wechselstrom erzeugt.  

Bei der Überfahrt von Ceuta nach Lanzarote mussten wir ab den 3 Tag den Generator fast 30% der Zeit laufen lassen, um die Batterien des Blocks 2 nachzuladen, während der Block 1 schon nach kurzer Zeit wieder vollständig geladen war. In den letzten Jahren waren mit unserem Boot nie mehrere Tage hintereinander auf See und spätestens nach 3 Tagen wieder in einem Hafen. Dort haben wir alle Batterien aufgeladen und uns ist die zu geringe Leistung des Wandlers für den Batterieblock 2 für die Navigationselektronik nie als Problem aufgefallen.

Deshalb tauschen wir nun diesen Wandler gegen ein Gerät grösserer Leistung. Die  Platzverhältnisse unter dem Bett in der hinteren Kabine, wo sich der Batterieblock 2 befindet, lassen den Einbau des grösseren Wandlers zu. Dankenswerter Weise hat uns die Werft das Beschaffen und Verschicken des Wandlers abgenommen.  Bei der Montage gilt es zu beachten, dass die Leitungen zwischen Wandler und Batterie ebenfalls getauscht werden müssen, da grössere Leistungen auch grössere Kabelquerschnitte bedeuten.

Am heutigen Nachmittag ging es an die Arbeit. Im Vordergrund der alte und der neue Wandler. Der Leistungsunterschied ist ungefähr proportional zum Grössenunterschied.  


Die Gelenkigkeit des Skippers wird gleichzeitig trainiert. 



Die Arbeit macht offensichtlich Fortschritte. 



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